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Montag, 22. Februar 2016

Das Grauen aus der Tiefe






Das Grauen aus der Tiefe
(It Came from Beneath the Sea)
mit Kenneth Tobey, Faith Domergue, Donald Curtis, Ian Keith, Dean Maddox Jr., Chuck Griffiths, Harry Lauter, Richard W. Peterson, Tol Avery, William Bryant, Del Courtney, Roy Engel, Eddie Fisher, Sam Hayes, Jules Irving
Regie: Robert Gordon
Drehbuch: George Worthing Yates / Harold Jacob Smith
Kamera: Henry Freulich
Musik: Mischa Bakaleinikoff
Freigabe unbekannt
USA / 1955

Ein gigantischer Octopus, der von Menschen aus den Tiefen des Meeres aufgescheucht wurde, ist auf dem Weg nach San Francisco und somit eine große Bedrohung. Ein Kapitän eines Unterseebootes versucht, mit der Hilfe zweier Wissenschaftler, das Ungetüm auf seinem Weg zur Golden Gate Bridge zu stoppen.


Monsterfilme aus den 50er Jahren wirken in der heutigen Zeit wohl kaum noch bedrohlich auf den Zuschauer, sondern bestechen in erster Linie durch ihren ganz eigenen Charme. Wenn sie zudem auch noch mit der berühmten Stop-Motion Tricktechnik von Ray Harryhausen ausgestattet sind, verleiht das dem Ganzen noch einmal einen viel größeren Reiz. Zugegeben, nicht jeder kann etwas damit anfangen, erscheinen die Szenen doch recht dilletantisch und vollkommen antiquiert. Gleichzeitig verleiht diese Technik den damit ausgestatteten Filmen einen herrlich trashigen Anstrich, so das sich auch heutzutage noch eine riesige Fan Gemeinde daran erfreuen kann. Auch das vorliegende Werk zählt zu dieser Gruppe und dürfte wohl als absolute Trash Perle angesehen werden und lässt dabei nicht selten den Eindruck entstehen, das man sich bei Ansicht der Effekte mitten in der Augsburger Puppenkiste befinden würde. Dennoch erzählt der Film eine recht spannende Geschichte, die aber aufgrund der Stop-Motion Technik nicht wirklich ernst genommen werden kann. Zu abstrus erscheinen die Passagen, in denen der Octopus am Werk ist und es fällt manchmal gar nicht so leicht, die Lachtränen zu unterdrücken. 

Als bestes Beispiel dafür dient sicherlich der Versuch des Monsters die Golden Gate Bridge zu zerstören, aber diese Passage wird sogar noch einmal übertroffen, als es unter dem Wasser zur Konfrontation zwischen einem U-Boot und dem riesigen Kraken kommen soll. Das sind aber lediglich zwei stellvertretende Beispiele für ein wahres Sammelsurium an grotesken Einstellungen, an denen echte Liebhaber ihre helle Freude haben dürften. Wem Filme wie beispielsweise "Jason und die Argonauten" oder auch "Kampf der Titanen" (Original) aufgrund der vorhandenen Tricktechnik zugesagt haben, der dürfte bei "Das Grauen aus der Tiefe" vor Begeisterung die Hände über dem Kopf zusammen schlagen.

Im Zusammenspiel mit dem für die damalige Zeit fast üblichen und leicht theatralisch angehauchtem Schauspiel der Akteure ergibt sich so eine absolut einzigartige Mixtur, die dermaßen mit unfreiwilliger Komik angereichert ist, das man es kaum für möglich halten will. Das alles sollte man allerdings immer aus dem Blickwinkel betrachten, das Regisseur Robert Gordon seine Geschichte durchaus ernst erscheinen lassen will und eventuell mag das in den 50er Jahren sogar funktioniert haben. Heute aber handelt es sich lediglich um einen Film mit unglaublich viel Charme und Liebreiz, der aber sicher auch genügend Gegner auf den Plan rufen dürfte. Die Technik Harryhausen's ist nämlich durchaus gewöhnungsbedürftig und dürfte längst nicht den Geschmack von jedem treffen. Wie dem aber auch sei, es wäre endlich einmal an der Zeit, das diese wundervolle Trash Perle auch endlich einmal zu einer deutschen DVD Veröffentlichung gelangen würde, was bisher aber leider noch nicht der Fall ist.

Verdient hätte es "Das Grauen aus der Tiefe" jedenfalls allemal, doch bis dahin kann man sich immerhin an einer UK Doppel DVD erfreuen, die aber komischerweise noch nicht einmal bei der OFDB gelistet ist. Diese Veröffentlichung enthält auch eine deutsche Tonspur und präsentiert den Film sowohl in s/w als auch in der Farbversion und hat zudem sogar noch eine Bonusscheibe mit an Bord.


Fazit:


Ich persönlich liebe diesen herrlich altbackenen Monster Trash und kann dieses unglaublich charmante Filmchen nur jedem ans Herz legen, der auch nur annähernd etwas mit der berühmt-berüchtigten Stop-Motion Tricktechnik anfangen kann. Ein herrlicher Spaß, der auch nach nunmehr sechs Jahrzehnten immer wieder höchst sehenswert daher kommt.


8/10

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