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Mittwoch, 17. Februar 2016

Fürst der Dämonen






Fürst der Dämonen
(Viy. Vozvrashchenie)
mit Jason Flemyng, Andrey Smolyakov, Aleksey Chadov, Agnia Ditkovskite, Yuriy Tsurilo, Olga Zaytseva, Aleksandr Yakovlev, Igor Jijikine, Valeriy Zolotukhin, Nina Ruslanova, Viktor Bychkov, Ivan Mokhovikov, Anatoliy Gushchin
Regie: Oleg Stepchenko
Drehbuch: Oleg Stepchenko / Nikolai Gogol / Aleksandr Karpov
Kamera: Vladimír Smutný
Musik: Anton Garcia
FSK 12
Deutschland / Großbritannien / Russland / Tschechische Republik / 2014

Im frühen 18. Jahrhundert lässt der britische Kartograph Jonathan die schwangere Ehefrau und den wütenden Schwiegervater zurück und reist mit seiner automatisierten Kutsche in den Wilden Osten, um geografisches Licht in dessen Dunkelheit zu bringen. Nach dem er die Alpen, Transsylvanien und die Karpaten durchquert hat, landet er im Gebiet, wo die Kosaken wohnen. Dort gewinnt er die Freundschaft versprengter Mönche und gerät in ein kleines Dorf, wo eine unheimliche jenseitige Macht die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzt.


"Fürst der Dämonen" ist das recht ambitionierte Werk von Oleg Stepchenko, der mit seiner Erzählung auf die literarische Vorlage von Nikolai Wassiljewitsch Gogol (Wij) eingehen möchte. Dieses Unterfangen gelingt allerdings nur sehr bedingt, denn der an dieser Stelle zu besprechende Film präsentiert vielmehr ein ziemlich buntes Fantasy Spektakel, das jedoch vor allem in visueller Hinsicht sehr zu überzeugen weiß. Dabei merkt man den Ereignissen durchaus das hohe Budget von gut 26.000.000 $ an, die sicherlich hauptverantwortlich dafür zeichnen, das sich dem Zuschauer phasenweise ein regelrechtes Effekt Gewitter offenbart. In dieser Beziehung gibt es also nicht wirklich etwas zu beanstanden, dafür sind die Schwächen des Werkes wohl viel eher im nicht unbedingt gelungenen Drehbuch zu suchen. Dieses erscheint nämlich an etlichen Stellen recht holprig, worunter dann auch ganz automatisch die Erzählweise der Ereignisse zu leiden hat. So fällt es beispielsweise äußerst schwer hier einen wirklich roten Leitfaden durch das Szenario zu erkennen und ständig eingefügte Flashbacks tragen dabei auch nicht zwingend zum besseren Verständnis bei.

So entsteht dann streckenweise auch ein etwas wirrer Eindruck des Ganzen und man muss schon ganz genau aufpassen, um die Zusammenhänge eindeutig zu erkennen. Bei einer Laufzeit von gut 111 Minuten wirkt die Geschichte stellenweise lückenhaft und man wird irgendwie das Gefühl nicht los, das an manchen Ecken und Enden diverse Bruchstücke fehlen. Man sollte an dieser Stelle also keinen zu großen Wert auf eine absolut stimmige und runde Erzählung legen, denn diese kan "Fürst der Dämonen" definitiv nicht bieten. Dafür dürften allerdings die Freunde teils spektakulärer Effekte auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen, denn bei diesem Aspekt hat Stepchenko wirklich reichlich auftragen lassen.

Mir persönlich wäre ein weitaus schlüssigerer Inhalt lieber gewesen, aber manch einer wird sein Hauptaugenmerk wohl vielmehr auf den reinen Unterhaltungswert legen, der dann auch zugegebenermaßen fast durchgehend vorhanden ist. So beinhaltet der Film eine sehr interessante Mischung aus Fantasy und kleineren Anleihen beim Horror Genre, wobei etliche Passagen doch deutliche Ähnlichkeiten mit anderen Genre Vertretern erkennen lassen. Ein wenig "Sleepy Hollow" hier, ein bisschen "Pans Labyrinth" da und dann auch noch eine kleine Prise "Pakt der Wölfe", um nur drei bekanntere Werke aufzuzählen, an denen man sich in vorliegendem Fall offensichtlich orientiert hat. Leider kann "Fürst der Dämonen" aber in Sachen Qualität an keinen der aufgezählten Filme heran reichen, denn dafür mangelt es ganz einfach an der nötigen gradlinigen Erzählung. 

Auch auf darstellerischer Ebene wäre ganz bestimmt mehr möglich gewesen, denn die handelnden Akteure zeigen sich nicht immer von ihrer besten Seite. Zwar kann man die Leistungen keinesfalls als schlecht bezeichnen, doch ein wenig mehr Leidenschaft und Ausdruckskraft hätten mancher Figur ganz bestimmt nicht geschadet. Und so bleibt dieses Werk dann letztendlich leider hinter den Erwartungen zurück die manch einer gehegt hat, denn gänzlich überzeugend ist der gewonnene Gesamteindruck keinesfalls. Zu oft wechseln sich wirklich starke Momente mit unübersehbaren Schwächen im Drehbuch ab, als das man "Fürst der Dämonen" ein durchgehend überzeugendes Gesamtzeugnis ausstellen könnte.


Fazit:


Freunde gut gemachter Effekte und des reinen Unterhaltungswertes sind bei dieser Produktion durchaus gut aufgehoben, Leute mit etwas höheren Ansprüchen könnten eine leichte Enttäuschung erleben. Die Wahrheit liegt wie fast immer irgendwo in der Mitte, so das sich dieser Film auch maximal am oberen Durchschnitt ansiedeln kann.


6/10

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