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Freitag, 20. Mai 2016

Mord in der Toskana






Mord in der Toskana
(Delitti privati)
mit Edwige Fenech, Ray Lovelock, Victoria Vera, Gudrun Landgrebe, Lorenzo Flaherty, Davide Bechini, Silvia Mocci, Paolo Malco, Cinzia de Ponti, Stefano Nosei, Néstor Garay, Maja Maranow, Manuel Bandera, Gabriele Ferzetti
Regie: Sergio Martino
Drehbuch: Franco Marotta / Laura Toscano
Kamera: Giancarlo Ferrando
Musik: Natale Massara
FSK 16
Italien / 1992

Die angehende Opernsängerin Sandra Durani ist auf dem Weg zu ihrem Liebhaber, dem jungen verheirateten Unternehmer Marco Pierboni. Doch bevor Sandra ihn treffen kann, wird er im Garten seiner Villa ermordet. Als man seine Leiche findet, wittert die Journalistin Nicole Venturi eine Top Story, nicht ahnend, dass kurz danach ihre Tochter Sandra tot am Ufer des nahen Flusses gefunden wird. Sandras Freund Paolo Roversi, der verzweifelt versucht, sich vom Vorwurf des Doppelmordes zu entlasten, wird ebenfalls zum Mordopfer. Eine Reihe von anonymen Briefen machen die Runde in der Stadt und schaffen ein Klima des Misstrauens. Nicole wendet sich Hilfe suchend an ihren alten Freund Andrea Baresi, auch er ist Journalist. Die beiden bieten Polizeichef Stefano Avanzano ihre Hilfe an, um Licht in die Morde zu bringen, sind aber mehr darauf aus, selbst den Mörder zu entlarven ...


Über zwei Jahrzehnte hat es gedauert, bis die vorliegende TV Mini-Serie "Mord in der Toskana" es nun endlich zu einer deutschen DVD Veröffentlichung gebracht hat. Man sollte sich keinesfalls davon abschrecken lassen das es sich hier "nur" um einen für RAI produzierten Vierteiler handelt, denn Regisseur Sergio Martino (Der Killer von Wien, Der Schwanz des Skorpions, Die Farben der Nacht) hat hier sehr sehenswerte Filmkost abgeliefert, die den Zuschauer gut 340 Minuten lang durchgehend in ihren Bann zieht. Mit Edwige Fenech ist die Hauptrolle absolut perfekt besetzt und es erscheint einem fast schon unglaublich, das die gute Frau im damaligen reifen Alter von 45 Jahren noch schöner und anmutender aussieht als in früheren Jahren, in denen sie schon das optische Highlight in so manch italienischem Gialli dargestellt hat. Phasenweise fällt es gar nicht einmal so leicht, sich beim Anblick dieser wunderschönen Frau auf die eigentliche Geschichte zu konzentrieren, was aber definitiv ein fataler Fehler wäre. Präsentiert sich diese doch von Beginn an äußerst geheimnisvoll und lässt dabei einen leichten Mystery Touch erkennen. So baut sich dann also schon gleich am Anfang eine absolut dichte Atmosphäre auf, die sich erstaunlicherweise durch immer wieder eingestreute Wendungen bis zum Ende auf einem sehr konstanten Niveau bewegt.

"Mord in der Toskana" ist eine gelungene Kombination aus Krimi und Thriller, in der Martino dem Betrachter jede Menge Tatverdächtige für die geheimnisvollen Morde präsentiert. Bis auf wenige Ausnahmen gerät dabei fast jeder zu einem gewissen Zeitpunkt in Verdacht und die immer wieder eingestreuten Indizien erscheinen extrem offensichtlich für ein Motiv. Da dies aber für jede einzelne Person aus dem möglichen Täterkreis zutrifft, kann man unmöglich einen bestimmten Protagonisten heraus picken, denn genügend Leute hätten genügend Grund, um die begangenen Morde zu rechtfertigen. So entwickelt sich dann auch ein äußerst straff gezogener Spannungsbogen und bis wenige Minuten vor dem Ende bleibt die Identität des wirklichen Täters im Dunkeln. Bis zu diesem Zeitpunkt hat man selbst sicherlich schon des Öfteren die eigenen Vermutungen über Bord schmeißen müssen, denn Martino führt den Zuschauer immer wieder geschickt in eine bestimmte Richtung, um das Geschehen dann einmal mehr mit einer überraschenden Wendung zu versehen. 

Dabei rücken auch immer wieder Geheimnisse in den Fokus der Ereignisse die sich längst nicht nur auf die Familie Pierboni beziehen, sondern auch so manch anderen Einwohner des kleinen Städtchens Luca in ein vollkommen anderes Licht rücken, als es noch zu Beginn der Geschichte der Fall war. Und so gestaltet sich das Szenario dann auch relativ abwechslungsreich und beinhaltet keinerlei nennenswerte Längen, denn Sergio Martino hat sorgsam darauf geachtet, das die Aufmerksamkeit des Betrachters zu keinem Zeitpunkt zum erliegen kommt. Die Auflösung der geheimnisvollen Story bietet dann noch einmal einen echten Überraschungseffekt, denn ehrlich gesagt dürfte man den letztendlichen Täter nicht unbedingt weit oben auf seiner Liste gehabt haben. Nachdem am Ende sämtliche Zusammenhänge bekannt sind erscheint die Identität zwar durchaus logisch, doch die eigenen Vermutungen haben ganz bestimmt eher diverse andere Personen favorisiert. Dieser Aspekt macht aber meiner persönlichen Meinung nach den besonderen reiz dieses Vierteilers aus, denn zu keinem Zeitpunkt kann man sich zu 100 % auf einen Verdächtigen festlegen, denn zu geschickt hat der Regisseur immer wieder Hinweise eingestreut, die den Kreis der potentiellen Tatverdächtigen größer werden lassen.

Im Endeffekt handelt es sich bei "Mord in der Toskana" um eine wirklich sehenswerte TV Produktion, die sich im Bezug auf die vorhandene Qualität oberhalb des normalen Durchschnittes ansiedelt. Zudem ist das Ganze auch noch mit einem recht prominenten Cast ausgestattet, denn neben der schon erwähnten Grazie Edwige Fenech sieht man so bekannte Gesichter wie Ray Lovelock, Gudrun Landgrebe, oder auch Maja Maranov. Das dabei dargebotene Schauspiel kann sich jederzeit sehen lassen, so das insgesamt ein in allen Belangen überzeugendes Gesamtpaket abgeliefert wird. Dank der längst überfälligen DVD Veröffentlichung kann man diese tolle Mini Serie nun jederzeit auf dem heimischen TV genießen und sich neben der spannenden Geschichte auch immer wieder am liebreizenden Anblick der göttlichen Edwige Fenech ergötzen.


Fazit:


Dank CMV Laserision gibt es nun endlich eine deutsch Auswertung auf DVD, denn "Mord in der Toskana" ist definitiv ein Werk, das man sich in regelmäßigen Abständen gern öfter zu Gemüte führt. Durchgehend spannend und mit einer tollen Atmosphäre ausgestattet hält einen dieser Vierteiler durchgehend bei Atem und sorgt dabei für genügend Abwechslung. Eine dicke Empfehlung an Liebhaber des Cinema Italiano ist fast schon zwingend erforderlich, denn hier präsentiert sich absolut hochklassige TV Kost für Fans.


8/10

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