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Dienstag, 19. Januar 2016

Das Tier






Das Tier
(The Howling)
mit Dee Wallace, Patrick Macnee, Dennis Dugan, Christopher Stone, Belinda Balaski, Kevin McCarthy, John Carradine, Slim Pickens, Elisabeth Brooks, Robert Picardo, Margie Impert, Noble Willingham, James Murtaugh
Regie: Joe Dante
Drehbuch: John Sayles / Terence H. Winkless / Gary Brandner (Novel)
Kamera: John Hora
Musik: Pino Donaggio
FSK 16
USA / 1981

Fernsehreporterin Karen White ist Köder für den gesuchten Triebtäter Eddie. In einem Sexshop wird Eddie gestellt und niedergeschossen, Karen plagen fortan Visionen und Alpträume. Ein Psychiater rät ihr, in einem Sanatorium Erholung zu suchen. Aber dort werden Karen und ihr Freund Bill schon von einer "Gemeinschaft" erwartet, die Karens schlimmste Träume Realität werden lassen.


Das Sub Genre des Werwolffilms beinhaltet sicherlich jede Menge Beiträge, wobei allerdings nur relativ wenige Filme in Sachen Qualität wirklich hoch anzusiedeln sind. Zu Beginn der 80er Jahre, genauer gesagt im Jahr 1981 erschienen nun mit "Wolfen", "American Werewolf" und eben Joe Dante's "Das Tier" gleich drei Werke, die dem Genre nicht nur neues Leben einhauchten, sondern meiner Meinung nach auch alle zu den besten Werwolfilmen zu zählen sind, die je das Licht der Filmwelt erblickt haben. Den Anfang machte 1981 Dante mit dem vorliegenden Titel, der im Laufe der folgenden Jahre auch noch mehrere Nachfolger auf den Plan rufen sollte, die man jedoch zumeist durchaus vernachlässigen kann. Das hier besprochene Original zählt jedoch nicht ohne Grund zu den absoluten Klassikern, was insbesondere auch den handgemachten Effekten und den damit verbundenen Verwandlungsszenen zu verdanken ist. An dieser Stelle sollte man aber dennoch erwähnen, das die Metamorphose vom Menschen zum Werwolf in meinen Augen nicht an die Qualität heran kommt, die John Landis bei seinem "American Werewolf" an den Tag gelegt hat und die bis in die heutige Zeit für mich unübertroffen ist.

Während Landis eher eine Horror Komödie kreiert hat, schlägt Dante doch viel eher die Richtung der Ernsthaftigkeit ein und bestückt sein Werk so mit einer absolut grandiosen Atmosphäre. Da sich auch etliche Passagen in der Nacht abspielen, verleiht das den Abläufen zudem ein wunderbares Gänsehaut Feeling, das sich auch heute noch ganz unweigerlich auf den Betrachter überträgt. Nun ist das Szenario nicht gerade mit harten und blutigen Sequenzen gespickt und gerade in der ersten Stunde des Filmes wird das Geschehen vielmehr von der erstklassigen Grundstimmung getragen, doch das letzte Drittel beinhaltet dann so manch geniale Szene, die auch in der Neuzeit keinesfalls ihre Wirkung verfehlt. Besonderen Wert legt der Regisseur auf den Aspekt, das die Gemeinschaft der Lykanthropen in der Story ihre ganz eigene Lebensart pflegen und sich dabei in die Gemeinschaft der Menschen intigrieren wollen. Dieser Punkt wird gerade in den letzten Minuten immer mehr in den Vordergrund gerückt, wobei aber gleichzeitig auch die unterschiedlichen Meinungen innerhalb der Gruppe in den Fokus geraten. Der dabei fallende Satz: "Die Bestie kann man nicht zähmen, das ist gegen die Natur" findet dabei eine starke Gewichtung und drückt gleichzeitig auch die Überzeugung der meisten Werwölfe aus.

Während Dante dem Betrachter in den ersten zwei Dritteln seiner Erzählung kaum Härte anbietet, ändert sich das im letzten Teil schlagartig. Die bis dahin zumeist eher ruhige Erzählform erfährt dabei eine ordentliche Temposteigerung und sorgt so auch für einen anständigen Schuss Adrenalin beim Zuschauer. Nun sollte man allerdings kein Feuerwerk an Effekten oder gar eine echte Schlachteplatte erwarten, aber immerhin bekommt man eine der besten Verwandlungsszenen des Sub Genres und einige durchaus blutige Einstellungen zu sehen. Das erscheint auch vollkommen ausreichend, denn "Das Tier" hat sich noch nie über visuelle Gewalt und extreme Brutalität definiert, sondern schon immer die tolle Grundstimmung sowie die gut agierenden Darsteller in den Mittelpunkt gerückt. Zudem ist es Joe Dante absolut fantastisch gelungen, die Ereignisse wirklich durchgehend mit einer unheilvollen Note zu versehen, denn die gesamte Laufzeit über schwingt eine immense Bedrohlichkeit über dem ganzen, die man förmlich greifen kann. 

So entsteht letztendlich ein fast schon herausragender Gesamteindruck, der den im Laufe der Jahre erworbenen Kultstatus des Filmes jederzeit rechtfertigt. Auch wenn das Werk mittlerweile auch schon über drei Jahrzehnte auf dem Buckel hat schaut man es sich immer wieder gern an, denn dieser auf dem Roman "The Howling" von Gary Brandner basierende Film hat überhaupt nichts von seiner vorhandenen Klasse und seinem Reiz verloren. Leider kann man das von den folgenden sechs Teilen der immerhin siebenteiligen Reihe nicht behaupten, wobei die einzelnen Filme generell als eigenständig anzusehen sind. Manch einer wird es sicherlich anders sehen, doch "Das Tier" zählt zu den mit Abstand besten Beiträgen des Sub Genres und ist auch ganz generell ein sehr guter Horrorfilm, den man ohne Weiteres zu den Klassikern zählen sollte.


Fazit:


Ein ordentlicher Cast, eine spannend umgesetzte Geschichte, ein wenig Härte und tolle, handgemachte Effekte ergeben ein jederzeit sehenswertes Gesamtpaket, das Joe Dante vor nunmehr 34 Jahren der Filmwelt präsentiert hat. Dabei handelt es sich um einen der atmosphärisch dichtesten Vertreter überhaupt, was allein schon ein mehr als triftiger Grund für immer neue Sichtungen ist.


9/10

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