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Donnerstag, 7. Januar 2016

June






June
(June)
mit Casper Van Dien, Victoria Pratt, Eddie Jemison, Addy Miller, Kennedy Brice, Aiden Flowers, Lance E. Nichols, Rachel Whitman Groves, Camden Flowers, Carsen Flowers, Cindy Hogan, Juliette Beavan, Kevin Will
Regie: L. Gustavo Cooper
Drehbuch: L. Gustavo Cooper / Sharon Y. Cobb
Kamera: Ryan Patrick Dean
Musik: Juliette Beavan / Sean Beavan
FSK 16
USA / 2015

Als der Mann vom Jugendamt erzählt, dass ihre neue kleine Adoptivtochter June eine unsichtbare Freundin hat, die sie Aer nennt, denken sich die Andersons nicht viel. Schließlich ist es nicht ungewöhnlich, dass ein Kind sich einen Freund erfindet. Doch Aer ist gefährlich. Sie kann sehr böse und furchtbar zornig werden und dann kennt ihre Zerstörungswut keine Grenzen. Was die Andersons nicht wissen: Aer ist keine Fantasie! Sie lebt in Junes Körper. Vom Beginn ihres Lebens an war June dazu bestimmt, das machtvolle dunkle Wesen in sich aufzunehmen. Denn es gibt Menschen, die glauben, dass June ihr Weg zur Erlösung ist …


Manchmal fällt es einem wirklich nicht so leicht, einen Film wirklich objektiv und gerecht zu bewerten. Bei "June", dem zweiten Spielfilm von L. Gustavo Cooper trifft das auf jeden Fall zu, da sich Stärken und unübersehbare Schwächen des Werkes gleichsam die Waage halten. So kommt es im vorliegenden Fall sehr stark auf den persönlichen Geschmack an, denn wer an dieser Stelle ein innovatives Szenario erwartet, wird letztendlich wohl viel eher enttäuscht sein. Anstatt seine Erzählung nämlich mit eigenen Ideen und Ansätzen zu bestücken, hat Cooper sich ganz eindeutig darauf beschränkt, seinen Beitrag mit mehreren Versatzstücken aus bekannten Genre Kollegen zu bestücken. Das Ergebnis erinnert dann an eine Kombination aus "Carrie - Des Satans jüngste Tochter" und "Das Omen", wobei auch noch diverse Anleihen zu anderen Vertretern zu erkennen sind. Das Ganze wurde dann noch zusätzlich mit einem leichten Hauch von SCI/FI angereichert, was teilweise einen leicht unausgegorenen Gesamteindruck entstehen lässt.

Damit wir uns richtig verstehen, "June" ist wahrlich kein schlechter Film, so das auch die größtenteils eher äußerst negativen Kritiken nicht so ganz nachvollziehbar sind. Das Problem der Story liegt ganz einfach darin begründet, das sie aufgrund mangelnder Eigenständigkeit in großen Teilen extrem vorhersehbar ist und so keinerlei echte Überraschungsmomente beinhaltet. Deswegen lässt sich das Ganze aber dennoch gut anschauen, zumal die Protagonisten mit ordentlichem Schauspiel aufwarten und sich trotz der Vorhersehbarkeit der Geschehnisse ein zumindest solider Spannungsbogen aufbaut. Das vorhandene Potential wurde jedoch zu keiner Zeit völlig ausgeschöpft und mit etwas mehr Liebe zum Detail hätte der Regisseur sicherlich noch eine Menge mehr bewerkstelligen können. Die religiöse Hintergrund Thematik kommt beispielsweise nur zu Beginn und ganz am Ende ein wenig in den Vordergrund, hier hätte man sich etwas fundiertere Erklärungen gewünscht. Die gelieferten Erläuterungen sind allerdings zu kurz gehalten, so das an dieser Stelle auch keinerlei inhaltliche Tiefe entstehen kann, die das Gesamtbild doch erheblich aufgewertet hätte.

Anstatt aber die rituelle Sekte und deren Absichten mehr in den Fokus zu setzen, versteift sich Cooper insbesondere im Mittelteil auf einige eher banal erscheinende Passagen und lässt so fast zwangsläufig kleinere Längen auftreten. Der immer mal wieder durchschimmernde Horror wird so zumeist gleich im Keim erstickt und gibt sich leider viel zu selten zu erkennen. Und dennoch strahlt "June" auf seine ganz eigene Art und Weise eine gewisse Faszination aus, vor der ich persönlich mich jedenfalls nicht verschließen konnte. Das mag hauptsächlich in der Person der kleinen Kennedy Brice begründet sein, denn das Mädchen ist für die Rolle der June in meinen Augen ein absoluter Glücksfall gewesen. Dabei kann man noch nicht einmal genau ausdrücken was von dem Mädchen ausgeht, aber es ist eine eigentümliche Aura, die zwischen schüchternen Engel und dem Teufel angesiedelt ist.

Man sollte sich definitiv selbst ein Bild von diesem Film machen, der sicher nicht so schlecht geraten ist, wie manche Kritik es eventuell vermuten lässt. Ein paar eigene Ideen hätten dem Szenario ganz bestimmt gut getan, doch auch in der vorliegenden Form präsentiert sich eine jederzeit sehenswerte Story, der es lediglich an echten Überraschungen mangelt. Ich fühlte mich größtenteils recht gut unterhalten und für eine Sichtung des Werkes kann man ohne Bedenken eine Empfehlung aussprechen. 


Fazit:


Aus "June" hätte mit etwas mehr Mut zu neuen Ansätzen ein absolut toller Film werden können, aber auch so kann das Werk zumindest größtenteils überzeugen. Man sollte nur nichts Neues erwarten, bekommt dafür jedoch einen Mix aus verschiedenen anderen Genre Vertretern serviert, der trotz der relativ leicht zu durchschauenden Abläufe gute Unterhaltung anbietet.


6,5/10

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