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Sonntag, 3. Januar 2016

Rabid






Rabid
(Rabid)
mit Marilyn Chambers, Frank Moore, Joe Silver, Howard Ryshpan, Patricia Gage, Susan Roman, Roger Periard, Lynne Deragon, Terry Schonblum, Victor Desy, Julie Anna, Gary McKeehan, Terence G. Ross, Miguel Fernandes, Robert O'Ree
Regie: David Cronenberg
Drehbuch: David Cronenberg
Kamera: Rene Verzier
Musik: Keine Information
FSK 16
Kanada / 1977

Ein Motorradunfall. Die verletzte Rose ist dabei nur durch eine neuartige, bisher noch nicht angewandte Operationstechnik zu retten. Hautgewebe von ihrem Unterschenkel wird neutralisiert, bevor es auf die Verletzung verpflanzt wird. Während der Neutralisationsphase entstehen allerdings aggressive Mutationsformen der Zelle. Resultat: die Patientin entwickelt einen Durst nach menschlichem Blut. Ihren Opfern, zumeist männlicher Natur, zapft sie das Blut über einen penisförmigen Stachel, der aus ihrer Achselhöhle wächst, ab. Die Opfer werden durch diesen Stich mit dem "Virus" infiziert. Die Symptome sind Schüttelfrost, Schweißausbrüche, aggressives Verhalten, Schaum vor dem Mund. Während der Ausnahmezustand in der Stadt verhängt wird, infiziert Rose weitere Opfer...


Wie schon bei "Shivers" geht David Cronenberg auch in vorliegendem Film konsequent seinen eingeschlagenen Weg weiter, indem er ziemlich aussergewöhnliche und für manch einen auch etwas gewöhnungsbedürftige Horrorfilme kreiert. Auch in dieser Geschichte kommt der entstehende Horror von "innen", denn es handelt sich auch hier um den sogenannten "Body-Horror", der eigentlich durch fast alle Filme des kanadischen Regisseurs sehr intensiv herausgearbeitet wird. Dennoch unterscheidet sich "Rabid" auf gewisse Art und Weise von seinem Vorgänger, denn dieses mal handelt es sich nicht um Parasiten im eigentlichen Sinne, die dafür sorgen, das sich die infizierten Menschen in reissende Bestien verwandeln. In der vorliegenden Story ist es ein mutierter Stachel, der bei der Hauptdarstellerin nach einer Gewebe-Transplantation aus der Achselhöhle wächst und diese dazu zwingt, ihren Opfern Blut abzusaugen, um ihren Hunger nach dem Lebenssaft zu stillen. Das dadurch eine Epedemie ausgelöst wird und immer mehr Menschen von dem Virus befallen werden, versteht sich dabei fast von selbst.

Wieder einmal ist es Cronenberg fantastisch gelungen, eine sehr kühl wirkende Atmosphäre zu schaffen, die teilweise sogar einen sterilen Eindruck hinterlässt. Und gerade dadurch wirkt das Geschehen so extrem bedrohlich und auch realistisch, wodurch das gezeichnete Horror-Szenario einen beklemmend-glaubwürdigen Eindruck hinterlässt, der einem phasenweise das Blut in den Adern gefrieren lässt. Nicht jeder kann mit den Werken von Cronenberg viel anfangen, da seine Filme gerade zur damaligen Zeit recht drastisch und radikal auf gewisse Gremien gewirkt haben. Dazu trägt auch die Tatsache bei, das eigentlich fast immer das Thema Sex in die Geschichten eingebunden ist, auch hier wird man mit viel nackter Haut konfrontiert und es gibt auch ansonsten diverse Anspielungen auf das Thema Sexualität (Frau im Porno-Kino).

Das besonders hervorstechende an diesem Film ist auch wieder das fast apokalyptische Ausmaß, das der Horror annimmt. Wie schon bei "Shivers" verbreitet sich das Grauen auch hier fast lawinenartig und ist nicht mehr in den Griff zu bekommen. Dabei wird das vorhandene Ende der Geschichte wieder weitesgehend offen gelassen, so das man seiner eigenen Fantasie freien Lauf lassen kann und mehrere Interpretationsmöglichkeiten zur Wahl stehen. Die Geschichte endet wie schon beim Erstlingswerk Cronenbergs vollkommen offen und man weiß nicht, ob die Menschen der Situation Herr werden. Ich glaube, gerade darin liegt der besondere Reiz dieser Filme, der ihnen auch ihr hohes Maß an Intensität verleiht. So entfaltet der excellente Spannungsbogen des Filmes auch noch nachhaltig seine Wirkung und zwar im Kopf des Zuschauers, der irgendwie nicht zur Ruhe kommen will und das apokalyptische Szenario weiterleben lässt.

Ich glaube schon, das ein Film wie "Rabid" zur damaligen Zeit vielen Leuten auch eine Art Schock versetzt hat, denn die dargestellte Thematik ist schon recht krass und drastisch dargestellt. Zwar mag gerade der Härtegrad aus heutiger Sicht für viele eher als harmlos gelten, jedoch sollte man hier das Gesamtbild sehen und nicht nur auf die etwas härteren Passagen achten, die nur einen Bruchteil des Härtegrades ausmachen, den dieses Werk in seiner Gesamtheit auslöst. Ein weiterer sehr außergewöhnlicher und intensiver Beitrag aus der Cronenberg-Schmiede, denn man sich keinesfalls entgehen lassen sollte.


Fazit:


"Rabid" ist ein sehr düsteres Filmerlebnis, das eine Horror-Vison zeichnet, die sehr angsteinflössend in Szene gesetzt wurde. Eine kühl und gerade dadurch beklemmend wirkende Atmosphäre tut ihr Übriges dazu, um die Aufmerksamkeit des Zuschauers für sich zu gewinnen. Alle Freunde der Cronenbergschen Werke kommen an diesem Meilenstein des Genres nicht vorbei und werden ihre helle Freude an diesem radikalen und außergewöhnlichen Horrorerlebnis haben.


8/10

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