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Montag, 9. Mai 2016

Swinger






Swinger
(Swung)
mit Elena Anaya, Owen McDonnell, Elaine M. Ellis, Greg Hemphill, Marta Gvazdauskaite, Shauna Macdonald, Lesley Hart, David Elliot, Anne Connor, Kimberly Neill, Gerry McLaughlin, Sarah McCardie, Fraser Sivewright
Regie: Colin Kennedy
Drehbuch: Ewan Morrison
Kamera: Jean-François Hensgens
Musik: Richard Harvey
FSK 16
Großbritannien / 2015

Alice und David führen eine Beziehung, in der es schon seit längerem nicht mehr wirklich prickelt. Während der arbeitslose David zunehmend unter Potenzproblemen leidet, steht Alice vor allem beruflich unter Druck. Als David dann eines Tages über ein Online-Portal für Swinger stolpert, ist das der Auslöser für eine Reihe pikanter Zwischenfälle, in deren Verlauf das Pärchen immer tiefer in eine Welt geheimnisvoller Begierden eintaucht. Zuerst ist es nur eine zögerliche Flucht aus dem alltäglichen Sextrott, doch schon bald wird die Lust am Tabu zu emotionalem Viagra: Der Reiz des Neuen stürzt Alice und David in eine Grenzerfahrung, die beider Beziehung auf eine Belastungsprobe stellt. Im Dunkel einer letzten Clubnacht, inmitten gierig ineinander verschlungener Körper, wird sich ihre Zukunft entscheiden...


Einen Film wie "Swinger" einem bestimmten Genre zuzuordnen fällt gar nicht einmal so leicht, denn Regisseur Colin Kennedy hat aus Versatzstücken verschiedenster Art eine teils gewöhnungsbedürftige Kombination kreiert, die aber durchaus einen gewissen Reiz beinhaltet. Schon aufgrund des Filmtitels könnte man zu der Ansicht gelangen das es sich hier um eine Art Studie über das Swinger Milieu handelt, doch dafür wird die Thematik nicht eingehend und tief genug beleuchtet. Dadurch gibt es durchaus einige Einblicke in die Szene, doch diese gestalten sich eher oberflächlich und kratzen lediglich am Rand einer Welt, die den meisten Zuschauern wohl ziemlich bizarr vorkommen dürfte. Die eigentliche Geschichte rückt stattdessen das junge Paar Alice und David in den Mittelpunkt und beschäftigt sich dabei mit einer Beziehung, in der es augenscheinlich diverse Probleme gibt. 

So entfaltet sich dann stellenweise ein waschechtes Beziehungsdrama, das mit Elementen der Swinger Welt angereichert wurde und dadurch eine erotische Note erhält. Kennedy kümmert sich hauptsächlich um die angespannte Stimmung die zwischen den beiden Hauptfiguren herrscht, denn durch die Arbeitslosigkeit und oftmals auftretende Erektionsstörungen von David wird die Partnerschaft zusehends belastet. Als die junge Alice schließlich in ihrem Job eine Reportage über das Swinger Milieu schreiben soll, sehen die beiden darin eine Chance ihr Liebesleben wieder anzuheizen. Das gelingt zu Beginn auch, denn obwohl die beiden auf keinerlei Partnertausch eingehen, reicht es ihnen vollkommen aus, andere Pärchen beim Sex zu beobachten. 

Dennoch gelingt es durch den Einblick in eine bizarre Welt nicht die Probleme auf Dauer zu lösen und mit der Zeit scheint die Swinger Szene sogar die Beziehung zu zerstören. Die Erzählung gestaltet sich dabei recht interessant, aber dennoch fehlt es dem Film an einigen Stellen an der nötigen Ausgewogenheit. Kennedy scheint sich nämlich zu keiner Zeit wirklich entscheiden zu können, in welche Richtung sein Werk letztendlich tendieren soll. Das merkt man dem Szenario dann auch stellenweise an, treten doch immer wieder Passagen auf, in denen es an der nötigen Intensität mangelt. Dadurch wirkt "Swinger" in der Gesamtbetrachtung teils etwas unausgegoren und kann keinesfalls durchgehend überzeugen, bietet aber zumindest spannende Ansätze, die man jedoch weitaus besser hätte heraus arbeiten können. 

Letztendlich würde ich diese Produktion als guten Durchschnitt einstufen, für mehr reicht es allerdings aufgrund der erwähnten Mankos nicht. Eigentlich schade, denn aus der vorliegenden Hintergrundthematik hätte man viel mehr machen können, was aber durch die Unentschlossenheit des Regisseurs verhindert wird. Im Endeffekt fehlt es "Swinger" ein wenig an einer klar vorgegebenen Richtung und die Story verzettelt sich zu sehr in etlichen Ansätzen, die nicht konsequent weiter verfolgt wurden. Übrig bleibt ein Szenario das man sich gern einmal anschauen kann, das aber sicherlich keinen allzu nachhaltigen Eindruck beim Zuschauer hinterlässt. Das ändert sich auch nicht durch diverse Nacktszenen und teils derbe Dialoge, wobei diese beiden Dinge dem Film aber zumindest einen teilweise authentischen Eindruck verleihen.


Fazit:


Mit etwas mehr Entschlossenheit hätte "Swinger" ein richtig gelungener Film werden können. In der vorliegenden Form handelt es sich dann aber im Endeffekt bei den meisten um ein einmaliges Filmvergnügen, das nicht lange im Gedächtnis haften bleibt. Eine tiefer gehende Milieustudie wäre weitaus reizvoller gewesen, doch stattdessen steht hier eine Beziehung im Mittelpunkt, die nur in Teilen das Interesse des Betrachters auf sich ziehen kann.


6/10

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