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Samstag, 20. Februar 2016

Der Fluch von Downers Grove






Der Fluch von Downers Grove
(The Curse of Downers Grove)
mit Kevin Zegers, Helen Slater, Lucas Till, Bella Heathcote, Zane Holtz, Penelope Mitchell, Mark L. Young, Tom Arnold, Jacqueline Emerson, Marcus Giamatti, Martin Spanjers, Steven Martini, Lars Slind, Kayla Servi
Regie: Derick Martini
Drehbuch: Derick Martini / Bret Easton Ellis
Kamera: Frank Godwin
Musik: Pinar Toprak
FSK 16
USA / 2014

Downers Grove bei Chicago sieht aus wie ein ganz normaler und durchschnittlicher Vorort aber Downers Grove hütet ein beängstigendes Geheimnis. Seit acht Jahren stirbt jedes Jahr ein High School Absolvent einen bizarren Tod immer kurz vor den Abschlussfeiern. Und dieses Jahr hat Chrissie Swanson das schreckliche und paranoide Gefühl, diejenige zu sein, die sterben muss. Kann Chrissie den Fluch von Downers Grove besiegen oder wird sie sterben?


Ok, die Inhaltsangabe sowie auch der Filmtitel drängen die hier erzählte Geschichte fast zwangsläufig in die Richtung eines Mystery - Horrorfilms, aber nach Beendigung des Filmes muss man als Zuschauer feststellen, das man mit dieser Einschätzung ziemlich eindeutig einem Trugschluss aufgesessen ist. Das ist jetzt aber keinesfalls negativ zu bewerten, denn "Der Fluch von Downers Grove" ist ein wirklich gelungener Beitrag von Derick Martini, der sich allerdings letztlich viel eher als Teenager Drama zu erkennen gibt, als das man ihm dem Horror Genre zuordnen könnte. Das mag bei manch einem eventuell für eine Enttäuschung sorgen, doch ehrlich gesagt haben es die Macher sehr gut verstanden die Erwartungshaltung des Zuschauers fast durchgehend auf die Mystery Schiene zu lenken, denn unterschwellig ist der sogenannte Fluch immer präsent, auch wenn das Hauptaugenmerk der Geschichte auf ganz andere Elemente gerichtet ist. So beginnt das Szenario dann auch gleich mit dem Tod eines Schülers unter mysteriösen Umständen, was dann auch für die richtige Einstimmung sorgt. Dabei verwendet man in den ersten Passagen schwarz weiß Bilder, um dem Ganzen auch noch einen zusätzlich düsteren Anstrich zu verleihen und dieser Schachzug geht zunächst auch durchaus auf.

Nach einigen Minuten weicht man dann jedoch langsam aber sicher von der Fluch Thematik ab, die von nun an auch fast nur noch durch diverse Träume der Hauptdarstellerin und eher hintergründige Kleinigkeiten thematisiert wird. Vordergründig entfaltet sich aber ein interessantes und spannendes Jugend Drama, in deren Mittelpunkt die junge Chrissie steht, die nur mit viel Glück einer Vergewaltigung entgehen kann. Da sie ihrem Peiniger bei ihrer Gegenwehr fast ein Auge ausdrückt, wird sie in der Folge von ihm und seinen Freunden permanent drangsaliert. Das hört sich nun zwar nicht sonderlich spektakulär an und schreit auch nicht unbedingt nach unzähligen Action Passagen, doch Martini hat seine Erzählung äußerst gelungen aufgebaut und lässt insbesondere zum Ende hin eine Menge Steigerungspotential erkennen. Spielen sich die Ereignisse eine geraume Zeit über in einem eher ruhigen, aber dennoch intensiven Rahmen ab, so erfährt das Geschehen beim finalen Showdown eine erhebliche Temposteigerung und wartet dabei auch noch mit mehreren recht heftigen Einstellungen auf, die man in dieser Form nicht wirklich erwarten konnte,

In einem fast schon furiosen Showdown wird dann eine gewisse Verrohung der Jugend thematisiert und bebildert, wobei aber in der Hauptsache ein ordentlicher Schuss Zynismus Einzug in die Abläufe hält. Das Finale hinterlässt einen stellenweise heftigen und gleichzeitig makaberen Eindruck und eine letzte verbale Äußerung der Hauptfigur dient im Endeffekt als Erklärungsversuch für den ominösen Fluch, wobei man diesen auf verschiedene Arten deuten kann. Wie dem aber auch sei, auch wenn "Der Fluch von Downers Grove" nicht den von vielen Leuten erwarteten Horrorfilm darstellt, handelt es sich auf jeden Fall um einen sehr gelungenen Film. Lediglich die in einem Nebenerzählstrang immer wieder auftretenden Beziehungskisten der Hauptfigur nehmen stellenweise etwas zu viel Platz ein und lassen den Erzählfluss an diversen Stellen ein wenig ins Stocken geraten.

Insgesamt gesehen kann man Derick Martini aber ein überdurchschnittlich gutes Zeugnis für diesen Beitrag ausstellen, denn "Der Fluch von Downers Grove" bietet knapp 90 Minuten gute und auch spannende Unterhaltung. Dafür sorgt allein schon die Geschicklichkeit des Regisseurs, der die Erwartungshaltung des Betrachters auf einen Mystery-Horrorfilm am Leben hält, obwohl sich die Geschehnisse eigentlich ziemlich offensichtlich in eine ganz andere Richtung entwickeln. Mir hat dieser Film jedenfalls äußerst gut gefallen und man kann so auch ohne Bedenken eine Empfehlung aussprechen. 


Fazit:


Sicher werden die Meinungen über diesen Beitrag auseinander gehen, wobei etwaige schlechte Kritiken wohl hauptsächlich darin begründet sein dürften, das man letztendlich nicht den Film präsentiert bekommt, den Inhaltsangabe sowie auch der Filmtitel einem suggerieren. Objektiv gesehen bekommt man dafür allerdings ein gelungenes Teenie Drama serviert, das phasenweise sogar ein wenig Tiefgang erkennen lässt.


7/10

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