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Dienstag, 15. März 2016

Berkshire County







Berkshire County
(Berkshire County)
mit Alysa King, Samora Smallwood, Bart Rochon, Aaron Chartrand, Madison Ferguson, Cristophe Gallander, Leo Pady, Robert Nolan, Josee Young, Daphne Moens, Marcus Tarnoy, Daniel Stolfi, Sofia Troop, Michael Lipka
Regie: Audrey Cummings
Drehbuch: Chris Gamble
Kamera: Michael Jari Davidson
Musik: Jim McGrath
keine Jugendfreigabe
Kanada / 2014

Die junge Studentin Kylie Winters durchlebt eine schwere Zeit. Sie wird von ihren Mitschülern aufs Übelste gemobbt: Ein explizites Video von Kylie macht im Internet die Runde und sie zum Ziel von bösen Scherzen. Trotzdem übernimmt Kylie am Halloweenabend einen Babysitterjob in einem abgelegenen Landhaus. Bald schon wandelt sich der Abend in einen terrorgetränkten Albtraum, als sich maskierte Aggressoren Zutritt zum Haus verschaffen. Getrieben von purer Angst beginnt für Kyile der Kampf ums nackte Überleben - eine lange Nacht des Sterbens steht bevor.


In den letzten Jahren hat sich der Home Invasion Thriller sehr stark etabliert und mittlerweile schon ein eigenes Sub Genre mit etlichen Beiträgen gefüllt. Galt seinerzeit Michael Haneke's "Funny Games" durchaus noch als etwas Außergewöhnliches, so ist in letzter Zeit fast schon eine kleine Flut an vergleichbaren Filmen auf uns zugekommen. Mit "Berkshire County" gesellt sich nun ein weiterer Vertreter hinzu, wobei die hier erzählte Geschichte aber nicht an die Qualität eines "Kidnapped", geschweige denn an eben "Funny Games" heran reichen kann. Das macht aber rein gar nichts, denn trotz kleinerer Mankos kann das Langfilm Debüt von Audrey Cummings größtenteils überzeugen. Das macht sich aber in erster Linie keineswegs durch übermäßig placierte Gewaltdarstellungen bemerkbar, wobei man aufgrund des auf dem Blu-ray Cover prangenden Aufdrucks "Uncut Edition" durchaus mit der Erwartungshaltung an einem ziemlich derben Horrorthriller heran gehen könnte. Davon ist aber zunächst weit und breit keine Spur, denn zunächst einmal steht ein mitgefilmter Blow Job im Fokus des Interesses, der Hauptfigur Kylie schwer zu schaffen macht.

So gestaltet sich der Beginn dann auch viel eher wie ein handelsüblicher High School Teeniefilm, was man im nachhinein sogar als glänzende Idee auffassen kann. Wird man doch so zunächst einmal regelrecht eingelullt, um dann später umso intensiver von der entstehenden Bedrohung gepackt zu werden, die sich mit zunehmender Laufzeit immer konstanter aufbaut. Dennoch verzichtet Cummings auch in der Folge zunächst einmal auf visuelle Gewaltspitzen und versucht vielmehr, die Abläufe mit einer dichten und bedrohlichen Atmosphäre auszustatten. Dies gelingt die meiste Zeit über auch ziemlich gut, wobei allerdings gelegentlich doch kleinere Passagen auftreten, die aufgrund ihrer Ereignislosigkeit ein wenig langatmig daher kommen. Dieser Umstand ändert sich aber im letzten Drittel des Filmes fast schlagartig, denn nun erfährt das Geschehen nicht nur eine ordentliche Temposteigerung, es offenbaren sich zudem auch immer mehr Momente, in denen es recht blutig zur Sache geht. An dieser Stelle muss man Cummings dann auch einmal ein kleines Kompliment machen, da auch im Bezug auf den einziehenden Härtegrad ein stetig ansteigender Steigerungsgrad zu bemerken ist. Zwar schlägt einem das Blut nun nicht in wahren Fontänen entgegen, doch die Ereignisse gestalten sich von Minute zu Minute immer blutiger, so das man insgesamt gesehen von einem wirklich angemessenen Härtegrad sprechen kann.

Das größte Mankos des Filmes liegt hingegen darin begründet, das der Zuschauer über die Motive der Aggressoren vollkommen im Dunkeln gelassen wird. An dieser Stelle hätte man sich zumindest einige Informationen gewünscht, allerdings bekommt man noch nicht einmal den Ansatz einer Erklärung geliefert. Ein weiterer Schwachpunkt ist das Verhalten der Polizei, denn dümmer als die zwei auftretenden Beamten kann man sich nun wirklich nicht verhalten. Das soll den ansonsten jedoch ziemlich guten Gesamteindruck lediglich ein wenig trüben, denn insgesamt gesehen handelt es wirklich um einen guten Vertreter des Sub Genres, der hauptsächlich von der vorherrschenden Grundstimmung getragen wird. Diese wird durch die Tatsache, das sich der Großteil der Geschichte in der Nacht abspielt noch zusätzlich hervor gehoben und steht dem gewonnenen Gesamtbild gut zu Gesicht.

Im Endeffekt bietet "Berkshire County" definitiv nichts Neues an der Home Invasion Front, ist aber mit sämtlichen Zutaten ausgestattet die ein Film dieser Machart nötig hat. Für ein Langfilm Debüt präsentiert sich also ein größtenteils äußerst stimmiges Szenario, an dem Freunde des Sub Genres auf jeden Fall ihre Freude haben dürften. Spannung und Nervenkitzel sind jedenfalls vorprogrammiert, so das einer Sichtung des Filmes im Prinzip nichts entgegen stehen dürfte und da es im letzten Drittel auch etwas heftiger zur Sache geht, könnten auch die Freunde der etwas härteren Gangart streckenweise auf ihre Kosten kommen.


Fazit:


Wenn man altbewährte Zutaten zu schätzen weiß und keinerlei innovative Ideen erwartet, dann ist man bei diesem Beitrag bestens aufgehoben. Zwar beinhaltet das Geschehen auch kleinere Defizite, offenbart aber insgesamt gute Genrekost, an der man seine Freude haben kann.


7/10

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