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Dienstag, 25. August 2015

Rockabilly Zombie






Rockabilly Zombie
(Rockabilly Zombie Weekend)
mit Christina Bach, J. LaRose, Jimmy Dempster, Jayvo Scott, Julie Moss, Nikoma DeMitro, Michelle Elise, Randy Molnar, J. Benedict Larmore, Daniel Baldock, Gary B. Gross, Rusty Riegert, Melissa Gruver, Scott Singer
Regie: Jaime Velez Soto
Drehbuch: Tammy Bennett
Kamera: Andy S. Montejo
Musik: Dani Donadi
keine Jugendfreigabe
USA / 2013

Ein Pärchen will heiraten, das aber ganz besonders: Ein Rockabilly-Thema soll die ganze Trauung durchziehen, weswegen sie auch auf einer abgelegenen Farm stattfindet. Warnungen von einem Virusausbruch schreiben alle in den Wind. Was soll schon schief gehen? So ziemlich alles, denn der Virus wird von Moskitos verbreitet, die bei den Hochzeitsgästen natürlich reichlich Nahrung finden. Und jeder der gestochen wird, verwandelt sich in einen blutrünstigen Zombie. Das Brautpaar greift zur Waffe - die hochzeitliche Schlachtplatte ist angerichtet!


Sich bei seiner ersten Regiearbeit der Zombie Thematik zu bedienen ist sicherlich nicht die schlechteste Idee, muss man dabei doch hauptsächlich den Unterhaltungswert für den Zuschauer im Auge haben und kann diverse andere Dinge ein wenig vernachlässigen. Die Umsetzung einer Geschichte sollte aber zumindest funktionieren, doch diesen Aspekt hat Neuling Jaime Velez Soto bei der Regie phasenweise fast schon sträflich vernachlässigt. Dabei hätte ein Zombie Flick mit dem Titel "Rockabilly Zombie" doch schon allein aufgrund des Titels ein enormes Trash Potential, doch statt den Film eben auf dieser Schiene laufen zu lassen wird viel eher versucht, das Werk künstlich ernst erscheinen zu lassen und zum Ende hin sogar auch noch mit einer vollkommen überflüssigen und tragischen Note zu versehen. Dieser Schuss geht dann auch letztendlich in die Hose, doch ehrlich gesagt sollte man vielmehr anmerken, das dieser Umstand auf den gesamten Film anzuwenden ist. Da wird man beispielsweise mit einer in die Länge gezogenen Einführung konfrontiert in der so gut wie gar nichts passiert, zudem dreht sich in dieser Phase der Geschichte so ziemlich alles um die farblosen und wenig charismatischen Figuren.

Man bekommt eine Menge an Banalitäten serviert und streckenweise versucht man krampfhaft dem Szenario eine Prise Humor beizufügen, nur zündet diese Maßnahme leider zu keiner Zeit da die Ereignisse weder witzig noch skurril erscheinen. Das könnte man eventuell noch einigermaßen verschmerzen, wenn da nicht das ungelenke und völlig lustlose Schauspiel der Akteure wäre. Dieses geht einem nämlich mit der Zeit ganz gehörig auf die Nerven und die größtenteils abstrusen Handlungsweisen der Protagonisten tun ihr Übriges, damit teilweise recht deutliche Ermüdungserscheinungen beim Betrachter auftreten. Nach geschlagenen 40 Minuten zieht dann endlich einmal ein wenig Tempo in die Abläufe ein und gleichzeitig ergeben sich auch die ersten Momente die auf einen Zombiefilm hin deuten. Wer nun jedoch Action ohne Ende und den für einen Film dieser Art zwingend notwendigen Härtegrad erwartet sieht sich größtenteils enttäuscht, denn bis auf wenige eher einfallslose Splatter und Gore Momente hat die Geschichte nichts Nennenswertes zu bieten. So halten sich dann auch die Schauwerte in einem engen und überschaubaren Rahmen, wobei höchstens bei einem Vielseher stellenweise Begeisterung aufkommen dürfte. Wer aber mit dem Genre vertraut ist dürfte schnell erkennen, das Rockabilly Zombie" ganz sicher nicht zu den Vertretern zu zählen ist, die stark und nachhaltig in der Erinnerung bleiben.

Neben den bisher schon angerissenen Misständen sollte man zudem auch noch ein paar Worte über die deutsche Synchronisation verlieren, denn diese ist für sich allein schon ein untrügliches Indiz dafür, das dieses Werk nicht unbedingt mit einem hohen Budget ausgestattet war. An sich ist das bestimmt kein Makel, gibt es doch unzählige Low Budget Produktionen die allerbeste Unterhaltung bieten. In vorliegendem Fall trifft dies jedoch nur sehr begrenzt zu, so das sich der Unterhaltungswert dann auch eher am unteren Level ansiedelt. Mit etwas mehr Gespür für das Wesentliche hätte Soto ganz sicher eine Menge mehr bewerkstelligen können, denn nicht immer ist eine Menge Geld die Grundvoraussetzung für einen guten Film. Die Umsetzung des von Haus aus wohl offensichtlich ausgedünntem Drehbuch gestaltet sich allerdings nicht so, wie man es sich als Fan denn wünschen würde. Das dabei dann auch die Logik vollkommen abhanden kommt ist fast zwangsläufig zu vermuten, wobei dies beim Thema Zombie aber auch nicht der wichtigste Aspekt sein sollte. Hier offenbaren sich dann aber streckenweise dermaßen abstruse Momente das man die weiße Flagge hissen muss, denn nachvollziehbare Dinge bekommt man nicht unbedingt im Überfluss geboten. Es bleibt also nur wenig übrig was man positiv erwähnen könnte und dazu zählen dann zumindest einige nette Beißszenen, die den Kohl letztendlich aber auch nicht fett machen.

Eventuell wird dieser Film sogar seine Zielgruppe finden, doch selbst im unerschöpflichen Reservoir der Zombiefilme nimmt "Rockabilly Zombie" lediglich einen Platz im unteren Rang ein. Im Grunde genommen ist das wirklich schade, denn hier hätte man wirklich eine kleine Trash Perle schaffen können, stattdessen handelt es sich aber lediglich um einen äußerst mauen Vertreter des Genres, der sich maximal zur einmaligen Sichtung eignet.


Fazit:


"Rockabilly Zombie" beinhaltet durchaus Potential, nur leider wurde dieses vom Regisseur in keinster Weise wahr genommen. Das Endergebnis ist eine vollkommen lieblos und uninspirierte Story, deren Umsetzung wenig gelungen erscheint.


4/10

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