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Donnerstag, 21. Januar 2016

The Loft






The Loft
(The Loft)
mit Karl Urban, James Marsden, Wentworth Miller, Eric Stonestreet, Matthias Schoenaerts, Isabel Lucas, Rachael Taylor, Rhona Mitra, Valerie Cruz, Kali Rocha, Elaine Cassidy, Margarita Levieva, Kristin Lehman, Robert Wisdom
Regie: Erik Van Looy
Drehbuch: Bart De Pauw / Wesley Strick
Kamera: Nicolas Karakatsanis
Musik: John Frizzell
FSK 16
USA / 2014

Fünf verheiratete Männer teilen sich ein luxuriöses Loft, um dort heimlich ihre Geliebten zu treffen. Alles läuft reibungslos, bis sie eines Morgens im Loft die bestialisch zugerichtete Leiche einer jungen Frau vorfinden. Jeder der fünf Freunde behauptet, nicht zu wissen, wer die Frau ist und wie sie in das Loft gelangen konnte. Doch es gibt nur fünf Schlüssel, von denen jeder der Fünf einen besitzt. Und niemand außer ihnen kannte den geheimen Treffpunkt. Schon bald beschuldigen sich die Männer gegenseitig, das grausame Verbrechen begangen zu haben und es scheint, als wüssten sie viel weniger voneinander, als sie bisher glaubten …


Da geht man völlig nichtsahnend an einen Thriller heran um im nachhinein ziemlich überrascht festzustellen, das diese amerikanische Produktion das mittlerweile schon zweite Remake einer europäischen Produktion aus dem Jahr 2008 darstellt. "Loft - Tödliche Affären" lautet der Titel des belgischen Originals, für das übrigens mit Erik Van Looy der gleiche Regisseur verantwortlich zeichnet. 2010 erschien dann mit "Loft - Liebe, Lust, Lügen" auch noch eine niederländische Variante von Antoinette Beumer, das anscheinend die genau gleiche Geschichte erzählt. Wie dem auch sei, ich sehe es durchaus als Vorteil an, das ich die beiden ersten Auflagen nicht kenne, denn so fällt es doch um Einiges leichter, eine möglichst objektive Bewertung der vorliegenden US - Variante abzugeben, da man nicht ganz automatisch die obligatorischen Vergleiche zu den beiden anderen Versionen ziehen muss. "The Loft" ist jedenfalls ein absolut erstklassiger Vertreter seiner Art, der trotz luxuriöser Schauplätze vielmehr ein schmieriger und fieser Genre Vertreter ist. Schmierig ist in diesem Zusammenhang insbesondere auf die meisten der Haupt Charaktere zu beziehen, denn was sich hier unter dem Deckmantel angeblicher Männerfreundschaften zu erkennen gibt, ist streckenweise schon echt harter Tobak.

Zudem wird von den meisten der männlichen Figuren durchgehend ein extrem abwertendes Frauenbild gezeichnet, denn es wird doch zumeist keinerlei Hehl daraus gemacht, das man das weibliche Geschlecht lediglich als Zeitvertreib und zur Befriedigung des männlichen Sexualtriebes ansieht. Somit ist die Geschichte also schon einmal mit genügend Klischees ausgestattet, die dem Gesamtbild jedoch ungemein zuträglich sind und das Ganze letztendlich sogar noch etwas aufwerten. Im Fokus stehen allerdings dennoch ganz klar die Thriller Elemente, denn hier entwickelt sich von der ersten Minute an ein extrem spannendes und überraschendes Szenario, das in erster Linie durch seine etlichen eingebauten Wendungen überzeugen kann. Dabei bewegt sich die Erzählung auf zwei verschiedenen Zeitebenen, denn einerseits wird der Zuschauer mit Gegenwart konfrontiert, die sich fast ausschließlich mit den Verhören der ermittelnden Polizeibeamten beschäftigt, wohingegen der Löwenanteil der Laufzeit aus Rückblenden besteht, in denen einem die Gesamtzusammenhänge Stück für Stück näher gebracht werden.

Das sorgt für genügend zusätzliche Würze, doch die ganz große Stärke von "The Loft" ist sicherlich darin zu finden, das Van Looy dem Betrachter unzählige Verdachtsmomente präsentiert die genügend Spielraum für etliche Verdächtige anbieten. Im Laufe der Zeit wird immer mehr preisgegeben und gleichzeitig kommen dabei Geheimnisse an den Tag, die viele Vermutungen in Schall und Rauch aufgehen lassen. Und selbst als man im letzten Drittel des Filmes anscheinend die endgültige Lösung serviert bekommt hat der Regisseur noch einen Twist eingebaut, der letztendlich fast alles auf den Kopf stellt. Der Spruch: "Wer solche Freunde hat braucht keine Feinde" ist in der vorliegenden Story größtenteils absolut zutreffend, tun sich doch mit zunehmender Laufzeit immer mehr Abgründe auf, die den Begriff Freundschaft auf eine äußerst harte Bewährungsprobe stellen. Intrigen, Missgunst, Neid und unzählige Lügen sind als Triebfeder auszumachen und lassen diverse Figuren in keinem sonderlich guten Licht dastehen. Es handelt sich hier um ein wirklich intelligentes und teils auch tiefer gehendes Verwirrspiel, an dem Freunde des Thrillers ihre helle Freude haben dürften.

Wie schon kurz erwähnt kann ich den direkten Vergleich zum Original und dem ersten Remake nicht ziehen, aber diese US - Version von "The Loft" hat mir ausnehmend gut gefallen. So sollte ein spannender und auch gut durchdachter Genre Beitrag aussehen, der den Zuschauer fast bis zur letzten Minute mit einem konstant hohen Spannungsbogen konfrontiert. Viele Plot Twists sorgen dabei für etliche Überraschungen und lassen einen auch so manchen der Charaktere im laufe der Zeit aus einem vollkommen anderen Blickwinkel sehen. Eine Sichtung des Filmes ist absolut zu empfehlen und für mich persönlich liegt dabei sogar einer der besten Genre Beiträge der letzten Jahre vor.


Fazit:


"The Loft" beinhaltet wirklich alles was einen guten und gelungenen Thriller ausmacht. Gut agierende Akteure, unzählige Überraschungen und diverse echte Aha-Momente ergeben ein Gesamtbild, das man im Endeffekt nur als vollkommen überzeugend bezeichnen kann.


8/10

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