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Sonntag, 13. Dezember 2015

Titanium - Strafplanet XT-59






Titanium - Strafplanet XT-59
(Vychislitel)
mit Vladas Bagdonas, Sergey Chikhachyov, Anna Chipovskaya, Vinnie Jones, Aleksey Kolubkov, Kirill Kozakov, Evgeniy Mironov, Irene Muscara, Linda Nigmatullina, Nikita Panfilov, Anna Popova, Pyotr Skovtsov, Ivan Verkhovykh
Regie: Dmitriy Grachev
Drehbuch: Dmitriy Grachev / Aleksandr Gromov / Andrey Kutuza
Kamera: Ivan Gudkov
Musik: Aleksey Aygi
FSK 12
Russland / 2014

Tausend Jahre, nachdem die Menschheit mit edelsten Absichten den Weltraum zu kolonisieren begann, haben sich einige der extraterrestrischen Gesellschaften zu schlimmen Diktaturen gewandelt. Besonders unschön geht es zu auf Planet XT-59, wo die junge Kristina nur wegen unliebsamer Meinungsäußerung mit neun anderen Delinquenten auf einen Todesmarsch durch die Sümpfe zu den angeblichen Inseln der Glückseligkeit geschickt wird. Im Sumpf aber lauern Kreaturen, und auch mit manchen Mitgefangenen ist nicht gut Kirschen essen.


Vor allem in der letzten Zeit sind aus Hollywood diverse SCI/FI Blockbuster auf den Markt gekommen, die selbstverständlich zumeist recht pompös ausgestattet und auf Hochglanz poliert sind. Mit der vorliegenden russischen Produktion offenbart sich dem Zuschauer im Prinzip genau das Gegenteil, denn bei "Titanium - Strafplanet XT-59" handelt es sich vielmehr um ein eher bescheidenes Werk, das jedoch gerade durch diesen Aspekt durchaus zu überzeugen weiß. So bekommt man dann eine recht düster gestaltete Geschichte geliefert, deren visuelle Ausstattung man ohne Weiteres als spärlich bezeichnen kann. Dieser Punkt ist aber auf keinen Fall als negativ zu bewerten, denn Regisseur Dmitriy Grachev unterstreicht damit in seinem zweiten Spielfilm viel eher die trostlose Grundthematik seines Szenarios, wodurch man als Betrachter auch durchgehend mit einem äußerst beklemmenden Gefühl ausgestattet wird. 

Die Schauplätze des Ganzen sind perfekt ausgewählt und fast die gesamte Zeit über spielt sich das Geschehen in einer fast farblosen Einöde ab, die als Oberfläche des Planeten gilt. Dadurch entfaltet sich eine Grundstimmung, in der Dinge wie die absolute Tristesse und Hoffnungslosigkeit breit machen, was sich ganz unweigerlich auch auf einen selbst überträgt. Um keinen Preis möchte man mit den wenigen Protagonisten tauschen, die sich hier in einer scheinbar aussichtslosen Lage befinden und sich zudem auch noch durch diverse "Hahnenkämpfe" selbst bekriegen. Der Verlauf der Erzählung ist zudem auch mit diversen Wendungen angereichert worden, so das im Prinzip zu keiner Zeit wirkliche Langeweile aufkommt. Zwar ist das Werk bis auf wenige Ausnahmen nicht gerade mit Action übersät, doch dafür werden die Abläufe sehr interessant geschildert und die düster-trostlose Atmosphäre tut ihr Übriges, um das Interesse des Betrachters aufrecht zu erhalten.

Positiv überrascht kann man von den vorhandenen Effekten sein, denn auch wenn "Titanium - Strafplanet XT-59" ganz offensichtlich nicht gerade mit einem üppigen Budget ausgestattet wurde, können die FX sich allemal sehen lassen. Man sollte zwar kein Effekt Gewitter erwarten, aber was man hier zu sehen bekommt, hätte man in dieser Qualität nicht zwingend erwartet. Einen kleinen Wermutstropfen findet man dann aber doch und dieser gibt sich zumindest phasenweise im Schauspiel der Akteure zu erkennen. Nun kann man zwar nicht gerade von schlechten Perfomances reden, aber an manchen Stellen wirkt das Ensemble doch ein wenig leblos. An dieser Stelle hätte man sich dann doch etwas mehr Ausdrucksstärke gewünscht, was meiner persönlichen Meinung nach vor allem auf die beiden Hauptfiguren Yan und Kristi zutrifft, die doch ein wenig schauspielerisch limitiert daher kommen.

Manch einer mag das eventuell anders sehen und bis auf diesen einen Punkt hat mir der Film auch richtig gut gefallen. Ganz besonders die dystopische Grundstimmung des Werkes kristallisiert sich als absolute Stärke heraus und man kann sich die ganze Zeit über nicht des Eindruckes erwehren, das eine zentnerschwere last auf den eigenen Schultern liegt und einen regelrecht erdrücken will. Man kann Grachev's Film keinesfalls mit den üblichen Hollywood Blockbustern vergleichen, aber insbesondere darin liegt der große Reiz dieser europäischen Produktion. Ein düsteres Ambiente, gut gelungene Effekte und eine durchgehend spannend erzählte Geschichte bilden einen tollen Gegenpol zu den ansonsten üblichen Genre Kollegen, so das man an dieser Stelle definitiv einen Blick riskieren sollte. Die Meinungen gehen wie immer stark auseinander, aber mich persönlich konnte "Titanium - Strafplanet XT-59" mit einem positiven Gesamteindruck äußerst angenehm überraschen. Wer auch kleinere und etwas ungewöhnliche SCI/FI Filme zu schätzen weiß kann bedenkenlos zugreifen und wird eine Sichtung auch sicherlich nicht bereuen.


Fazit:


Jenseits der großen Produktionen wie beispielsweise "Interstellar" oder auch "Gravity" angesiedelt, serviert Dmitriy Grachev eine eher bescheidene russische Produktion, die bis auf kleinere Mängel im Bereich des Schauspiels einen überdurchschnittlich guten Eindruck hinterlässt. Hinschauen lohnt sich und so manch einer wird vielleicht genau wie ich zu einem stimmigen Gesamteindruck gelangen.

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