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Donnerstag, 10. Dezember 2015

Mumie des Grauens






Mumie des Grauens
(Day of the Mummy)
mit Danny Glover, William McNamara, Anthony Fanelli, Nimi, Andrea Monier, Philip Marlatt, Tim Maloney, Brandon deSpain, Natalie De Luna, Michael Cortez, Robin Steffen, Eric Young, Brandon Hendrix, Juan Rodriguez
Regie: Johnny Tabor
Drehbuch: Garry Charles
Kamera: Ryan Valdez
Musik: keine Information
FSK 16
USA / 2014

In der Antike wurde Pharao Neferu von seinem Bruder lebendig mumifiziert und bekam dort, wo sonst das Herz sitzt, ein unschätzbar wertvolles Juwel eingesetzt. In der Gegenwart ist der Geschäftsmann Carl Rosencane gierig auf den Klunker und erpresst den Abenteuerarchäologen Jack Wells, ihm das teure Stück vor Ort zu besorgen. Dazu verpasst er Wells eine Kamerabrille, mit der er ständig über den Fortgang der Expedition informiert ist und notfalls selbst eingreifen kann. Doch das beeindruckt den wiedererweckten Neferu wenig.


Nachdem der immer noch recht beliebte Found Footage Film in den letzten Jahren so ziemlich alle Facetten des Horror Genres bedient hat, hat Johnny Tabor für seinen zweiten Spielfilm auf die Figur einer Mumie zurück gegriffen, was von der Grundidee her gar nicht einmal verkehrt ist. Schaut man sich dann jedoch das Ergebnis und die Umsetzung an muss man ernsthafte Bedenken äußern und fragt sich, ob dieser Film eine große Fan Gemeinde finden wird. Zwar sind sämtliche Zutaten durchaus vorhanden, allerdings wurden diese doch ziemlich lieblos zusammen gewürfelt, so das sich kein wirklich überzeugender Gesamteindruck einstellen will. Dabei beginnt die Story mit einer recht vielversprechenden Eröffnung, um danach aber erst einmal über eine halbe Stunde lang regelrecht vor sich hin zu dümpeln. In dieser Zeitspanne werden einem lediglich die viel zu blassen Charaktere oberflächlich vorgestellt und gleichzeitig alle vorstellbaren Klischees präsentiert, die ein Mumien Film beinhalten sollte.

Dennoch entsteht hier zu keiner Zeit ein wirklich ansprechendes Gruselgefühl, stattdessen wird man vielmehr mit nichtssagenden Dialogen überflutet die auf die Dauer eher ermüdend sind. Auch der Found Footage Look, der in diesem Fall durch eine Kamerabrille entsteht wertet den Film keinesfalls auf, denn die ganz augenscheinlich kostengünstige Produktion lässt jegliche Innovation vermissen, da durchaus vorhandenes Potential in keiner Phase ausgeschöpft wurde. Die sogenannte Mumie des Grauens lässt dann auch relativ lange auf sich warten, denn bis auf einen kurzen Moment in der Eröffnungs Sequenz vergeht doch eine geraume Zeit, bevor der Übeltäter überhaupt auf den Plan tritt. So wird man dann auch in der Hauptsache fast ausschließlich mit den manchmal sogar nervenden Figuren allein gelassen und muss sich mit deren untereinander entstehenden Spannungen zufrieden geben. 

Das sorgt dann auch nicht für sonderlich viel Spannung und echter Grusel scheint während der Ereignisse ganz generell ein Fremdwort zu sein. Lediglich in den letzten 20 Minuten der knapp 74 Minuten Laufzeit zieht dann mal ein wenig Tempo in das Geschehen ein und man bekommt zumindest eine kleine Entschädigung für den zuvor gebotenen Leerlauf. Wenn zumindest die Darsteller einen überzeugenden Eindruck hinterlassen würden könnte man so einige andere Schwächen gern einmal übersehen, doch diese passen sich mit ihrem vollkommen uninspiriertem Schauspiel nahtlos dem maximal mittelmäßigem Eindruck an, den man von diesem Film gewinnen kann. "Mumie des Grauens" ist dann wohl auch zu den unzähligen Beiträgen zu zählen, die keinen sonderlich nachhaltigen Eindruck im Gedächtnis des Betrachters hinterlassen und siedelt sich im unteren Durchschnittsbereich an.

Hier bekommt man es einmal mehr mit einer Geschichte zu tun aus der man weitaus mehr hätte heraus holen können. Vielleicht liegt es am offensichtlich niedrigen Budget, eventuell aber auch an der mangelnden Fantasie des Regisseurs, das an dieser Stelle kein besserer Film entstanden ist. Taylor verschenkt einfach zu viel Potential und hat zudem auch noch eine wenig überzeugende Darsteller Riege am Start, als das man dieses Werk bedenkenlos weiter empfehlen könnte. Zur einmaligen Ansicht vielleicht gerade noch geeignet, wird "Mumie des Grauens" aber definitiv nicht in die Riege der wirklich guten Found Footage Vertreter einziehen und deshalb auch relativ schnell in Vergessenheit geraten.


Fazit:


Trotz sämtlicher vorhandener Zutaten kann diese Produktion zu keinem Zeitpunkt wirklich gefallen. Wenn man auf Mumien Filme steht, sollte man viel eher zu den echten Klassikern greifen als zur vorliegenden Produktion. Selbst der gute Boris Karloff erscheint in der heutigen Zeit immer noch gruseliger, als es die "Mumie des Grauens" je sein wird.


3/10

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