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Dienstag, 26. April 2016

Dame, König, As, Spion (Mini Serie)






Dame, König, As, Spion
(Tinker Tailor Soldier Spy)
mit Alec Guinness, Michael Jayston, Anthony Bate, George Sewell, Bernard Hepton, Ian Richardson, Hywel Bennett, Terence Rigby, Ian Bannen, Michael Aldridge, Alec Sabin, Alexander Knox, Duncan Jones, Daniel Beecher
Regie: John Irvin
Drehbuch: Arthur Hopcraft / John le Carré
Kamera: Tony Pierce-Roberts
Musik: Geoffrey Burgon
FSK 12
Großbritannien / 1980
TV - Mini Serie

Control, der Chef des britischen Geheimdienstes ist überzeugt, dass sich im "Circus", dem Zentrum seiner Organisation, ein Maulwurf, ein Verräter, ein Agent der Russen befindet. Nachdem Control erfahren hat, dass der tschechische General Stevcek, einer der führenden Männer der östlichen Geheimdienste, bereit ist, Aussagen über deren Aktivitäten zu machen, setzt er eine geheime Aktion in Gang, die "Operation Testify". Jim Prideaux, einer von Controls vertrauenswürdigsten Agenten, soll in die Tschechoslowakei reisen, um mit Stevcek zu sprechen. Control ist sich sicher, dass Stevcek die Identität des Maulwurfs kennt. Fünf leitende Mitarbeiter des Circus stehen in dem Verdacht, der Maulwurf zu sein. Für den Fall, dass Prideaux während seiner gefährlichen Mission in Schwierigkeiten gerät, verabredet Control mit ihm für die fünf Männer Codenamen: Percy Alleline - Codename: As; Bill Haydorn - Codename: König; Roy Bland - Codename: Dame; Toby Esterhase - Codename: Bube; George Smiley - Codename: Zehn. Nur dieser Codename müsse ihn erreichen, schärft Control Prideaux ein, wenn dieser in Schwierigkeiten kommen sollte und er untertauchen müsse ...


Diese britische Mini Serie in 7 Teilen a ca. 45 Minuten beruht auf dem gleichnamigen Roman von John le Carré und dürfte wohl definitiv als Spionagefilm der klassischen Art eingestuft werden. Den Vergleich mit Agenten Serien im Stil von "Spooks - Im Visier des MI5" oder gar "24" sollte man also keinesfalls ziehen, denn fallen die genannten Formate in erster Linie durch eine temporeiche und mit Action durchzogene Erzählweise auf, so präsentiert sich im vorliegenden Fall eine eher sehr ruhig gestaltete Geschichte. Das Ganze ist extrem dialoglastig und zudem tief ineinander verschachtelt und insbesondere in den ersten beiden Episoden muss man schon ganz genau aufpassen, um die Zusammenhänge nicht aus den Augen zu verlieren. Das mag nun eventuell manch einen eher abschrecken, doch Freunde klassischer Agenten Kost dürften durchgehend auf ihre Kosten kommen, denn obwohl das Geschehen stellenweise ein wenig zäh erscheinen mag, zieht sich ein konstanter Spannungsbogen durch das gesamte Szenario.

Zudem ist die Serie mit äußerst stark aufspielenden Darstellern besetzt, wobei Alec Guiness mit seiner ausdrucksstarken Performance wohl am stärksten ins Auge stechen dürfte. Aber auch bei seinen Kollegen gibt es keinerlei Grund zur negativen Kritik, so das man die gezeigten leistungen als uneingeschränkt gut bezeichnen kann. Dieser Punkt trägt auch maßgeblich dazu bei, das man als Zuschauer trotz fehlender Action und einem sehr ruhigen Erzähltempo interessiert bei der Sache bleibt, denn größtenteils erscheint einem "Dame, König, As, Spion" schon fast wie ein Kammerspiel mit mehreren Personen und mit einer solchen Inszenierung weiß schließlich nicht jeder etwas anzufangen.

Man sollte also ganz genau wissen, auf welche Art von Format man sich an dieser Stelle einlässt, denn aus heutiger Sicht wirkt das Ganze eventuell ein wenig veraltet und fast schon antiquiert, aber dennoch hinterlässt die Story gerade aufgrund der Zeit des kalten Krieges einen ungemein authentischen Eindruck. Man darf also keinesfalls die Maßstäbe der heutigen Zeit anlegen, in der thematisch ähnlich gelagerte Formate nur so vor Aktionismus strotzen. Diese Zutat fehlt hier nämlich gänzlich, wobei das keinesfalls als negativer Kritikpunkt anzusehen ist. Regisseur John Irvin bewegt sich mit seiner Erzählung viel eher äußerst nahe an der Romanvorlage und lässt dabei auch eine inhaltliche Tiefe an den Tag treten, die dem Gesamteindruck sehr zuträglich ist.

Letztendlich muss sich jeder selbst ein Bild von der gut erzählten Geschichte machen, die zwar im Gegensatz zu heutigen Werken eher trocken daher kommt, es aber trotzdem fast spielerisch versteht, den Betrachter in ihren Bann zu ziehen. Die Frage nach der Identität des Maulwurfs hält einen dabei durchgehend bei der Stange und der klassische Aufbau des Szenarios tut sein Übriges, um das Interesse des Zuschauers jederzeit aufrecht zu halten.


Fazit:


"Dame, König, As, Spion" ist zeitlich gesehen in der Ära des kalten Krieges angesiedelt und das merkt man der Story auch jederzeit an. Ich persönlich habe das als sehr angenehm empfunden, denn hier wird mehr auf inhaltliche Tiefe, als auf spektakuläre Action gesetzt. Gerade in der heutigen zeit ist ein solcher Klassiker eine willkommene Abwechslung und Freunde der Agenten Thematik sollten sich diese Veröffentlichung keinesfalls durch die Lappen gehen lassen.


8/10

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