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Freitag, 1. Januar 2016

Missing






Missing
(Chariot)
mit Anthony Montgomery, Ian Sinclair, Brina Palencia, Michelle Sherrill, Leslie Hippensteel, Joe Nemmers, David DeLao, Larry Jack Dotson, J. Taylor, Frederic Doss, LeeAnne Locken, Simon Morton, Eric Vale, Everette Scott Ortiz
Regie: Brad Osborne
Drehbuch: Eric Vale
Kamera: Christopher Kingsley
Musik: John Roome
FSK 16
USA / 2013

Sieben sich fremde Leute wachen in einer Boeing 727 auf. Keiner weiß, wie er in das Flugzeug gekommen ist und wohin der Flug gehen soll. Die erste Anspannung schlägt in Panik um, als die unfreiwilligen Flugpassagiere erfahren, dass die Vereinigten Staaten einem massiven Angriff ausgesetzt sind - ganze Städte scheinen vom Erdboden verschwunden zu sein. Bald schon keimt bei den sieben Leuten die furchtbare Gewissheit, dass sie die einzigen Überlebenden sind. Doch eine Frage steht immer noch im Raum: Wo wird der Flug der Boeing 727 sein Ende finden?


Das man auch mit extrem wenig Geld einen richtig guten und spannenden Thriller kreieren kann, stellt vorliegender Film von Brad Osborne ziemlich eindrucksvoll unter Beweis. Mit gerade einmal 42.000 $ ausgestattet, präsentiert sich ein wahrhaft faszinierendes Szenario, das sich lediglich im Inneren einer Boeing 727 abspielt. Durch den begrenzten Schauplatz suggeriert die Geschichte schon von Haus aus eine äußerst beklemmende Grundstimmung, die sich mit zunehmender Laufzeit immer mehr verdichtet und den Betrachter vollkommen in Beschlag nimmt. Diverse Szenen wie beispielsweise die Eingangssequenz rufen Erinnerungen an Stephen King's "Langoliers" wach, wobei die beiden Filme rein inhaltlich in keinster Weise miteinander zu vergleichen sind. "Missing" stellt seine durchgehend mysteriöse Note absolut in den Vordergrund und schafft es dabei mit den einfachsten Mitteln, das absolute Höchstmaß an Spannung zu erzeugen. Zudem schlägt das Geschehen mehrmals eine andere Richtung ein, so das man sich bis kurz vor dem Ende niemals wirklich sicher sein kann, wie sich die Dinge in Wirklichkeit zueinander verhalten. 

Osborne lässt dabei genügend Spielraum für eigene Spekulationen und fügt seiner Erzählung diverse Elemente von Verschwörungstheorien und Gesellschaftskritik bei. Gerade bei der endgültigen Auflösung des geheimnisvollen Geschehens mag manch einer eventuell an der Glaubwürdigkeit des Ganzen zweifeln, aber ehrlich gesagt kann man nicht von der Hand weisen, das ein wie hier dargestelltes Szenario nicht auch in der Wirklichkeit passieren könnte. Ein paar wenige Darsteller, der Innenraum eines Flugzeugs und ein Handy sind die wichtigsten Zutaten dieses Filmes und erscheinen dabei völlig ausreichend, das der Zuschauer die ganze Laufzeit über wie unter Strom steht und dabei der Auflösung des mysteriösen Rätsels regelrecht entgegen fiebert.

Die Akteure machen ihre Sache wirklich gut und man kann so eine intensive Beziehung zu ihnen und der Lage herstellen, in der sie sich befinden. Immer wieder beinhaltet "Missing" dabei diverse Wendungen, wodurch sich die Lage immer wieder ändert. Die durch die Ausgangslage und den Schauplatz vorherrschende Atmosphäre lässt extrem klaustrophobische Züge erkennen, wodurch man sich selbst in etlichen Phasen fast schon ohnmächtig fühlt. Wenn man sich insbesondere in den letzten Minuten in die Lage der Protagonisten hinein versetzt wird man selbst von der Panik erfasst, die im Flugzeug schon seit der ersten Minute vorherrscht. Da die Situation gleichzeitig auch immer aussichtsloser erscheint, macht sich langsam auch Resignation breit und man kann ohne Weiteres erahnen, das man definitiv mit einem flauen Gefühl in der Magengegend aus diesem Werk entlassen wird.

Letztendlich liegt hier meiner Meinung nach ein wahres Paradebeispiel dafür vor, das die Kosten für einen Film recht selten etwas über dessen Qualität aussagt. Wenn ein Regisseur das nötige Gespür für das Wesentliche besitzt und dann auch noch glaubwürdig agierende Darsteller engagiert werden, ist das so manches Mal schon vollkommen ausreichend, um die Nerven des Betrachters knapp 90 Minuten lang ziemlich stark unter Strom zu stellen. In vorliegendem Fall geschieht das definitiv und so kann man für "Missing" auf alle Fälle eine dicke Empfehlung an all jene aussprechen, die einen kleinen, aber sehr feinen Hochspannungs Thriller zu schätzen wissen.


Fazit:


Warum "Missing" in der Hauptsache eher nur mittelmäßige Kritiken erhält entzieht sich meiner Kenntnis. Hier wurde nämlich mit recht spartanischen Mitteln das Maximum heraus geholt, so das man einer Sichtung freudig entgegen sehen kann. Für mich ist diese Produktion eine sehr positive Überraschung, die sich eigentlich keiner entgehen lassen sollte.


8/10

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