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Donnerstag, 21. April 2016

Bus 657






Bus 657
(Heist)
mit Gina Carano, Robert De Niro, Jeffrey Dean Morgan, Dave Bautista, Kate Bosworth, Mark-Paul Gosselaar, Morris Chestnut, D.B. Sweeney, Summer Altice, Alyssa Julya Smith, Lydia Hull, Joshua Mikel, Courtney B Turk
Regie: Scott Mann
Drehbuch: Stephen Cyrus Sepher / Max Adams
Kamera: Brandon Cox
Musik: James Edward Barker / The Despic
FSK 16
USA / 2015

Vaughn braucht dringend 300.000 $, um die lebensrettende Operation für seine Tochter zu bezahlen. Sonst wird die Klinik die Behandlung seines kleinen Mädchens abbrechen. Aber wie soll einer, der am Black-Jack-Tisch arbeitet, so viel Geld auftreiben? Casinoboss Frank schmeißt ihn jedenfalls achtkantig raus, als er ihn um Hilfe bittet. Da macht sich Cox vom Sicherheitsdienst an Frank heran. Der gut gefüllte Casinotresor lockt ihn. Vaughn wollte eigentlich nie mehr krumme Dinger drehen, aber für sein Kind ... Der hastig geplante Job läuft gewaltig aus dem Ruder und die Männer finden sich mit der Beute und einer Handvoll Geiseln in einem öffentlichen Bus wieder. Eine nervenzerfetzende Jagd beginnt, bei der wirklich alles anders kommt als erwartet ...


Wieder einmal steht ein entführter Bus im Mittelpunkt eines Action Thrillers und ganz unweigerlich denkt man als Zuschauer bei dieser Ausgangslage an Jan de Bont "Speed" aus dem Jahr 1994. Sicherlich sind bei "Bus 657" auch durchaus diverse Ähnlichkeiten zu diesem Werk vorhanden, allerdings sollte man keinesfalls die gleiche Qualität, geschweige denn einen gesteigerten Actiongehalt erwarten. Hier handelt es sich vielmehr um einen ordentlichen B-Movie, der unter der Regie von Scott Mann (The Tournament) entstanden ist und eine recht interessante Geschichte erzählt, der sich jedoch im Bezug auf die vorhandene Action im eher ruhigen Fahrwasser ansiedelt. Dennoch beinhaltet die Story zumindest streckenweise ein ordentliches Tempo, legt allerdings ihr Hauptaugenmerk vielmehr auf das Schicksal seiner Hauptfigur Vaughn, der gleichzeitig auch trotz seiner kriminellen Tat ganz eindeutig als Sympathieträger des Szenarios anzusehen ist. Begründet ist dies in seinem Motiv für den Überfall auf das Casino seines Arbeitgebers, in dessen Rolle Schauspiellegende Robert De Niro zu sehen ist, der trotz eher geringer Spielanteile eine Kostprobe seines schauspielerischen Könnens abliefert.

Im Grunde genommen verläuft die Erzählung äußerst gradlinig und beinhaltet keine echten Höhepunkte. Die wenigen Action Passagen sind ordentlich in Szene gesetzt worden, wobei man aber bis auf kleinere Verfolgungsjagden und diverse Schießereien keine echten Highlights erwarten sollte. Man bewegt sich in vorliegendem Fall in einem sehr soliden Rahmen und bekommt vor allem ein überzeugendes Schauspiel der Protagonisten geboten. In diesem Bezug gibt es nämlich überhaupt nichts zu meckern, denn sämtliche Akteure erscheinen spielfreudig und hinterlassen einen sehr authentischen Eindruck beim Betrachter. Während Scott Mann einen größtenteils ohne jegliche Schnörkel durch seine Geschichte führt, hat der gute Mann im finalen Showdown dann doch noch einen ordentlichen Plot Twist eingebaut, den man nicht zwangsläufig vorhersehen konnte. Das sorgt zum Schluss hin dann doch noch für einen kleineren Höhepunkt und rundet das insgesamt sehenswerte Gesamtbild stimmig ab.

Mit der richtigen Erwartungshaltung an "Bus 657" kommt man sehr wohl auf seine Kosten, denn auch wenn der Film keinesfalls ein Feuerwerk an spektakulären Szenen anbietet, offenbart sich insgesamt äußerst kurzweilige und gute Unterhaltung. Insbesondere das letzte Drittel des Filmes mit der doch etwas überraschenden Wendung fällt dabei positiv ins Auge und ordnet das gewonnene Gesamtbild etwas oberhalb des üblichen Durchschnitts an. Auch die Leistung des in die Jahre gekommenen Robert De Niro ist meiner Meinung nach besonders zu erwähnen, denn nachdem der gute Mann zuletzt doch eher in Rollen zu sehen war die kaum die Möglichkeit für schauspielerische Glanzleistungen boten, ist in vorliegendem Fall zumindest ansatzweise das große Können des Darstellers zu erkennen. Die Rolle des skrupellosen und zwielichtigen Casino Bosses ist ihm wie auf den Leib geschneidert und erinnert teilweise an vergangene Tage, in denen De Niro einen immer wieder mit seinen Leistungen beeindrucken konnte.

Insgesamt gesehen ist "Bus 657" also sicherlich kein überragender Beitrag, stellt aber einen sehenswerten B-Movie dar, an dem man durchaus seine Freude haben kann. Eine interessante Geschichte, gute Schauspieler, einpaar nette Action Szenen und eine gelungene Wendung am Ende sind dabei absolut ausreichend um für ein gutes Filmerlebnis zu sorgen. Es müssen eben nicht immer die ganz großen und opulent ausgestatteten Produktionen sein, manchmal reichen auch kleinere Filme definitiv aus, um den Zuschauer durchgehend bei Laune zu halten.


Fazit:


Sechs Jahre nach dem fulminanten "The Tournament" wartet Scott Mann nun mit seinem "Bus 657" auf und präsentiert dabei seinen erst zweiten Spielfilm. Und auch wenn das neue Werk keinesfalls den Actiongehalt des sechs Jahre zurückliegenden Filmes beinhaltet, bekommt der Zuschauer ordentliche Filmkost serviert, für die man ohne Weiteres eine Empfehlung aussprechen kann.


7/10

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