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Mittwoch, 14. Oktober 2015

Die Karte mit dem Luchskopf (Mini Serie)






Die Karte mit dem Luchskopf
(Die Karte mit dem Luchskopf)
mit Kai Fischer, Ursula Herking, Karl-Otto Alberty, Siegfried Schwarz, Immy Schell, Willy Harlander, Peter Parten, Annaluise Schubert, Reinhard Glemnitz, Jürgen Feindt, Heinz Pielbusch, Gerd Frickhöffer, Gerhart Lippert
Regie: Hermann Kugelstadt
Drehbuch: Kai Fischer / Wolf Neumeister
Kamera: Hans Kühle Sr.
Musik: Joe Dixie
FSK 12
Deutschland / 1963

Die junge und überaus attraktive Kai Fröhlich (Kai Fischer) hat ihre Ausbildung zur Detektivin abgeschlossen. Sie will sich in einem sonst von Männern dominierten Berufsfeld versuchen und richtet aus Kostengründen in der Wohnung ihrer resoluten und noch immer sehr vitalen Tante Viktoria von Porschwitz (Ursula Herking) ihr Büro ein. Ihre Visitenkarte ziert ein Luchskopf. Um ihre Kundschaft nicht zu verschrecken, gaukelt Kai ihren Auftraggebern vor, sie sei nur die Sekretärin des Unternehmens, das eigentlich von einem Mann geführt werde. Außerdem erweckt sie so den Eindruck, nur die naive Tippse zu sein und spielt auf diese Art ihre Gegner an die Wand. Um ihre Fälle zu lösen, muss die schlaue Detektivin in verschiedenste Rollen schlüpfen und manchmal sogar handgreiflich werden - also von wegen schwaches Geschlecht! Wenn Kai Fröhlich ermittelt, dann sitzen Betrüger, Diebe, Spione und Mörder am Ende garantiert hinter Gittern!


"Die Karte mit dem Luchskopf" ist eine kleinere TV-Serie der 60er Jahre, die wohl auch in der Hauptsache nur den eingefleischten Fans deutscher Krimis bekannt sein dürfte. In leider nur 13 Episoden a ca. 30 Minuten mimt Kai Fischer dabei eine junge und aufstrebende Detektivin, bei der Diebe und andere Banditen wenig zu lachen haben. Im typischen Stil der damaligen Zeit werden dem Zuschauer hier interessante Fälle präsentiert, in denen die junge Frau mit Charme und Intelligenz ermittelt und diesem Format damit ihren ganz persönlichen Stempel aufdrückt. Eine Besonderheit dieser Serie ist sicherlich der Aspekt, das Kai ihre Mandaten immer über ihre Identität im Unklaren lässt, was ihr bei der Lösung der teils kniffligen Fälle einen nicht zu unterschätzenden Vorteil verschafft. Niemand hat die Frau wirklich auf dem Schirm, denn jeder Mandant wähnt sich in der Annahme, das die Detektei Luchs von einem Mann geführt wird, der selbstverständlich auch die einzelnen Fälle bearbeitet.

Durch diesen Punkt kommt gleichzeitig auch zum Ausdruck, das zur damaligen Zeit diverse Berufe noch eine absolute Männer Domäne waren, denn kaum einer konnte sich vorstellen, das Verbrechen durch Frauen aufgeklärt werden. Das mag zwar besonders aus heutiger Sicht nicht unbedingt politisch korrekt erscheinen, spiegelt aber andererseits durchaus den Zeitgeist wieder und verleiht dem Ganzen sehr viel Glaubwürdigkeit. Und so kann die gute Frau fast vollkommen unbehelligt ermitteln, wobei sie sich immer wieder geschickt ins Spiel bringt. zudem ist ihr manchmal beabsichtigtes und unbedarftes Verhalten fast schon eine Garantie dafür, das niemand in ihr eine Privatermittlerin vermutet. Das sorgt in etlichen Momenten auch für eine äußerst humorige Note, die dem Gesamteindruck dieses Formates gut zu Gesicht steht.

Daran ändert auch die Tatsache nichts, das im Prinzip relativ schnell erkennbar ist, in welche Richtung die einzelnen Episoden tendieren. Die Verbrechen an sich und auch die Identität der Verbrecher sind verhältnismäßig schnell erkennbar, vielmehr steht die charmante Ermittlungsarbeit der Hauptfigur im Fokus der Ereignisse. Nun entwickelt "Die Karte mit dem Luchskopf" ganz sicher keine absolute Hochspannung, doch die gelungene Mischung in den einzelnen Folgen sorgt dafür, das der Betrachter hier mit wirklich unterhaltsamer Serien Kost versorgt wird.

Natürlich wird vor allem die jüngere Generation das ein wenig anders sehen, denn Freunde von jeder Menge Action und Tempo werden an dieser Stelle nicht unbedingt auf ihre Kosten kommen. Nostalgiker und Liebhaber der alten Klassiker dürften aber auf jeden Fall ihre Freude an dieser kleinen, aber sehr feinen Serie haben, die ganz eindeutig auf ihre Hauptdarstellerin zugeschnitten ist. Ich persönlich finde es sehr schade das es hier lediglich 13 Episoden gibt, denn von den witzigen und äußerst charmanten Ermittlungen hätte man gern auch noch mehr zu Gesicht bekommen.


Fazit:


"Die Karte mit dem Luchskopf" ist typische deutsche Krimikost der 60er Jahre, die sich selbst in der heutigen Zeit noch gut anschauen lässt. Natürlich sollte man dabei das Alter des Formates nicht vergessen, denn für manch einen mag das Ganze doch eher etwas angestaubt erscheinen.


7/10

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