Follower

Sonntag, 17. April 2016

Big Game







Big Game
(Big Game)
mit Samuel L. Jackson, Onni Tommila, Ray Stevenson, Victor Garber, Mehmet Kurtulus, Ted Levine, Jorma Tommila, Risto Salmi, Felicity Huffman, Jim Broadbent, Rauno Juvonen, Jaymes Butler, Jason Steffan
Regie: Jalmari Helander
Drehbuch: Jalmari Helander / Petri Jokiranta
Kamera: Mika Orasmaa
Musik: Juri Seppä / Miska Seppä
FSK 12
Deutschland / Finnland / Großbritannien / USA / 2014

Der 13-jährige Oskari muss, so verlangt es die Tradition, eine Nacht alleine in den finnischen Bergen verbringen und mit Pfeil und Bogen ein Tier erlegen. Schafft er das, hat er bewiesen, dass er nun ein ganzer Mann ist. Während seiner Mission wird über ihm die Air Force One von Terroristen abgeschossen. Der US-Präsident kann sich in letzter Minute in eine Rettungskapsel flüchten, wo der Junge ihn findet. Bald sind die beiden selbst Beute, denn die zu allem entschlossenen Attentäter setzen sich auf ihre Spur.


Es ist nicht immer zwingend erforderlich das ein Film vor Innovation und neuen Ideen strotzt, um dem Zuschauer richtig gute Unterhaltung anzubieten. Daran hält sich auch Jalmari Helander (Rare Exports) mit seinem neuesten Werk "Big Game", in dem ein weiteres Mal ein US - Präsident zum Opfer eines terroristischen Aktes wird, wie man es beispielsweise schon in Filmen wie "Die Klapperschlange" oder auch "Air Force One" gesehen hat um nur zwei von vielen Beispielen aufzuführen. In vorliegendem Fall nimmt Samuel L. Jackson die Rolle des mächtigsten Mannes der freien Welt ein und in groben Zügen ähnelt die vorliegende Geschichte dann auch diversen anderen Genre Vertretern. In einem nicht unwichtigen Detail weicht das Szenario aber doch ziemlich erheblich von bekannten Storys ab, denn während der Präsident ansonsten fast immer Hilfe von draufgängerischen Kämpfernaturen erhält, steht im dieses Mal ein kleiner finnischer Junge zur Seite, der eigentlich in den Wald ausgeschickt wurde, um dort durch ein Jagd Ritual seine Männlichkeit zu erhalten.

Im Großen und Ganzen handelt es sich hier um eine Kombination aus Action-und Abenteuerfilm, wobei die Geschichte auch dezente Züge des Coming of Age Filmes zum Vorschein kommen lässt. Diese Mixtur kann sich wirklich sehen lassen und ist zudem unglaublich kurzweilig ins Bild gesetzt worden. Vor einer malerischen Berglandschaft spielen sich dabei zugegebenermaßen diverse Ereignisse ab, die man definitiv nicht nach ihrer Glaubwürdigkeit bewerten sollte. Diese ist nämlich größtenteils nicht vorhanden und so manche Passage erscheint dann fast schon etwas zu sehr an den Haaren herbei gezogen. Das ändert aber rein gar nichts am Unterhaltungswert eines Filmes, der außerdem auch an der ein oder anderen Stelle einen herrlich naiven und kindlichen Charme an den Tag legt. So entsteht beispielsweise in der ersten Filmhälfte sogar eine gewisse Lagerfeuerromantik, als der Präsident und sein kleiner Retter in einer sternenklaren Nacht in den Bergen am Lagerfeuer sitzen und gegenseitig Geschichten zum Besten geben.

Aufgrund der gegebenen Situation das sich die beiden auf der Flucht vor den Terroristen befinden erscheint dieser Umstand schon fast absurd, verleiht dem Ganzen aber gleichzeitig auch einen unglaublichen Charme. Helander lässt in diesen Phasen ein feines Gespür erkennen, indem er seine Story keinesfalls auf reißerischer und überzogener Action aufbaut, sondern stattdessen immer wieder mit Elementen aus verschiedenen Genres spielt, deren Mischung beim Zuschauer auf sehr viel Wohlgefallen stößt. Einerseits weckt das Szenario in einem die Abenteuerlust, um dann immer wieder mit vollkommen überzogenen Situationen aufzuwarten. Zu guter letzt weckt das Ganze jedoch auch eigene Kindheitsträume, denn wer von uns wollte im Alter von 13 Jahren nicht auch ein echter Held sein. Zu einem solchen kristallisiert sich mit zunehmender Laufzeit nämlich der kleine Oskari heraus, der in diesem streckenweise hanebüchenen Spektakel zum absoluten Sympathieträger aufsteigt. Wie er beispielsweise eine alte Gefriertruhe zum Lebensretter umfunktioniert zeugt schon von einem großen Ideenreichtum und die Umsetzung dieser fast schon grotesk anmutenden Idee erinnert schon ein wenig an einen Film wie "Indiana Jones und der Tempel des Todes", in dem anstelle einer Gefriertruhe ein altes Schlauchboot herhalten musste.

Man merkt also ziemlich eindeutig, das "Big Game" eher selten den Anspruch auf Glaubwürdigkeit legt, sondern vielmehr beste und unglaublich charmante Unterhaltung darstellt, an der man sich so richtig erfreuen kann. Und so bekommt man dann auch knapp 80 Minuten Kurzweil präsentiert, in der ein kleiner Junge dem bekannten Samuel L. Jackson absolut die Show stiehlt und zum strahlenden Helden avanciert. Wer also altbekannte Zutaten in einer manchmal skurrilen Mischung zu schätzen weiß dürfte an diesem Film kaum vorbeikommen. 


Fazit:


"Big Game" ist wahrlich kein Überflieger, versteht es aber absolut glänzend, den Betrachter durchgehend gut zu unterhalten. Eine Sichtung des Filmes ist also definitiv empfehlenswert, allerdings sollte man keinen gesteigerten Wert auf Logik Glaubwürdigkeit stellen, denn diese Dinge sind eher selten zu erkennen.


7/10

Keine Kommentare: