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Montag, 27. Juni 2016

Harbinger Down





Harbinger Down - Das Grauen lauert im Eis
(Harbinger Down)
mit Lance Henriksen, Matt Winston, Camille Balsamo, Giovonnie Samuels, Winston James Francis, Mick Ignis, Milla Bjorn, Reid Collums, Michael Estime, Edwin H. Bravo, Jason Speer, Kraig W. Sturtz
Regie: Alec Gillis
Drehbuch: Alec Gillis
Kamera: Benjamin L. Brown
Musik: Christopher Drake
FSK 16
USA / 2015

Eine Gruppe Studenten hat eine Passage auf dem Fischkutter HARBINGER gebucht, um die Auswirkungen der globalen Erwärmung auf Wale zu erforschen. Während der Expedition finden die jungen Forscher ein altes Wrackteil im Eis und nehmen es mit an Bord. Schnell stellt sich heraus, dass es sich hierbei um die Trümmer eines sowjetischen Raumschiffs handelt - offenbar wurden darin Experimente mit biologischen Organismen durchgeführt. Diese tauen nun auf und mutieren innerhalb kürzester Zeit. Captain Graff (Lance Henriksen), seine Crew und die Studenten müssen sich einem Kampf um Leben und Tod stellen ...


Wenn man so will, kann man einen Film wie "Harbinger Down" ohne Weiteres als Zufallsprodukt einstufen das letztendlich aus einer Enttäuschung heraus geboren wurde. Diese lag nämlich seinerzeit beim SFX Spezialisten Alec Gillis vor, der damit beauftragt wurde, mit seinem Team die Effekte zum 2011 erschienenen "The Thing" zu kreieren. Leider wurde später von Universal entschieden, die handgemachten SFX durch jede Menge CGI Effekte auszutauschen, was schon damals nicht unbedingt gut bei den Fans ankam. Wie dem aber auch sei, Gillis fasste jedenfalls kurzerhand den Plan, seine Arbeit in einem eigenständigen Werk zu präsentieren und diese ist nun also in dem vorliegenden Film zu bestaunen. Es verwundert dabei nicht wirklich, das die an dieser Stelle präsentierte Erzählung in gewisser Art und Weise Anlehnungen an "The Thing" beinhaltet, denn auch hier bekommt es der Zuschauer mit Creature Horror in Form einer anderen Lebensform zu tun. Nun handelt es sich bei "Harbinger Down" zwar definitiv um keinen Blockbuster und man merkt der Geschichte auch an diversen Stellen ein offensichtlich eher geringes Budget an, aber in der Summe bekommt man einen absolut sehenswerten Beitrag zu sehen, der seine größte Stärke sicherlich in den vorhandenen und vor allem handgemachten Effekten hat.

Die Story an sich ist nicht sonderlich innovativ und ähnlich gelagerte Szenarien hat man auch schon oft genug zu Gesicht bekommen. Das ändert aber rein gar nichts an der Tatsache, das sich im Laufe der Zeit ein recht konstanter Spannungsbogen zu erkennen gibt. Gleichzeitig verfügt das Ganze auch über eine wunderbar dichte Atmosphäre, die durch den räumlich arg begrenzten Schauplatz auf einem Schiff zudem auch äußerst bedrohliche Züge in den Vordergrund rückt. Bis diese in Erscheinung treten vergeht aber erst einmal eine geraume Zeitspanne, denn zunächst einmal schließt der Betrachter Bekanntschaft mit den jeweiligen Charakteren. Die Skizzierung der einzelnen Figuren fällt dabei jedoch eher oberflächlich aus, ist aber vollkommen ausreichend dafür, einen gewissen Draht zu den Protagonisten aufzubauen. Obwohl außer dem in die Jahre gekommenen Lance Henriksen ein eher unbekannter Cast am Werke ist, machen die Darsteller einen ordentlichen Job. Zwar ist das an den Tag gelegte Schauspiel bestimmt nicht ausreichend für eine Oscar Nominierung, doch es reicht völlig dafür aus, das man gerade in den bedrohlichen Phasen mit den Figuren mitfiebern kann.

Nachdem sich die Einführung in die Ereignisse ein klein wenig in die Länge zieht, geht es danach aber an Bord des alten Fischkutters streckenweise ordentlich zur Sache. In der Folge kommen dann die Liebhaber der selbst gemachten Effekte voll auf ihre Kosten, denn Alec Gillis versteht wirklich etwas von seinem Handwerk und serviert zudem auch noch eine ganze Menge seiner sehenswerten SFX. Da sich das gesamte Geschehen auf einem Schiff abspielt, wird durch mangelnde Fluchtmöglichkeiten für die Besatzung auch noch eine herrlich klaustrophobische Note beigemengt, so das man das Grauen noch um einiges intensiver wahrnimmt. Es entwickelt sich ein scheinbar aussichtsloser Überlebenskampf zwischen Mensch und außerirdischer Lebensform und das hier mit diversen Verlusten auf der menschlichen Seite zu rechnen ist versteht sich dabei fast von selbst.

Im Endeffekt bietet "Harbinger Down" eine absolut gelungene Mixtur aus SCI/FI und Horror Elementen und kann als gelungener Genre Beitrag angesehen werden. Und auch wenn man dem Film stellenweise das anscheinend geringe Budget durchaus anmerkt, sind die teilweise eher schlechten Kritiken im Netz schwerlich nachzuvollziehen. Alec Gillis ist in der Summe nämlich ein jederzeit sehenswerter B-Movie gelungen, der zumindest eine grundsolide Geschichte offenbart und seine Highlights ganz eindeutig in den vorhandenen Effekten zu erkennen gibt.


Fazit:


Mir persönlich hat dieser kleine, aber sehr feine Beitrag äußerst gut gefallen und ich kann nur eine unbedingte Empfehlung an all jene aussprechen, die Filme wie "Das Ding aus einer anderen Welt" oder "The Thing" zu schätzen wissen. Kurzweilige und größtenteils spannende Unterhaltung ist vorprogrammiert, so das einer Sichtung eigentlich nichts im Wege stehen sollte.


7,5/10

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