Follower

Sonntag, 24. April 2016

I Spit on Your Grave 3






I Spit on Your Grave 3
(I Spit on Your Grave 3)
mit Sarah Butler, Jennifer Landon, Doug McKeon, Gabriel Hogan, Harley Jane Kozak, Michelle Hurd, Russell Charles Pitts, Walter Perez, Karen Strassman, Christopher Hoffman, Megan Raich, Andrew Dits, Adam Dunnells
Regie: R.D. Braunstein
Drehbuch: Daniel Gilboy
Kamera: Richard J. Vialet
Musik: Edwin Wendler
ungeprüft
USA / 2015

Jennifer Hills (Sarah Butler) wird noch immer von den grausamen Erinnerungen ihrer brutalen Vergewaltigung gequält, die sie vor Jahren erleiden musste. Nun ist sie in eine neue Stadt gezogen, hat ihre Identität gewechselt und besucht eine Selbsthilfe-Gruppe, um ein neues Leben zu beginnen. Dabei hilft ihr auch ihre neue beste Freundin Marla, die ihr mit ihrer positiven Art wieder Sinn im Leben gibt. Als Marla eines Tages von ihrem Ex-Freund brutal ermordet wird und dieser auch noch aus Mangel an Beweisen nicht verhaftet werden kann, beschließt Jennifer, ihre Freundin zu rächen. Doch auch in ihrer Selbsthilfegruppe häufen sich immer mehr Missbrauchsfälle, deren Täter es zu stoppen gilt. Und somit begibt sich Jennifer Hills erneut auf einen blutigen Rachefeldzug.


Nun geht es also in die mittlerweile dritte Runde der Rape and Revenge Reihe und nachdem "I Spit on Your Grave 2" als eigenständiger Film zu betrachten ist, knüpft die hier erzählte Geschichte an den ersten Teil von Steven R. Monroe an. Dieser zeichnet allerdings nicht mehr für die Regie verantwortlich , denn dieses Mal hat man R.D. Braunstein verpflichtet, was sich aber keinesfalls nachteilig bemerkbar machen soll. Jennifer Hills lebt mittlerweile unter anderem Namen in einer Großstadt und hat immer nach mit dem Trauma ihrer brutalen Vergewaltigung zu kämpfen. Um dieses zu bewältigen ist sie bei einer Therapeutin in Behandlung und schließt sich gleichfalls nach einer Selbsthilfegruppe an. Gearde zu Beginn der Erzählung legt Braunstein gesteigerten Wert darauf, die Hauptfigur als zutiefst verletzte und psychisch labile Frau darzustellen, was aufgrund der vergangenen Ereignisse auch als durchaus glaubwürdig zu bezeichnen ist. In unregelmäßigen Abständen werden dem Zuschauer auch noch diverse Flashbacks aus Teil eins präsentiert, durch die man die seelische Verfassung der nun unter dem Namen Angela Jitrenka lebenden Hauptfigur umso besser nachvollziehen kann. Gerade aufgrund dieses Aspektes erscheint die im späteren Verlauf einsetzende Wandlung der jungen Frau umso eindringlicher, denn ab einem gewissen Zeitpunkt ist nichts mehr von Angst oder Verzweiflung an ihr zu spüren. Vielmehr verwandelt sich Angela nach diversen Ereignissen in eine reißende Bestie und geht als kompromissloser Racheengel auf die Jagd nach Männern, die sie ihrer Gerechtigkeit zuführen will.

Als Auslöser dafür zeichnet der Mord an ihrer neuen Freundin Marla verantwortlich, deren Ex-Freund aus Mangel an Beweisen frei gesprochen wird. Damit wird eine Welle von Brutalität und Gewalt in Gang gesetzt für die es anscheinend kein Gegenmittel gibt, denn von nun an scheint Angela durch nichts und niemanden mehr aufzuhalten sein. Das Ganze hat Braunstein streckenweise extrem blutig und heftig in Szene gesetzt, so das "I Spit on Your Grave 3" seinen beiden Vorgängern in dieser Beziehung in nichts nach steht. Der geneigte Gorehound kommt voll auf seine Kosten und bekommt ein Szenario geboten, in dem es phasenweise ordentlich zur Sache geht. Positiv ist an dieser Stelle zu bemerken, das für die an dieser Stelle ausgelöste Gewaltspirale keine neuerliche und explizit dargestellte Vergewaltigung verantwortlich zeichnet, denn das macht die Abläufe doch viel erträglicher. Hat man nämlich noch die heftigen Bilder aus dem ersten Teil vor Augen, dann muss man auch im nachhinein noch ordentlich mit sich kämpfen. Dennoch wirkt Teil drei keinesfalls "weicher" als seine Vorgänger, denn die gute Angela ist größtenteils so richtig am wüten und dabei auch in der Wahl ihrer Mittel nicht gerade zimperlich.

Einige der Gewaltpassagen entspringen lediglich Angelas Fantasie, wobei die gezeigten Bilder aber dennoch ihre volle Intensität entfalten können. Gleichzeitig wird so aber auch der ausgeprägte Wunsch der Frau zum Ausdruck gebracht, etwaige Männer mit gnadenloser Härte zu bestrafen. Dies kommt insbesondere immer dann zum Vorschein, wenn Angela im Laufe der Zeit von diversen Möchtegern Banditen drangsaliert wird und ihre Fantasie einen tiefen Einblick in die tiefsten Abgründe ihrer Seele offenbart. So entsteht letztendlich ein derber Mix aus realer und Fantasie Gewalt, was dem Geschehen meiner Meinung nach einen noch intensiveren Touch verleiht. Braunstein hat hier wirklich alle Register gezogen und einen weiteren Rape and Revenge Film auf den Weg gebracht, der aufgrund des finalen Showdowns auch die Hoffnung beim Betrachter schürt, das mit "I Spit on Your Grave 3" noch längst nicht das Ende dieser Filmreihe erreicht ist. Wie schon in Teil eins versteht es Hauptdarstellerin Sarah Butler einmal mehr zu überzeugen, wobei ganz besonders der Übergang von einer verschüchterten und ängstlichen Frau in einen gnadenlosen Racheengel als absoluter Höhepunkt zu bewerten ist. 

Die zierliche Frau bringt dabei ihre Emotionen sehr authentisch zum Ausdruck und trotz ihres grazilen Körperbaus kann man sich ohne Weiteres vorstellen, das eine kompromisslose Furie in diesem zarten Wesen steckt. Unterstützt wird dieser Eindruck durch eine überzeugende Mimik und Gestik, so das es in diesem Punkt absolut nichts zu bemängeln gibt. Das gilt im Prinzip aber auch für den gesamten Film, der sich nahtlos in die Reihe sehenswerter Genre Beiträge einreihen kann. Eventuell Bedenken aufgrund des Wechsels auf dem Stuhl des Regisseurs sind also vollkommen unbegründet, denn R.D. Braunstein hat hier einen exzellenten Film auf den Weg gebracht, der auch ohne explizite Vergewaltigungspassagen ein Höchstmaß an visueller Härte beinhaltet und einem streckenweise richtig zusetzt. Gleichzeitig werden selbstverständlich auch wieder moralische Aspekte in den Vordergrund gerückt und bei Ansicht dieses Werkes ist man selbst in etlichen Phasen wirklich mit gemischten Gefühlen bei der Sache, denn auch wenn die Taten der Hauptfigur vom juristischen Standpunkt aus gesehen nicht tragbar sind, so kann man doch zumindest von der menschlichen Seite her ein gewisses Verständnis aufbringen. Wo das Gesetz versagt, sind die Türen für andere Arten der Gerechtigkeit immer geöffnet und betroffene Menschen werden durch die Unfähigkeit des Justizapparates nahezu verleitet, das Gesetz selbst in die Hand zu nehmen. Ob das richtig ist steht auf einem ganz anderen Blatt, jedoch kann man für gewisse Handlungen zumindest von der menschlichen Seite her nachvollziehen.


Fazit:


"I Spit on Your Grave 3" beinhaltet sämtliche Zutaten eines sehenswerten Rape and Revenge Films und wartet dabei einmal mehr mit extremer Härte auf. Eine gut agierende Hauptdarstellerin, etliche derbe Passagen und ein Ende das auf weitere Nachfolger hoffen lässt ergeben in der Summe einen wirklich gelungenen Beitrag, der sich keinesfalls hinter seinen beiden Vorgängern verstecken braucht.


9/10

Keine Kommentare: