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Dienstag, 22. September 2015

Red Tears






Red Tears
(Reddo tiâzu)
mit Natsuki Katô, Yûma Ishigaki, Yasuaki Kurata, Karin Yamaguchi, Ayaka Morita, Kôji Nakamura, Masahiro Nagai, Yôju Takashima
Regie: Takanori Tsujimoto
Drehbuch: Takanori Tsujimoto / Eiichi Yonekawa
Kamera: Takanori Tsujimoto / Hiroaki Yuasa
Musik: Hikaru Yoshida
keine Jugendfreigabe
Japan / 2011

Ein Serienkiller hinterlässt eine blutige Spur kopfloser Körper. Detektiv Tetsuo trifft während der Suche nach dem Killer auf Hazuki, die ihren vermissten Freund mit den Morden in Verbindung bringt. Sie zeigt ihm ein Foto der attraktiven Sayoko, die zuletzt mit ihrem Freund gesehen wurde. Tetsuo ist fasziniert von der mysteriösen Sayoko. Ist sie etwa für die Morde verantwortlich?


Fanden in den letzten Jahren zumeist trashige Splatter Komödien aus Japan den Weg zu uns, so liegt mit dem 2011 erschienenen "Red Tears" ein wohltuend ernster Beitrag vor, der den oft gewöhnungsbedürftigen asiatischen Humor im Prinzip vollkommen außen vor lässt. Besonders hervor stechend erscheint hier vor allem die interessante Kombination aus verschiedenen Genres die Regisseur Takanori Tsujimoto (Hard Revenge Milly) für seine Erzählung gewählt hat. Beginnt das Szenario nämlich zuerst wie ein blutiger Krimi, so vermischen sich in der Folge die Zutaten aus Horror, Fantasy und Monsterfilm, so das letztendlich ein wirklich sehenswerter Mix entsteht. Das die Geschichte trotz der recht innovativen Zusammensetzung relativ vorhersehbar erscheint kann man dabei großzügig übersehen und so stört es einen auch nicht sonderlich, das die Ereignisse schon verhältnismäßig früh auf einen bestimmten Täter hin deuten. Trotz dieses Aspektes hat Tsujimoto nämlich einige Twists in seine Erzählung eingebaut die den Zuschauer bei Laune halten und einen ordentlichen Spannungsbogen entstehen lassen. Zudem gestaltet sich die gesamte Chose streckenweise recht derbe, denn mehrere handgemachte Effekte sorgen für ein Höchstmaß an Kurzweil und einige äußerst harte Passagen dürften insbesondere bei den Freunden der härteren Gangart für Begeisterung sorgen.

Da kann man dann auch einmal über kleinere Schwächen in der Story hinweg sehen und sich ganz einfach an dem herrlichen Spektakel erfreuen, das "Red Tears" in großen Teilen beinhaltet. Neben dem sehr anschaulichen Härtegrad gibt es dann auch noch mehrere anständig choreografierte Kämpfe zu sehen, bei denen allerdings auch einige etwas übertrieben dargestellte Momente zum Vorschein kommen. Dennoch gestaltet sich das Ganze für eine ziemlich offensichtliche Low Budget Produktion mehr als stimmig, so das es sich lediglich um kleinere Beanstandungen auf einem guten Niveau handelt. Die einzige wirklich erkennbare Schwäche offenbart die Geschichte dann auch höchstens in der Darstellung der einzelnen Figuren, wobei ich mich explizit auf die Ermittler in der mysteriösen Mordserie beziehen möchte. Teamwork scheint hier ein absolutes Fremdwort zu sein, denn ganz augenscheinlich ermittelt hier jeder in seine ganz eigene Richtung. Das sorgt nicht unbedingt für extreme Glaubwürdigkeit und wenn man dann auch noch die beiden Hauptfiguren miteinander vergleicht, könnten die zwei Charaktere wohl kaum unterschiedlicher ausfallen.

Auf der einen Seite der junge Tetsuo der sich insbesondere zu beginn des Geschehens immer schön an die Buchstaben des Gesetzes hält und auf der anderen Seite ein etwas älterer Kollege, der gern auch mal auf brutale Art und Weise seinen Weg geht und dabei auch nicht vor einem Mord zurück schreckt. Diese gegensätzliche Polizeiarbeit mag zwar nicht sonderlich glaubhaft erscheinen, lässt in der vorliegenden Story jedoch einen absolut passenden Kontrast entstehen. Die beiden vollkommen unterschiedlichen Männer und ihre unterschiedlichen Methoden nehmen dann auch einen recht großen Anteil der Ereignisse ein und ganz besonders im letzten Drittel des Filmes entladen sich die Spannungen zwischen den beiden in einer blutigen Gewaltspirale, die dem Ganzen einen würdigen Showdown bereitet. Für ein Werk mit geringem Budget wurde hier wirklich gute Arbeit geleistet und "Red Tears" versteht es trotz einiger, kleinerer Mängel durchaus, den Zuschauer durchgehend bestens und kurzweilig zu unterhalten.

Allerdings sollte man schon eine gewisse Vorliebe für den asiatischen Film haben, denn ansonsten kann man eventuell mit der für europäische Verhältnisse gewöhnungsbedürftigen Mischung nicht allzu viel anfangen. Ich persönlich bin mir jedoch ziemlich sicher, das diese sehenswerte Produktion eine Menge Fans um sich scharen wird, denn wer auf kompromisslosen und teilweise blutigen Horror mit Fantasy Einschlag steht, der wird hier voll auf seine Kosten kommen. Einige inhaltliche Schwächen und die teils fehlende Glaubwürdigkeit der Ereignisse stören da weniger, denn "Red Tears" ist doch in erster Linie darauf ausgerichtet, den Betrachter gut und kurzweilig zu unterhalten. Bei mir hat das wirklich gut funktioniert, so das ich im Endeffekt nur eine Empfehlung für diesen Genre Beitrag aussprechen kann.


Fazit:


Nach unzähligen und zumeist vollkommen überzogenen Trash Filmen aus Japan ist es eine wohltuende Abwechslung, einen bierernst erzählten Beitrag präsentiert zu bekommen. Den bekannten Hang zur Skurrilität kann man zwar nicht gänzlich vermeiden, doch im Gegensatz zu unzähligen anderen Vertretern bekommt man in vorliegendem Fall eine zumindest streckenweise ernsthafte Geschichte geboten, die insbesondere in den heftigen Effekten ihre größte Stärke offenbart.


7/10

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