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Freitag, 17. Juni 2016

From Dusk till Dawn






From Dusk Till Dawn
(From Dusk till Dawn)
mit George Clooney, Quentin Tarantino, Harvey Keitel, Juliette Lewis, Ernest Liu, Salma Hayek, Cheech Marin, Danny Trejo, Tom Savini, Fred Williamson, Michael Parks, Brenda Hillhouse, John Saxon, Marc Lawrence
Regie: Robert Rodriguez
Drehbuch: Robert Kurtzman / Quentin Tarantino
Kamera: Guillermo Navarro
Musik: Graeme Revell
keine Jugendfreigabe
USA / 1996

Die Gecko-Brüder, berüchtigte Gewaltverbrecher, ziehen eine blutige Spur durch Texas. Nach einem spektakulären Banküberfall pflastern sie ihren Fluchtweg mit zahlreichen Leichen - der krankhafte, unberechenbare Richard rastet gelegentlich einfach aus. Mit einem gottlosen Priester und seinen Kindern als Geiseln schaffen die Gecko-Brüder den Sprung über die mexikanische Grenze. Zur Feier des Tages besaufen sie sich im "Titty Twister", wo die einheimische Kundschaft Fremde so richtig "zum Fressen" gern hat.


Die Bezeichnung Kultfilm wird oft genug schon fast inflationär vergeben, doch im vorliegenden Fall trifft dieser Begriff genau ins Schwarze. Auch wenn "From Dusk Till Dawn" mittlerweile auch schon zwei Jahrzehnte auf dem Buckel hat, trifft der Film immer noch genau den Nerv des Zuschauers, der sich an diesem grandiosen Meisterwerk kaum satt sehen kann. Dabei spürt man ganz eindeutig die Zusammenarbeit von Robert Rodriguez (Regie) und Quentin Tarantino (Drehbuch), denn während man sich in der ersten Hälfte in Sachen Action noch ein wenig zurück hält und mehr Wert auf geschliffene Dialoge legt, so geht dann danach so richtig die Post ab und man bekommt ein actionreiches und teilweise blutiges Treiben geboten, das Rodriguez alle Ehre macht. Wie in fast allen Filmen mit Beteiligung von Tarantino kann man sich auch hier einer prominenten und extrem gut aufgelegten Darsteller Riege erfreuen. George Clooney hat man wohl kaum in einer cooleren Rolle gesehen, Tarantino selbst mimt ganz exzellent einen vollkommen durchgeknallten Psychopathen und auch Harvey Keitel und Juliette Lewis können in den anderen Hauptrollen absolut überzeugen. Doch selbst die kleinsten Nebenrollen sind äußerst prominent besetzt, so gibt es beispielsweise auch Auftritte von Danny Trejo, Tom Savini oder auch Salma Hayek, wobei Letztere auch noch ein optischer Leckerbissen vom Feinsten ist. Mit diesem Cast kann also von vorn herein nicht allzu viel schief gehen und so entwickelt sich von der ersten Minute an eine geniale Mixtur aus Road Movie, Vampirhorror und Komödie, der insbesondere im zweiten Teil mit einem ordentlichen Härtegrad bestückt ist und so auch die Freunde der etwas heftigeren Gangart befriedigen dürfte.

Die entsprechenden Szenen sind aber gar nicht das Wichtigste in diesem Werk, es ist vielmehr die Kombination der verschiedenen Zutaten und deren Umsetzung, die dieses Werk zu etwas ganz Besonderem machen. Das man das Ganze dann auch noch stellenweise mit einem fast schon tiefgründigem Humor versehen hat veredelt das Szenario noch einmal zusätzlich und die schon kurz erwähnten Dialoge sind dermaßen gestochen scharf und auf den Punkt gebracht, das man hier ohne wenn und aber das Prädikat Meisterwerk verteilen kann. Sicherlich ist diese Einschätzung auch subjektiv, aber ehrlich gesagt fällt mir kein einziger und ähnlich inszenierter Film ein, der auch nur annähernd die Qualität von "From Dusk Till Dawn" erreicht, weshalb das Werk auch vollkommen zu recht den absoluten Kultstatus erreicht hat. So macht es einem auch überhaupt nichts aus, das die Geschichte bis auf die Eröffnungs- Sequenz in den ersten gut 50 Minuten keine weiteren Höhepunkte im Bereich Action zu verzeichnen hat. Das Geschehen ist nämlich zu keiner Zeit auch nur im Entferntesten langatmig gestaltet, denn die Wortwechsel der Akteure und so manch skurril anmutende Szene sorgen dafür, das durchgehend für genügend Abwechslung gesorgt ist und der Zuschauer auf seine Kosten kommt. 

Mit der Ankunft im mittlerweile legendären "Titty Twister" ändert sich die Grundstimmung dann fast schlagartig und gleichzeitig wird man auch mit einem Großteil des grandiosen Soundtracks konfrontiert. Die Biker und Trucker Kneipe erscheint auf den ersten Blick wie eine der coolsten Locations die man je gesehen hat, verwandelt sich jedoch innerhalb kürzester Zeit in einen wahren Höllenpfuhl, der den geschockten Besuchern eine riesige Horde von Vampiren entgegen wirft. Unter den brillanten Klängen der amerikanischen Rockband "Tito & Tarantula" die als Musiker und Darsteller gleichzeitig auftreten entwickelt sich ein zahlenmäßig ungleicher Kampf, den nur die wenigsten Figuren überleben sollen. Dabei geht es streckenweise hoch her, doch bei aller vorhandenen Härte hat man sorgsam darauf geachtet, das zwischendurch immer wieder äußerst humorige Momente eingestreut werden, die man unter anderem zu den absoluten Höhepunkten dieses Werkes zählen darf. Und selbst bei der unzähligsten Sichtung der Geschichte hat man immer wieder Spaß an dem bunten Treiben und stößt dabei auch auf so manche Kleinigkeiten, die man gar nicht mehr so wirklich auf dem Schirm hatte. Wirklich vergessen kann man aber im Laufe der Jahre nicht wirklich etwas, denn dafür hinterlässt der Film dann doch einen viel zu nachhaltigen Eindruck.

Letztendlich mag jeder zu einer anderen Einschätzung gelangen, doch die Meinungen zu "From Dusk Till Dawn" sind in der Regel mehr als nur positiv. Schade, das die beiden gewöhnungsbedürftigen Nachfolger noch nicht einmal in die Nähe der Klasse dieses Meisterwerkes kommen, denn in meinen Augen hätte man sich beide Filme auch gern sparen können. Das ist natürlich Geschmackssache und gleichzeitig ist es selbstverständlich auch so gut wie unmöglich, in die allzu großen Fußstapfen zu treten, die Rodriguez und Tarantino mit ihrer genialen Geschichte hinterlassen haben. 


Fazit:


Man kann sich "From Dusk Till Dawn" auch gern hundertmal anschauen und verliert dennoch niemals die Freude und den Spaß an dieser heraus ragenden Genre Kombination, die auch nach 20 Jahren so gut und kurzweilig unterhalten kann wie am allerersten Tag. Es handelt sich eben um einen neuzeitlichen Klassiker, der definitiv zum Besten gehört, an dem Rodriguez und Tarantino je beteiligt waren.


10/10

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