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Montag, 28. März 2016

JeruZalem






JeruZalem
(JeruZalem)
mit Yael Grobglas, Yon Tumarkin, Danielle Jadelyn, Dibi Ben-Yosef, Ido Di Capua, Geri Gendel, Tom Graziani, Fares Hananya, Yoav Koresh, Sarel Piterman, Mel Rosenberg, Ami Smolartchik, Itsko Yampulski
Regie: Doron Paz / Yoav Paz
Drehbuch: Doron Paz / Yoav Paz
Kamera: Rotem Yaron
Musik: keine Information
keine Jugendfreigabe
Israel / 2015

Die jungen Touristen Sarah, Rachel und Kevin wollen in Jerusalem die Nächte durchtanzen und ihr Leben genießen. Während die pulsierende Metropole sie anfangs willkommen heißt, schlägt die Stimmung schnell um: Unheilvolle und unerklärliche Dinge geschehen, bis eines Nachts im wahrsten Sinne des Wortes die Hölle losbricht. Die Apokalypse bahnt sich unaufhaltsam ihren Weg durch die Heilige Stadt, die vom Militär hermetisch abgeriegelt wird. Unbarmherzig gejagt von dämonischen Monstern, müssen die Freunde so schnell wie möglich einen Ausweg finden ...


"JeruZalem" zählt wohl zu den Horrorfilmen des Jahres 2015, die von den Fans am sehnsüchtigsten erwartet wurden. Versprachen die Trailer zu dieser israelischen Produktion doch eine ganze Menge und ließen die Vorfreude auf ein apokalyptisches Szenario im Found Footage Look beim Betrachter in die Höhe schnellen. Insgesamt gesehen kann das Regie Debüt der "Paz Brothers" dann auch einen überzeugenden Eindruck hinterlassen, wobei das in der Hauptsache der wirklich gelungenen zweiten Filmhälfte zu verdanken ist. Diese gestaltet sich nämlich äußerst gut und bietet ein gutes Tempo, etliche bedrohlich anmutende Passagen und eine absolut erstklassige Atmosphäre. Die Zeit davor ist aber leider ein wenig negativ zu betrachten, denn die Einführung in die eigentliche Thematik der Geschichte gestaltet sich ein bisschen zu lang und vertrödelt stellenweise die Zeit mit eher banalen Szenen, die viel mehr an ein Urlaubsvideo, als denn an einen Horrorfilm erinnern würde. So wird man zu beginn mit den für die Abläufe wichtigen Charakteren konfrontiert, wobei ganz besonders die drei Touristen Sarah, Rachel und Kevin im Mittelpunkt stehen. Das ist ja auch nicht weiter schlimm, nur konzentriert man sich in den ersten gut 40 Minuten des Geschehens fast ausschließlich mit typischen Teenager Verhalten und jeder Menge dazu gehöriger Klischees, bevor die bevorstehende Apokalypse dann endlich einmal in den Fokus des Geschehens rückt.

Dabei beginnt "JeruZalem" durchaus interessant und bedient einen mit der Einführungs-Sequenz mit einem Rückblick in das Jahr 1972, der den Zuschauer sofort in die richtige Grundstimmung für das angekündigte Szenario versetzt. Danach verflachen die Abläufe aber erst einmal zusehends, was man jedoch im günstigsten Fall auch ohne Weiteres so deuten könnte, das man den Zuschauer erst einmal in Sicherheit wiegen möchte, bevor über der heiligen Stadt Jerusalem dann im wahrsten Sinne des Wortes die Hölle los bricht. Die Anzeichen für die Apokalypse werden dabei etwas zu sehr im Hintergrund gehalten und lediglich durch diverse Anmerkungen des jungen Kevin thematisiert, dem eine komische Stimmung in der Stadt auffällt. An dieser Stelle hätte man dem Ganzen etwas mehr Intensität verleihen können, andererseits lässt man sich aber von der stellenweise vorhandenen Banalität der Ereignisse regelrecht einlullen, so das einen der abrupte Richtungswechsel des Szenarios mit der Wucht eines Keulenschlages trifft. Nach gut 45 Minuten ist das dann auch der Fall und es ist schlagartig vorbei mit der Urlaubsstimmung und der bis dahin recht heiteren Szenerie.

Von einer Minute zur anderen scheint die Hölle ihre Pforten zu öffnen und wirft den Bewohnern der Stadt dabei geflügelte Dämonen und riesige Monster entgegen. Laut am Anfang gesprochener Dialoge handelt es sich dabei um die Boten der Apokalypse die das Ende der Welt einläuten und von nun an entwickelt sich ein wirklich gelungenes Endzeit Szenario, das auch durchgehend mit der dazu nötigen Atmosphäre ausgestattet ist. Vergessen ist die etwas zu langwierige Einführung, denn nun geht es um das nackte Überleben und man kann die Hauptfiguren auf ihrer temporeichen Flucht durch Jerusalems Altstadt begleiten, wobei sich einem sämtliche Abläufe ausschließlich aus der Ego Perspektive der jungen Sarah präsentieren. Diese hat nämlich vor ihrer Abreise nach Israel von ihrem Vater eine sogenannte "Smart Glasses Brille" geschenkt bekommen, wodurch eben der bei vielen Leuten beliebte Found Footage Look entsteht. Dieser Aspekt verleiht dem Ganzen auch einen besonderen Reiz, ist man selbst doch durch diesen Drehstil fast zwangsläufig viel stärker in die Ereignisse involviert und hegt das Gefühl, selbst anwesend zu sein. Endlich entsteht auch die nötige Intensität und die Geschehnisse entfachen streckenweise eine Wucht, die man sich schon etwas früher gewünscht hätte. Dennoch hätte man die Ereignisse innerhalb der mittlerweile von Soldaten hermetisch abgeriegelten Stadt noch etwas ausführlicher gestalten können, wobei nun auch einige vergeudete Minuten in der ersten Hälfte des Filmes eine stärkere Gewichtung erlangen. Diese hätte man nun nämlich gut gebrauchen können, um dem Zuschauer die Dämonen und Monster ein wenig öfter zu zeigen und auch deren Taten etwas ausführlicher zu beleuchten. Bis auf einige Ausnahmen bekommt man in dieser Beziehung nämlich zu wenig geboten, was den Gesamteindruck des Filmes dann doch ein wenig schmälert. 

Letztendlich hat mir "JeruZalem" in seiner Gesamtheit aber dennoch äußerst gut gefallen, nur wurde von den Regisseuren leider nicht das gesamte Potential ausgeschöpft, das die Erzählung ganz sicher beinhaltet. Etwas weniger Banalität beim Aufbau der Geschehnisse und ein stärker ausgerichteter Fokus auf die eigentliche Kern Thematik hätten zu einem besseren Ergebnis geführt, aber auch in der vorliegenden Form handelt es sich immer noch um einen überdurchschnittlich guten Vertreter. Vielleicht liegt es ja auch an der Unerfahrenheit der "Paz Brothers", das eine wirklich gute Grundidee nicht gänzlich überzeugend in Szene gesetzt wurde, aber für ein Erstlingswerk kann sich "JeruZalem" doch allemal sehen lassen. 


Fazit:


Etwaige Längen im ersten Teil der Geschichte werden durch eine äußerst gelungene zweite Filmhälfte zwar nicht gänzlich ausradiert, doch insgesamt gesehen bekommt man mit "JeruZalem" einen Genre Beitrag geliefert, der mit diversen Abstrichen richtig gute Unterhaltung anbietet. Manchmal ein wenig unausgewogen zeigt sich aber insgesamt ein sehenswertes Spektakel, das seine Stärken ganz eindeutig im zweiten Teil seiner Erzählung beinhaltet.


7/10

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