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Montag, 12. Oktober 2015

Hope Lost






Hope Lost
(Hope Lost)
mit Danny Trejo, Mischa Barton, Michael Madsen, Daniel Baldwin, Andrey Chernyshov, Diego Pagotto, Francesca Agostini, Alessia Navarro, Dino Giarrusso, Francesco Acquaroli, Federico Palmieri, Riccardo Cesaretti, Daniele Miglio
Regie: David Petrucci
Drehbuch: Damiano Giacomelli / Francesco Teresi / Francesco Trento
Kamera: Davide Manca
Musik: keine Informationen
SPIO/JK
Italien / 2015

Sofia ist eine junge und hübsche Frau. Dem Traum von einem besseren Leben folgend, kam sie nach Rom. Dort fand sie jedoch nicht ihr Glück, sondern einen nicht endend wollenden Albtraum. Von einem sadistischen Zuhälter zur Prostitution gezwungen, steht sie jeden Tag am örtlichen Straßenstrich. Gedemütigt und misshandelt scheint ein Ende der Qualen nicht in Sicht. Trotzdem gibt Sofia die Hoffnung nicht auf, eines Tages all dieser Pein und Gewalt entkommen zu können. Sie ahnt nicht, dass ihr das Schlimmste noch bevorsteht...


Mit "Hope Lost" ist wieder einmal ein Film erschienen, der sich mit der Thematik der Zwangsprostitution beschäftigt. Wenn man als Zuschauer Werke wie "The Seasoning House" oder auch "Eden" gesehen hat kann man deswegen durchaus mit einer gewissen Erwartungshaltung an die zweite Regiearbeit von David Petrucci heran gehen, denn auch die Inhaltsangabe deutet doch relativ eindeutig auf ein intensives Szenario hin. Leider kann die hier erzählte Geschichte dann aber die Erwartungen nur teilweise erfüllen, denn Petrucci agiert ganz einfach zu unentschlossen und kann sich anscheinend nie so richtig entscheiden, in welche Richtung seine Erzählung letztendlich abzielt. Dabei beginnt alles absolut typisch für einen Film dieser Art, denn einmal mehr wird ein junges Mädchen aus dem Ostblock unter falschen Versprechungen ins Ausland gelockt, um dort dann an einen schmierigen Zuhälter und seine Freunde verschachert zu werden. So weit, so gut könnte man nun denken und nimmt auch gern die unübersehbaren Klischees mit in Kauf, mit denen "Hope Lost" förmlich übersät ist. Danach entwickelt sich das Ganze allerdings in eine Richtung die man streckenweise nur sehr schwer nachvollziehen kann, denn Handlungs-und Verhaltensweisen der Protagonisten sind nur in den seltensten Fällen logisch nachvollziehbar.

So fragt man sich während der gesamten Erzählung immer wieder, warum die junge Sofia sich nicht selbst aus ihrer Lage befreit indem sie ganz einfach das Weite sucht. Die Möglichkeiten dazu ergeben sich nämlich mehr als nur einmal, aber anstatt Fersengeld zu geben fügt sich die junge Frau augenscheinlich in ihr Schicksal. Das erscheint schon seltsam merkwürdig und ganz generell lassen die Geschehnisse auch größtenteils die Intensität vermissen, die man beispielsweise aus anderen Genre Vertretern her kennt. Natürlich geht einem das Gesehene dennoch etwas unter die Haut, aber die oft nicht nachvollziehbaren Handlungsweisen und ausgelassenen Chancen trüben das Gesamtbild doch ganz erheblich. Zudem lässt sich auch zu keiner Zei ein ansteigender Leidensweg der jungen Frau erkennen, denn Sofia scheint die Erniedrigungen und ihre Situation in manchen Passagen sogar recht locker zu nehmen. Selbstverständlich ist das nicht wirklich so, doch mangelnde Logik während der Ereignisse lassen eben diesen Eindruck beim Zuschauer entstehen.

Erst im letzten Drittel nimmt das Szenario eine recht heftige Wendung und baut nun endlich auch einen gewissen Spannungsbogen auf, den man zuvor fast gänzlich vermisst hat. Auf einmal geht es um Leben und Tod und nun kommen auch die bedrohlichen Züge zum Vorschein, die man sich schon viel früher gewünscht hätte. Ein Manko des Filmes ist sicherlich auch das dargebrachte Schauspiel der Akteure, denn trotz einiger namhafter B-Darsteller bekommt man in dieser Beziehung nicht sonderlich viel geboten. Lediglich Danny Trejo agiert souverän wie immer, wohingegen der sichtlich in die Jahre gekommene Michael Madsen als schmieriger Zuhälter nicht wirklich zu überzeugen weiß. Über den eher unnützen und extrem kurzen Auftritt von Daniel Baldwin kann man getrost den Mantel des Schweigens hängen und auch Mischa Barton hat man schon weitaus besser gesehen. Man sollte aber keinesfalls alles auf die Akteure schieben, denn "Hope Lost" lässt im Endeffekt ganz einfach die nötige Konsequenz und Intensität vermissen, die man sich als Zuschauer von einem derart gelagerten Film erwartet. Da können dann auch die letzten gut 20 Minuten nichts mehr dran ändern, in denen der Regisseur die zuvor vermissten Elemente zum Ausdruck kommen lässt, so das der bis dahin gewonnene Gesamteindruck nicht sonderlich aufgewertet werden kann.

Trotz all der aufgezählten und unübersehbaren Defizite beinhaltet die Geschichte aber dennoch ihre starken Momente, die nur leider viel zu selten in Erscheinung treten. "Hope Lost" hat somit auch keinesfalls die Thematik verfehlt, aber mangelnde Logik und die immer wieder auftretende Inkonsequenz des Regisseurs verhindern, das beim Zuschauer ein gänzlich überzeugender Gesamteindruck entstehen kann. Für eine einmalige Sichtung ist der Film aber auf jeden Fall geeignet, nur sollte man schon im Vorfeld die eventuell hoch angesetzten Erwartungen ein wenig nach unten schrauben.


Fazit:


Mit etwas mehr Feingefühl und dem Blick für das Wesentliche hätte Petrucci an dieser Stelle einen richtig guten Film abliefern können. Durch etliche nicht erklärbare Fehler hat er seiner Erzählung jedoch selbst viel von ihrer Kraft genommen, so das sich "Hope Lost" letztendlich maximal im breiten Durchschnittsbereich ansiedeln kann und keinen allzu nachhaltigen Eindruck hinterlässt.


5,5/10

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