Follower

Dienstag, 8. September 2015

Ohne jede Spur






Ohne jede Spur
(Abandoned)
mit Brittany Murphy, Dean Cain, Mimi Rogers, Peter Bogdanovich, Jay Pickett, Tim Thomerson, Scott Anthony Leet, America Young, Tara Subkoff, Kristen Kerr, Denver Dowridge, Javen Campbell, Caia Coley, Lindsay Morris, Joe Walsh
Regie: Michael Feifer
Drehbuch: Peter Sullivan / Jeffrey Schenck
Kamera: Denis Maloney
Musik: Andres Boulton
FSK 16
USA / 2010

Mary Walsh liefert ihren Verlobten Kevin für eine Routineoperation im Krankenhaus ab. Als sie ihn wieder abholen will, ist er spurlos verschwunden. Niemand will ihn gesehen haben, es gibt keine Dokumente über seine Behandlung. Der Hospital-Psychiater erklärt die Frau, deren Mutter vor kurzem gestorben ist und die unter Depressionen leidet, als mental labil. Auch die Polizei will ihr nicht glauben. Als sich ein Unbekannter bei ihr meldet und ein Lösegeld für Kevin fordert, nimmt die junge Frau die Sache in ihre eigenen Hände. 


Regisseur Michael Feifer hat sich ja in den letzten Jahren durch seine teilweise recht gelungenen Serienkiller-Verfimungen einen gewissen Ruf erworben, nun hat er mit "Ohne jede Spur" einen Thriller mit leichten Mystery-Anleihen auf den Weg gebracht, der Fans des Genres solide und unterhaltsame Thrillerkost anbietet, die man sich ohne Bedenken sehr gut anschauen kann. Nun handelt es sich ganz bestimmt um keinen Vertreter der das Genre revolutionieren wird, jedoch bekommt der Zuschauer eine durchaus interessante und spannend umgesetzte Geschichte präsentiert, die zudem mit einigen Wendungen versehen wurde, die man nicht unbedingt zwangsläufig vorhersehen kann. Es ist der letzte Film, in dem die jung verstorbene Brittany Murphy mitwirkt, die auch ganz eindeutig im Focus der ominösen Ereignisse steht, die sich hier offenbaren. Zwar beinhaltet die Geschichte keine sonderlichen Höhepunkte und erfahrene Thriller-Hasen können auch durchaus frühzeitig darauf kommen, wie sich die Geschehnisse zueinander verhalten, aber gerade für Neueinsteiger in das Genre kann sich das Szenario als ziemlich überraschend herausstellen. Und auch wenn man die bearbeitete Thematik sicherlich schon in anderen Filmen gesehen hat, bietet Feifers Werk doch größtenteils sehr spannende und kurzweilige Unterhaltung.

So baut sich von der ersten Minute an ein sehr konstanter Spannungsbogen auf, der sich auch die gesamte Laufzeit über aufrechterhalten kann. Dabei spitzt sich die gegebene Situation immer weiter zu, gibt es doch keinerlei Beweise, das Marys verschwundener Freund Kevin überhaupt existiert. Niemand glaubt ihr ihre Geschichte und nachdem man feststellt, das sie Anti-Depressiva zu sich nimmt, will man ihr sogar Wahnvorstellungen unterstellen. Brittany Murphy agiert in der Rolle der Mary durchaus überzeugend und verleiht dem von ihr dargestellten Charakter meiner Meinung nach viel Glaubwürdigkeit. Obwohl sie einerseits extrem verletzlich und zerbrechlich erscheint, kehrt sie doch andererseits auch sehr authentisch ihre kämpferische Seite heraus und begibt sich allein auf die Suche nach ihrem verschwundenen Freund. Doch auch die restliche Darsteller-Riege zeigt durchaus ansprechende Leistungen, auch wenn sich hier keiner absolut in den Vordergrund spielt. Oscarreife Leistungen sollte man also nicht unbedingt erwarten, es bewegt sich alles im soliden Bereich und wirklichen Grund zur Beanstandung gibt es in diesem Punkt nicht.

"Ohne jede Spur" beinhaltet keinerlei großartige Action-Passagen, verfügt dafür aber über einen dramaturgisch gut aufgebauten Spannungsverlauf und kann zudem durch die in weiten Teilen äusserst mysteriöse Atmosphäre jederzeit überzeugen. Dabei entfaltet sich schon eine gewisse Faszination der Geschehnisse, die sich auch auf den Zuschauer übertragen kann. Gespannt fiebert man mit der Hauptfigur mit, die doch von Beginn an eine Menge Symphatiepunkte beim Betrachter sammeln kann. Und so begibt man sich mit ihr zusammen auf die scheinbar aussichtslose Suche nach ihrem Freund und verspürt später fast die gleiche Enttäuschung wie sie, als sich die wahren Zusammenhänge des Szenarios offenbaren. Wie schon kurz erwähnt ist die Geschichte keinesfalls so ineinander verschachtelt, das man keinesfalls auf die Lösung stoßen könnte, für mich persönlich war aber dennoch ein gewisser Überraschungseffekt vorhanden, was den Film gleich noch einmal etwas aufwertet und in meinen Augen absolut sehenswert macht.

Letztendlich handelt es sich bei "Ohne jede Spur" ganz sicher um kein Meisterwerk oder einen sonderlich innovativen Film. Aber immerhin bekommt man einen wirklich kurzweiligen und auch spannenden Genre-Beitrag präsentiert, der ganzzeitig sehr gut zu unterhalten weiss. Es muss nicht immer das besonders anspruchsvolle Kino sein, manchmal ist auch ein guter B-Movie jederzeit dazu in der Lage, gute Filmkost zu offenbaren und das ist hier eindeutig der Fall. Eine interessante Geschichte, gut agierende Schauspieler, ein sehr gelungener Spannungsaufbau und eine größtenteils recht mysteriöse Grundstimmung sorgen ganzzeitig dafür, das man das Interesse an der vorliegenden Geschichte niemals verliert und letztendlich mit einem guten Filmerlebnis belohnt wird.


Fazit:


Michael Feifer zählt bestimmt nicht zu den Regisseuren, die besonders hochklassige Filme auf den Weg bringen, jedoch bewegen sich seine Werke zumeist auf einem grundsoliden Niveau. Wer sich damit zufriedengeben kann, der sollte sich "Ohne jede Spur" keinesfalls entgehen lassen, denn der Film beinhaltet prinzipiell alles, was zu einem guten Thriller gehört. Ich fühlte mich jedenfalls bestens unterhalten und kann so eine Empfehlung aussprechen.


6/10

Keine Kommentare: