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Samstag, 23. April 2016

Knock Out






Knock Out
(Tapped Out)
mit Michael Biehn, Cody Hackman, Krzysztof Soszynski, Anderson Silva, Lyoto Machida, Jess Brown, Daniel Faraldo, Nick Bateman, Tom Bolton, Christina Aceto, Dante Albidone, Anna Alexopoulous, Mitchell Aulis, Julie-Anne Barbosa
Regie: Allan Ungar
Drehbuch: Allan Ungar / Cody Hackman / Jerry Buteyn
Kamera: Pasha Patriki
Musik: Ryner Stoetzer
keine Jugendfreigabe
Kanada / 2013

Michael (Cody Hackman) ist seit dem Mord an seinen Eltern, vom rechten Kurs abgekommen. Ein junger zorniger Mann, der nicht zu bändigen ist. Eines Tages bietet ihm ein Freund seines Vaters einen Job an. Er soll das Dojo seines Karatelehrers sauber halten. Michael fügt sich und kommt durch den Kampf und seine Disziplin, wieder in die Spur. Bis er eines Abends bei einer Mixed Martial Arts - Veranstaltung den Typen entdeckt, der seinen Vater und seine Mutter getötet hat. Michael will sich dem brutalen Killer im Ring stellen. Verbissen und mit der Hilfe des erfahrenen Reggie (Michael Biehn) bereitet er sich auf den ultimativen Kampf seines Lebens vor.


Der Wunsch nach Rache und Vergeltung war schon oft genug die Triebfeder für eine Geschichte und auch im Bereich des Martial Arts Films wurden diese Elemente mehr als einmal als Vorlage genommen. Auch Allan Ungar bedient sich bei seinem Erstlingswerk dieser Thematik und präsentiert dem Zuschauer gleichzeitig den Vergleich zwischen David und Goliath, denn so und nicht anders kann man den finalen Endkampf bezeichnen, auf den die vorliegende Story hinaus läuft. So bekommt man dann auch den typischen Stoff vorgelegt aus dem Helden geboren werden, womit auch klar sein dürfte, das die Geschichte mit etlichen Klischees beladen ist. Dieser Punkt ist aber in meinen Augen keinesfalls negativ zu betrachten, denn in diesem Fall sorgt das sogar für ein äußerst stimmiges Gesamtbild. Da stört dann auch die Vorhersehbarkeit der Abläufe so gut wie überhaupt nicht, denn schon nach relativ kurzer Zeit sind die Sympathien des Betrachters ganz eindeutig verteilt. Dadurch erwartet man ehrlich gesagt auch genau das, was Ungar hier anbietet und auch wenn seine Erzählung auch durchaus kleinere Schwächen beinhaltet, überrascht das gewonnene Gesamtbild doch sehr positiv.

Am imposantesten erscheint ganz sicher der optische Unterschied der beiden Hauptkontrahenten, denn während Hauptfigur Michael einen regelrechten Schmachthaken abgibt, ist sein Gegner Dominic ein wahres Tier von einem Mann, dessen muskulöser Körper einem wirklich das Fürchten lehren kann. Beim bloßen der beiden kann es im Prinzip nur einen Sieger geben, denn nach rein logischen Gesichtspunkten würde alles andere einer echten Farce gleich kommen. Da dieser Eindruck fast zwangsläufig entstehen muss hat der Regisseur ein wenig vorgesorgt, denn in etlichen Dialogen zwischen Michael und seinem Trainer Reggie wird insbesondere dieser Aspekt immer wieder zur Sprache gebracht. Hier gibt es übrigens ein Wiedersehen mit Michael Biehn, der den Part des alternden Kampfsportlehrers glaubwürdig darstellt und zudem auch noch äußerst logisch argumentieren kann wenn es darum geht die Gründe und Möglichkeiten aufzuzählen, warum sein Schützling trotz aller gegen ihn sprechenden Dinge den ungleichen Kampf gewinnen kann. 

Manch einem mag das Ganze dennoch recht unrealistisch erscheinen, doch Ungar hat das Szenario gut in Szene gesetzt und einen durchgehend unterhaltsamen B-Movie kreiert, den ich persönlich in dieser Form keinesfalls erwartet hätte. Der einzige echte Makel könnte darin zu finden sein, das zu keiner Zeit so richtig Spannung aufkommt, was selbstredend in den vorhersehbaren Abläufen begründet ist. Außerdem handelt es sich keinesfalls um die auf dem Cover der Blu-ray angekündigte Martial Arts Bombe, denn echte Action hält erst im letzten Drittel Einzug in das Geschehen. In der Zeit davor bekommt man lediglich kleinere Scharmützel und ein wenig Trainingsarbeit geboten, doch selbst das empfindet man nicht unbedingt als Enttäuschung. Mr. Ungar stellt nämlich relativ geschickt die Geschichte des jungen Michael immer wieder in den Vordergrund und verleiht seiner Erzählung dadurch sogar leicht dramatische Züge. Gleichzeitig wird auch des Öfteren eine kleine Prise Humor eingestreut, wobei ganz besonders eine verbale Anspielung auf den Film "Karate Kid" besonders in Erinnerung bleibt. Wer hier die feine Klinge des Kampfsports erwartet wird nicht auf seine Kosten kommen, denn ausgefeilte Choreografien a la "Ip-Man" bekommt man nicht geboten. "Knock Out" kommt viel eher über die recht brachiale Schiene, was die verschiedenen Cage Fights ganz eindeutig aufzeigen.

Insgesamt gesehen ist "Knock Out" sicherlich kein Meisterwerk und die hier erzählte Geschichte ist auch nicht unbedingt neu. Dennoch fällt die Gesamtbewertung überdurchschnittlich gut aus, da trotz etlicher Klischees und manch unglaubwürdiger Szene ein B-Movie entstanden ist, das größtenteils sehr stimmig daher kommt. Ich bin jedenfalls äußerst positiv überrascht worden und kann eine klare Empfehlung an all jene aussprechen, die einen gut erzählten B-Movie zu schätzen wissen, der jederzeit gut zu unterhalten weiß.


Fazit:


"Knock Out" ist ein sehr kurzweiliges Filmerlebnis, das die altbekannten Motive von Rache und Vergeltung mit denen des Martial Arts mischt. Streckenweise geht es dabei ziemlich brachial zur Sache, denn die gezeigten Fights entsprechen nicht unbedingt der Vorstellung eines Kampfsport-Ästheten. Wer sich damit anfreunden kann wird bestens bedient und dürfte definitiv auf seine Kosten kommen.


7/10

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