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Freitag, 27. November 2015

Pound of Flesh






Pound of Flesh
(Pound of Flesh)
mit Jean-Claude Van Damme, Darren Shahlavi, Charlotte Peters, John Ralston, Jason Tobin, Aki Aleong, Kevin Lee, Temur Mamisashvili, Andrew Ng, Adele Baughan, Brahim Achabbakhe, Mike Leeder, Philippe Joly
Regie: Ernie Barbarash
Drehbuch: Joshua James
Kamera: Cliff Hokanson
Musik: Paul Michael Thomas
keine Jugendfreigabe
Kanada / 2015

Der ehemalige Black-Ops-Agent Deacon reist nach Manila, um dort seiner todkranken Nichte eine Niere zu spenden. Am Tag vor der Operation erwacht er benommen und voller Schmerzen in der mit Eis gefüllten Badewanne seines Hotelzimmers. Seine Niere wurde von skrupellosen Organhändlern gestohlen! Um seine Nichte vor dem sicheren Tod zu bewahren, muss Deacon alles dafür tun, das Organ zurückzuholen - doch dafür bleiben ihm keine 24 Stunden Zeit. Die Jagd nach den Dieben führt ihn an die dunkelsten Orte der Stadt: Bordelle, Slums und illegale Fight Clubs... Ein blutiger Wettlauf gegen die Zeit beginnt!


"Als ich 22 war, habe ich mit gebrochenen Beinen die afghanische Wüste durchquert"


Natürlich, wer hat das denn nicht? Diese Frage stellt man sich ganz automatisch, als B-Movie Ikone Jean-Claude van Damme diese Aussage tätigt und damit gleichzeitig unmissvertändlich zum Ausdruck bringt, das man das neueste Werk von Ernie Barbarash (Six Bullets) nicht unbedingt nach seiner Glaubwürdigkeit bewerten sollte. Diese bleibt nämlich ziemlich eindeutig auf der Strecke, andererseits ist es aber auch nur so zu erklären, das Hauptfigur Deacon nur wenige Stunden nachdem man ihm eine Niere gestohlen hat durch Manila zieht, um sich das wertvolle Organ wieder zu beschaffen. Wirkt dieser Aspekt für sich allein schon recht unglaubwürdig, so wird das Ganze noch zusätzlich dadurch verstärkt, das der sichtlich gealterte Van Damme während der wilden Jagd ganz nebenbei Nachtclubs auseinander nimmt und etliche Leutchen durch seine immer noch vorhandenen Kampffähigkeiten über den Jordan befördert. Wie dem aber auch sei, Barbarash hat trotz der mangelnden Logik einen durchweg unterhaltsamen B-Actioner kreiert, der sicherlich nicht zu den schlechtesten Vertretern der belgischen Ikone zu zählen ist.

Die hintergründige Thematik des Organhandels verleiht dem Szenario dabei die richtige Würze, handelt es sich dabei doch um ein Thema, das nicht nur brisant, sondern leider auch immer aktuell ist. Allerdings sollte der Zuschauer keinerlei inhaltliche Tiefe erwarten, denn "Pound of Flesh" legt den Fokus ganz eindeutig auf eine ziemlich temporeiche Erzählung, die mit etlichen durchaus sehenswerten Action Passagen garniert wurde. Die Story an sich ist deswegen auch keinesfalls mehr als eine nötige Ummantelung, reicht aber dennoch vollkommen aus, um eine Laufzeit von immerhin knapp 100 Minuten kurzweilig auszufüllen. Dabei ist man fast selbstverständlich auch sämtlichen Klischees ausgesetzt die man sich nur vorstellen kann, doch ehrlich gesagt fällt das nicht unbedingt negativ ins Auge. Eher das Gegenteil ist der Fall, denn die vorhandenen Zutaten sorgen sogar für einen gelungenen Spannungsaufbau und fördern das Interesse des Betrachters, der von der ersten bis zur letzten Minute voll bei der Sache ist und nur zu gern den gut in Szene gesetzten Ereignissen folgt und dabei von Beginn an seine Sympathiepunkte klar verteilt.

Trotz seines Alters kann Van Damme in vorliegendem Fall noch überzeugen, auch wenn die Kampfszenen sicherlich nicht mehr so häufig in Erscheinung treten, als es noch zu seinen besten Zeiten der Fall war. Doch mit seinen fast 55 Jahren wirkt der Mime noch recht agil, das ansteigende Alter ist ihm auch vielmehr im Gesicht anzusehen. Körperlich jedoch scheint noch alles in Ordnung zu sein und vor allem die Dehnbarkeit seiner Muskelstränge werden hier ein ums andere Mal auf eine harte Bewährungsprobe gestellt, die diese jedoch mit Bravour meistern können. Alles in allem kann man also in der Gesamtbetrachtung von einem durchaus gelungenem B-Movie sprechen, dem es im Prinzip lediglich an der nötigen Glaubwürdigkeit mangelt, wenn da nicht dieses vollkommen überzeugende Ende des Filmes in Erscheinung treten würde. 

Dieses verhagelt einem dann doch ein wenig die gute Laune, denn kitschiger hätte Barbarash das Finale unmöglich gestalten können. Da wird dann dermaßen auf die Tränendrüse gedrückt das es schon auf keine Kuhhaut mehr geht, auf der anderen Seite wird durch diesen Umstand aber noch einmal zusätzlich die Charakterzeichnung von Hauptfigur Deacon unterstrichen, der nämlich die gesamte Laufzeit über als reumütiger Held aufgebaut wird, der die Verfehlungen seiner Vergangenheit um jeden Preis wett machen will. Das mag nicht jedem gefallen, passt aber nahezu perfekt in den gewonnenen Gesamteindruck eines Filmes, der zumindest für Freunde des Actionfilms einen Blick wert sein dürfte. Mir persönlich hat "Pound of Flesh" trotz einiger unübersehbarer Schwächen recht gut gefallen und zählt deshalb auch zu den besseren Van Damme Filmen der letzten Jahre.


Fazit:


"Pound of Flesh" ist sicherlich nicht der absolute Kracher, doch ehrlich gesagt durfte man das auch nicht zwangsläufig erwarten. Vergleicht man das Werk aber beispielsweise mit einigen Steven Seagal Filmen der Neuzeit, so wirkt die vorliegende Geschichte schon fast wie ein absoluter Blockbuster. Letztendlich sollte sich jeder sein eigenes Bild davon machen, doch sehenswert erscheint der Film allemal.


7/10

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