Follower

Dienstag, 27. Oktober 2015

Good People






Good People
(Good People)
mit Sam Spruell, Michael Fox, Diarmaid Murtagh, Francis Magee, Omar Sy, Maarten Dannenberg, Kate Hudson, Orlando Burns-Tucker, Bertram Burns-Tucker, Anna Friel, Michael Jibson, James Franco, Waj Ali, Tom Wilkinson
Regie: Henrik Ruben Genz
Drehbuch: Marcus Sakey / Kelly Masterson
Kamera: Jørgen Johansson
Musik: Neil Davidge
FSK 16
USA / 2014

Als sie ein großes Haus in einem grünen Vorort Londons erben, ziehen Tom (James Franco) und Anna Wright (Kate Hudson) nach England. Um sich ihren Traum von einem gemütlichen Heim zu verwirklichen, nehmen sie einen Kredit auf und beginnen sofort mit der aufwendigen Renovierung. Drei Jahre später steht das Ehepaar jedoch kurz vor dem finanziellen Bankrott und auch ihre Ehe leidet unter diesem enormen Druck. Erst als der Mieter ihrer heruntergekommen Einliegerwohnung an einer Überdosis Heroin stirbt und 200.000 Pfund zurück lässt, scheint sich das Blatt zu wenden. Hin und her gerissen zwischen Richtig und Falsch, beschließen sie das Geld zu behalten. Doch der Drogendealer Khan (Omar Sy) und der skrupellose Kriminelle Jack Witkowski (Sam Spruell) sind ihnen bereits auf den Fersen. Tom und Anna bleibt keine Wahl: Gemeinsam müssen sie den Spieß umdrehen und die bösen Buben austricksen ...


"Good People" zählt zu der Art von Filmen, die aufgrund ihrer Mittelmäßigkeit nicht unbedingt nachhaltig im Gedächtnis haften bleiben. Dabei kann man dem Film von Henrik Ruben Genz noch nicht einmal riesige Defizite ankreiden, nur beinhaltet die Geschichte im Prinzip keinerlei Höhepunkte, an die man sich auch im nachhinein noch erinnern würde. Das gesamte Szenario bewegt sich auf einem durchaus soliden Niveau und die Umsetzung des augenscheinlich schlichten Drehbuches ist sogar als insgesamt gelungen zu bezeichnen. Trotzdem kommt bei der hier an den Tag gelegten Kombination aus Drama und Thriller selten echte Begeisterung auf, denn sämtliche Abläufe erscheinen zwar stets bemüht, doch ein echter Funke will zu keiner Zeit auf den Zuschauer überspringen. Zu vorhersehbar gestaltet sich das Ganze und lediglich die kühle Optik fällt wohlwollend ins Auge, wohingegen immer wieder auftretende Logiklöcher den Sehgenuss dann doch wieder ein wenig trüben.

Handwerklich gibt es im Prinzip kaum etwas zu bemängeln, dafür sollte man sich allerdings von Anfang an darüber im Klaren sein, das die ziemlich ruhige Geschichte in keiner Phase so richtig für Spannung sorgen kann. Dabei ist Genz durchaus bemüht, seiner Erzählung den richtigen Rahmen zu verpassen und sie gleichzeitig mit einer gelungenen Atmosphäre auszustatten, doch leider sind in dieser Beziehung zum Großteil lediglich gute Ansätze zu erkennen die nach relativ kurzer Zeit immer wieder im Sande verlaufen. Das Gleiche kann man auch vom dargebrachten Schauspiel der Protagonisten behaupten, denn auch wenn Kate Hudson und James Franco durchgehend routiniert agieren, fehlt es die ganze Zeit über an der nötigen Überzeugungskraft, als das man äußerst positiv beim Betrachter punkten könnte. Teilweise wird man bei "Good People" an ein Arbeitszeugnis erinnert, in dem einem das stetige Bemühen bescheinigt wird und das man damit keinen Blumentopf gewinnen kann dürfte wohl jedem bekannt sein.

So kann man dann auch nicht wirklich von einem echten Genuss sprechen, sondern vielmehr von einer Produktion, die man ohne Probleme einmal sichten kann, die aber keinesfalls zu einer wiederholten Sichtung einlädt. Mit etwas mehr Feingefühl hätte man das sicherlich verhindern können, so hätten einige Tempowechsel und ein straff gezogener Spannungsbogen den Gesamteindruck ganz bestimmt erheblich aufgewertet. Stattdessen wird man aber mit nicht immer nachvollziehbaren Handlungsweisen der Akteure konfrontiert und muss sich mit einer Erzählung zufrieden geben, die größtenteils seicht vor sich hin plätschert und zudem auch noch vollkommen vorhersehbar daher kommt.

Und so bleibt im Endeffekt ein lediglich durchschnittlicher Eindruck übrig, denn "Good People" ist alles andere als innovativ und behandelt zudem eine altbekannte Thematik, die schon unzählige Male weitaus besser in Szene gesetzt wurde. Höhere Erwartungen können hier definitiv nicht erfüllt werden, aber für eine einmalige Sichtung eignet sich diese Produktion auf jeden Fall.


Fazit:


Mit etwas mehr Hingabe und Liebe zum Detail hätte man eine Menge mehr bewerkstelligen können, doch in vorliegender Form ist "Good People" nicht mehr als ein Film ohne nachhaltige Wirkung. Eine durchaus solide Inszenierung, in der man jedoch keinerlei Wendungen oder Überraschungsmomente erwarten sollte.


5,5/10

Keine Kommentare: