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Dienstag, 23. Februar 2016

Fear the Walking Dead (Staffel 1)






Fear the Walking Dead
(Fear the Walking Dead)
mit Kim Dickens, Cliff Curtis, Frank Dillane, Alycia Debnam-Carey, Mercedes Mason, Lorenzo James Henrie, Rubén Blades, Elizabeth Rodriguez, Patricia Reyes Spíndola, Shawn Hatosy, Sandrine Holt, Colman Domingo
Regie: Adam Davidson / Kari Skogland / Stefan Schwartz
Drehbuch: Dave Erickson / Robert Kirkman / u.A.
Kamera: Michael McDonough
Musik: Paul Haslinger
keine Jugendfreigabe
USA / 2015
6 Episoden mit einer Laufzeit von knapp 300 Minuten

Highschool-Vertrauenslehrerin Madison Clark und Englischlehrer Travis Manawa haben sich mühsam ein bisschen Stabilität und Alltag innerhalb ihrer Patchwork-Familie aufgebaut. Der eine hat Geheimnisse, der andere läuft vor etwas davon oder möchte seine Vergangenheit hinter sich lassen. Es funktioniert, irgendwie... Plötzlich droht der Ausbruch einer geheimnisvollen Epidemie und langsam beginnt sich die Gesellschaftsstruktur aufzulösen. Die lebenden Toten ergreifen Besitz von der Stadt und eine ausweglose Flucht beginnt. Eine Flucht, die jeden an seine Grenzen treibt...


Als das erste Mal die Nachricht erschien, das mit "Fear the Walking Dead" ein Spin Off zur Mutterserie "The Walking Dead" erscheinen würde, war die Vorfreude bei unzähligen Fans sehr groß. Mittlerweile ist nun die 6 Episoden umfassende erste Staffel erschienen, so das man sich ein erstes Bild über die Serie machen kann, die mit völlig neuen Charakteren besetzt ist und sich zeitlich gesehen vor dem Ausbruch der vernichtenden Zombieseuche ansiedelt. Schauplatz des Ganzen ist die kalifornische Metropole Los Angeles und die Story setzt zu dem Zeitpunkt ein, als die Welt noch ziemlich in Ordnung scheint und lediglich einige wenige Attacken anscheinend kranker Menschen auf die restliche Bevölkerung erfolgen. Aufgrund der Ausgangslage kann man sich also schon denken, das die Serie nicht gleich in die Vollen geht und den Zuschauer mit einem Übermaß an Härte konfrontiert. Das wäre aber auch ehrlich gesagt vollkommen abwegig, denn schließlich soll hier ja eine Entwicklung nachgezeichnet werden, die letztendlich zu der Situation führen soll, in der sich die Akteure der Mutterserie seit einigen Jahren befinden. Freunde rassiger Zombie Action sollten also nicht sofort in Depressionen verfallen, wenn sich an dieser Stelle eher langsam eine äußerst bedrohliche Lage aufbaut, deren Ausmaße zu beginn noch nicht wirklich ersichtlich ist.

Gut Ding will Weile haben und diese Aussage haben sich die Macher des Formates ganz offensichtlich zur Maxime gemacht. In einer zunächst recht ruhigen Erzählweise wird sich genügend Zeit gelassen, die für die Geschichte wichtigen Figuren näher einzuführen. Das ist auch gut so, fällt es doch generell am Anfang noch relativ schwer, eine echte Beziehung zu den neuen Charakteren aufzubauen, da man als Fan von "The Walking Dead" doch viel eher mit Rick & Co. sehr vertraut ist. In vorliegendem Fall steht eine echte Patchwork Familie im Zentrum des Geschehens und man muss sich zunächst in der Hauptsache mit diversen Spannungen auseinandersetzen, die innerhalb des Familien Konstruktes in Erscheinung treten. Erst mit zunehmender Laufzeit zieht langsam aber sicher ein wenig Action in das Format ein, wobei die Steigerung meiner persönlichen Meinung nach sehr gut gewählt ist, denn in der Hauptsache legt "Fear the Walking Dead" das Hauptaugenmerk ganz eindeutig auf die konstante Weiterentwicklung der zu Grunde liegenden Geschichte.

Manch einem mag das zu langatmig erscheinen, doch wenn man einmal ganz ehrlich ist, war die erste Staffel der Mutterserie auch nicht mit übermäßig viel Action ausgestattet. Und so wird man in den ersten Episoden auch zunächst mit einer fast normalen Welt konfrontiert, die nur durch einige kaum zu erklärende Angriffe diverser Menschen gestört wird, auf die sich die meisten Leute zunächst noch keinerlei reim machen können. Nur einige Vorahnungen weniger Personen und diverse Gerüchte machen die Runde, zudem fehlt es auch von Seiten des langsam eingreifenden Militärs am nötigen Informationsfluss, als das sich die Bevölkerung ein genaues Bild von der vorherrschenden Situation machen könnte. Ab der dritten Episode kann man dann eine immer stetiger ansteigende Bedrohlichkeit verspüren, denn mittlerweile sind auch mehrere Schutzzonen errichtet worden, in denen die Bevölkerung hinter eigens errichteten Zäunen regelrecht eingepfercht wird. Langsam aber sicher gelangt man nun auch zu der Erkenntnis, das es sich keinesfalls um eine normale Infektion handeln kann und insbesondere die Hauptfiguren stoßen immer näher an die grausame Wahrheit heran, die kaum noch unter den Tisch zu kehren ist. Ein wichtiger Aspekt ist an dieser Stelle auch das Verhalten des Militärs, das selbstverständlich auch das ein oder andere Klischee auf den Plan treten lässt. Fakten werden nämlich nicht an die Menschen weiter geleitet und größtenteils geben sich die handelnden Soldaten zudem auch als nahezu blinde Befehlsempfänger zu erkennen. So geschieht es dann auch eher zufällig, das die Protagonisten den wahren Plan der Soldaten erfahren und daraufhin ihr Schicksal in die eigene Hand nehmen müssen, um weiterhin ihr Leben zu schützen.

Letztendlich bietet diese erste Staffel genau das was man sich von ihr erwarten und erhoffen konnte, nämlich ein Spin Off das sich in der Hauptsache auf die erzählte Geschichte fokussiert und reißerische Action zuerst einmal etwas in den Hintergrund stellt. Ich finde das gut so, denn nur so ist es auch wirklich möglich, dem Betrachter die Gefühlswelt der Menschen näher zu bringen, die von einem Tag auf den anderen mit einer völlig neuen Welt konfrontiert werden. Dabei steigert sich das Format von Episode zu Episode und baut dadurch eine immer dichtere und extrem bedrohlich erscheinende Grundstimmung auf, der man sich beim besten Willen nicht entziehen kann. Mit der Zeit gewöhnt man sich auch so langsam an die neuen Figuren, wobei es allerdings bestimmt noch eine geraume Weile dauern wird, bis man eventuell die gleichen Sympathiewerte aufbringen kann, die Rick und Konsorten in "The Walking Dead" schon seit längerer Zeit genießen. Auch dieser Punkt ist ganz normal und lässt genügend Spielraum für enormes Steigerungspotential, das auch ganz bestimmt von "Fear the Walking Dead" erwartet werden kann. Die vorliegende erste Staffel ist in sich jedenfalls äußerst gelungen und macht Appetit auf mehr, denn das gerade einmal neu aufgeschlagene Kapitel beinhaltet sicherlich noch etliche weitere Facetten, auf die man sich nur freuen kann. Dabei kann man sich auch sicher sein, das die dieses Mal vielleicht noch etwas enttäuschten Action Junkies auch voll auf ihre Kosten kommen werden, doch zunächst einmal ist hier ein gelungener Einstieg in eine Serie gelungen, von der man hoffentlich noch viel hören und sehen wird.


Fazit:


"Fear the Walking Dead" kann mit der ersten Staffel auf jeden Fall überzeugen und hat dabei genau den richtigen Einstieg in ein Szenario präsentiert, das sich mit den hoffentlich folgenden Staffeln steigern wird. Schade ist eigentlich nur, das hier wie auch schon bei der Mutterserie zunächst erst einmal lediglich 6 Episoden erschienen sind und man nun ungeduldig darauf warten muss, wie sich die Geschehnisse weiter entwickeln.


8/10

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