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Freitag, 6. Mai 2016

The Demolisher






The Demolisher
(The Demolisher)
mit Ry Barrett, Tianna Nori, Jessica Vano, Duncan McLellan, Gerrit Sepers, Bruce Turner, Duane Frey, Andrew Bussey, Owen Fawcett, Rich Piatkowski, Reese Eveneshen, Ashley Awde, John Cross, Alex Melnik, Andrew Wood
Regie: Gabriel Carrer
Drehbuch: Gabriel Carrer
Kamera: Martin Buzora
Musik: Glen Nicholls
keine Jugendfreigabe
Kanada / 2015

Skrupellose Anhänger eines kriminellen Kults haben seine Frau in den Rollstuhl geprügelt - und Bruce sieht rot. Tiefschwarz verborgen unter Helm und undurchdringlicher Schutzausrüstung durchstreift der unscheinbare Kabeltechniker fortan jede Nacht die heruntergekommenen Straßen seiner Stadt. Traumatisiert übt er Rache an denen, die er für schuldig hält, und gerät immer tiefer in einen dunklen Sog aus Wahnsinn und Besessenheit. Wartend auf eine Erlösung, die niemals kommt, kreuzen sich Bruces Wege mit denen von Marie, einer jungen Frau, die nur durch ein Missverständnis zum Ziel seines blutigen Kreuzzugs wird. In der fast menschenleeren Düsternis einer einzigen Großstadtnacht entspinnt sich ein atemloses Katz-und-Maus-Spiel auf Leben und Tod, das schon bald völlig außer Kontrolle gerät...


Aufgrund der Inhaltsangabe könnte man normalerweise bei dieser kanadischen Produktion einen üblichen Rachethriller erwarten, aber Regisseur Gabriel Carrer greift bei seinem Erstlingswerk vielmehr auf außergewöhnliche Stilmittel zurück, um dem Zuschauer die Thematik seiner Erzählung näher zu bringen. Das gibt sich von der ersten Minute an durch die Visuallisierung der Ereignisse zu erkennen, denn diese präsentiert sich doch durchgehend als ziemlich gewöhnungsbedürftig. So sollte man auch keinesfalls einen Film voller Action und brutaler Sequenzen erwarten, denn in dieser Beziehung hält man sich hier sehr vornehm zurück. Stattdessen offenbart sich vielmehr eine intensive Skizzierung des Haupt Charakters Bruce, der aufgrund des Schicksals seiner Frau innerlich wie abgestorben erscheint. Dieser Aspekt zieht sich dann auch wie ein roter Leitfaden durch die gesamte Geschichte, deren Erzählfluss durch den außergewöhnlichen Drehstil streckenweise recht abgehackt erscheint. Besonders auffällig ist das am Anfang des Szenarios, bei dem man dem Zuschauer eine oftmals sinnlos erscheinende Aneinanderreihung diverser Einstellungen präsentiert, auf die man sich erst einmal keinen richtigen Reim machen kann. Nicht selten entsteht dabei das Gefühl, das man diverse Video Clips aneinander gereiht hat die kaum Zusammenhänge erkennen lassen und dieser Umstand wirkt sich dann auch ganz automatisch auf das Sehverhalten des Betrachters aus.

So springen die Bilder immer wieder zwischen Bruce und der jungen Marie hin und her, deren Wege sich erst im späteren Verlauf und mehr durch Zufall kreuzen sollen. Gleichzeitig wird man auch immer wieder mit mehreren Rückblenden konfrontiert, die sich mit den Ereignissen befassen, die letztendlich zur Behinderung von Bruces Frau geführt haben. Der eigentliche Rachefeldzug gegen die Täter wird dabei viel eher nebensächlich behandelt, zudem ergeben sich kaum zusammen hängende Action Passagen, da auch die Taten von Bruce ständig von anderen Bild Sequenzen umrahmt werden. Und so fällt die Sichtung des Filmes teilweise ziemlich anstrengend aus, andererseits drückt der außergewöhnliche Drehstil des Ganzen aber auch äußerst intensiv die innerliche Gemütsverfassung der Hauptfigur aus, denn ebenso wirr wie sich die Abläufe phasenweise gestalten, sieht es auch im Inneren von Bruce aus.

Insbesondere spürt man das beim Umgang mit seiner Frau, denn relativ schnell kristallisiert sich hier heraus, das die Beziehung der beiden unter extremen Spannungen leidet. Die beiden reden kaum noch miteinander, so das sich im Umgang miteinander eine fast undurchdringbare Mauer des Schweigens aufgebaut hat. Ganz generell sollte man an dieser Stelle anmerken, das "The Demolisher" insgesamt gesehen nicht gerade mit vielen Dialogen ausgestattet wurde. Das wirkt manchmal schon komisch, auf der anderen Seite kommt durch diese Stille eine ganz besondere Atmosphäre zum Vorschein, die äußerst bedrückende Züge erkennen lässt. Das mag sicherlich nicht jedem gefallen, aber teilweise verleiht das dem Ganzen eine immense Kraft. Dennoch hinterlässt der Film einen sehr zwiespältigen Eindruck, was in erster Linie in der streckenweise holprig erscheinenden Erzählweise begründet ist. Hier hat es Carrer schon etwas zu gut gemeint, denn auch wenn seine gewöhnungsbedürftige Visuallisierung der Geschehnisse ganz bestimmt ihre Stärken beinhaltet, so stellt sie andererseits die Geduld des Zuschauers auch auf eine harte Geduldsprobe. 

Letztendlich muss sich jeder selbst seine Meinung über diesen außergewöhnlichen Vertreter des Rachethrillers machen und es ist durchaus nachzuvollziehen, wenn die Meinungen dabei stark auseinander gehen. "The Demolisher" ist keinesfalls einer der ansonsten üblichen 08/15 Vertreter, sondern präsentiert einem die vorliegende Thematik einmal auf ganz andere Art und Weise, wie man es ansonsten gewohnt ist. Auf wirklich harte Einstellungen hat man dabei fast vollkommen verzichtet, so das die hohe Alterseinstufung absolut nicht notwendig gewesen wäre. dadurch mangelt es dem Szenario dann auch ein wenig an der nötigen Intensität, denn wenn überhaupt, dann gibt sich diese ausschließlich durch die seelische Verfassung der Hauptfigur zu erkennen. Wer also einen kompromisslosen und harten Beitrag erwartet ist definitiv an der falschen Adresse, wer jedoch einem künstlerisch angehauchten Vertreter eine Chance geben möchte, sollte ruhig mal einen Blick riskieren. Eine uneingeschränkte Empfehlung kann man jedoch keinesfalls aussprechen, denn dieser kanadische Beitrag wird auf jeden Fall die Meinungen in zwei Lager spalten.


Fazit:


Ansatzweise ein wenig Härte, harte musikalische Klänge, wenig Dialoge und ein visuell manchmal schon verwirrender Drehstil sind die Zutaten, die "The Demolisher" einerseits absolut sehenswert erscheinen lassen, auf der anderen Seite jedoch auch einen gewissen Zwiespalt beim Zuschauer hervor rufen, dem man sich durchgehend niemals entledigen kann.


5/10

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