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Montag, 14. März 2016

Kenau - 300 gegen die Armee Spaniens






Kenau - 300 gegen die Armee Spaniens
(Kenau)
mit Monic Hendrickx, Barry Atsma, Lisa Smit, Matthijs van de Sande Bakhuyzen, Attila Árpa, Sallie Harmsen, Peter Van den Begin, Sophie van Winden, Simon Nader, Anne-Marie Jung, Antoin Cox, Thomas Ryckewaert, Zoltan Papp
Regie: Maarten Treurniet
Drehbuch: Marnie Blok / Karin van Holst Pellekaan
Kamera: keine Information
Musik: Zsófia Tallér
FSK 16
Niederlande / 2014

1572 liegt die holländische Festung Haarlem unter Belagerung der spanischen Armee mit Don Fadrique, dem Sohn des Herzogs von Alba, als ihren Kommandanten. Nach monatelangen heftigen Kämpfen, soll es zur entscheidenden Schlacht kommen. Angetrieben durch tiefste Trauer und Hass, genährt durch die Hinrichtung ihrer jüngsten Tochter, führt Kenau eine letzte Gruppe von 300 in einen letzten, schweren, heftigen und heldenhaften Kampf. Eine Schlacht, die mit entscheidend für die Unabhängigkeit Hollands werden sollte.


Gerade unter den Historienfilmen gibt es genügend Beiträge die absolut sehenswert sind und es ist immer eine tolle Sache, wenn die Anzahl um einen weiteren Beitrag erhöht wird. Mit "Kenau - 300 gegen die Armee Spaniens" liegt nun ein Stück europäische Geschichte vor, denn Regisseur Maarten Treurniet widmet sich in seiner Erzählung der Figur von Kenau Simonsdochter Hasselaer und behandelt dabei thematisch die Schlacht um die niederländische Stadt Haarlem im Jahre 1572. Ehrlich gesagt bin ich ohne jegliche Erwartungen an diesen Film heran gegangen, was sicherlich auch in der Tatsache begründet ist, das mir der historische Hintergrund des Szenarios bisher nicht bekannt war. Umso erstaunter war ich über das Gesehene, denn Treurniet hat hier für niederländische Verhältnisse ein wahrhaft episch anmutendes Stück Film auf den Weg gebracht, dessen Faszination von der ersten Minute an auf den Zuschauer überspringt. Natürlich merkt man dem Film an das hier ganz offensichtlich nicht das Budget eines Hollywood Blockbusters zur Verfügung stand, aber die Inszenierung kann sich dennoch jederzeit sehen lassen.

Meiner persönlichen Meinung nach kommt es der Geschichte sogar eher zu Gute, das nicht unzählige Millionen zur Verfügung standen, denn so hinterlässt das Ganze doch einen weitaus authentischeren Eindruck, als es bei so manchen künstlich aufgeblähten Werk aus der amerikanischen Traumschmiede der Fall ist. Insbesondere in optischer Hinsicht weiß "Kenau" vollends zu überzeugen, denn es präsentiert sich nicht wie so oft ein auf Hochglanz poliertes Geschehen, vielmehr hat man auf eine eher nüchterne visuelle Darstellung gesetzt, um einem die Abläufe möglichst glaubwürdig zu präsentieren. Dieses Vorhaben ist hervorragend gelungen, denn sowohl die Schauplätze, die Kostüme und auch die Kulissen vermitteln den Eindruck, das man sich durchaus im späten 16. Jahrhundert befinden könnte. Für die Authentizität des Gesamtbildes ist dieser Aspekt ungemein wichtig, entsteht so doch eine viel höhere Identifikation mit den Abläufen, die übrigens auch ungemein spannend ins Bild gesetzt wurden.

Natürlich wird das Hauptaugenmerk der Geschichte in erster Linie auf die Hauptfigur gelegt und Darstellerin Monic Hendrickx gibt an dieser Stelle eine wirklich imponierende Performance zum Besten. Dennoch werden die anderen für die Geschichte wichtigen Personen keinesfalls vernachlässigt, denn Treurniet hat genau den richtigen Weg gewählt, damit sämtliche Hauptfiguren eingehend beleuchtet werden und so auch richtig zur Entfaltung kommen können. Man kann sich also im Bezug auf die dargebrachten Leistungen auf keinen Fall beschweren und ebenso verhält es sich auch mit den enthaltenen Kampf-und Schlachtszenen, die dieser tolle Filme übrigens auch zur Genüge beinhaltet. Das Schöne dabei ist, das sich kein vollkommen unglaubwürdiges und total überladenes Action Spektakel entwickelt, sondern vielmehr absolut sehenswerte Kampfeinlagen, die man sich in der hier gezeigten Form auch durchaus glaubhaft vorstellen kann. Diese ganzen positiven Gesichtspunkte machen "Kenau - 300 gegen die Armee Spaniens" zu einem sehr sehenswerten Stück Film, in dem einem ein wichtiger Bestandteil der niederländischen Geschichte offeriert wird.

Insgesamt gesehen gibt es an diesem Beitrag wirklich nichts auszusetzen und einmal mehr kommt hervorragend zum Ausdruck, welche Stärken doch das europäische Kino beinhaltet. Fernab der pompösen Blockbuster aus Amerika besinnt man sich im vorliegenden Fall mehr auf eine realistische Umsetzung von Ereignissen, als das man die Geschichte künstlich mit teuren Effekten anreichert. Das macht "Kenau" umso sympathischer und so ist der Film dann auch definitiv jedem zu empfehlen, der eine gut inszenierte europäische Geschichtsstunde zu schätzen weiß.


Fazit:


Das dieses Werk in den Niederlanden an den Kinokassen ein Schlager war ist absolut nachzuvollziehen, denn Maarten Treurniet hat genau die richtige Mischung gefunden, um geschichtliche Elemente mit denen des Action-und Abenteuer Filmes zu kombinieren. Das Ergebnis kann sich jederzeit sehen lassen und bietet knapp zwei Stunden spannende und kurzweilige Unterhaltung.


8/10

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