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Sonntag, 19. Juni 2016

Harry Palmer: Der rote Tod






Harry Palmer - Der rote Tod
(Bullet to Beijing)
mit Bullet to Beijing, Shaughan Seymour, Michael Caine, Corinna Richards, Tamara Timofeeva, Jason Connery, Anatoliy Shvederskiy, Helena Michell, Juliette Benson, Patrick Allen, Sue Lloyd, Annika Bullus, Chris Tulloch
Regie: George Mihalka
Drehbuch: Harry Alan Towers
Kamera: Peter Benison / Terry Cole
Musik: Rick Wakeman
FSK 12
Großbritannien / Kanada / Russland / 1995

Mit dem Ende des Kalten Krieges hat der britische Geheimdienst keine Verwendung mehr für seinen Topagenten Harry Palmer (Michael Caine). Dieser hält sich fortan mit zwielichtigen Aufträgen über Wasser, als der russische Geschäftsmann Alexej (Michael Gambon) auf ihn zukommt. In St. Petersburg berichtet er ihm von einer Bedrohung durch eine biochemische Waffe genannt "Der rote Tod", die aus einem geheimen Labor gestohlen wurde und nun meistbietend verkauft werden soll. Die zu Zeiten der Sowjetunion entwickelte Waffe hat das Potential jegliches Leben auszulöschen. Nun liegt es an Harry zu verhindern, dass sie in die falschen Hände gelangt ...


Bei britischen Geheimagenten denkt man unwillkürlich an die Figur von James Bond, der auf diesem Gebiet wohl das absolute Aushängeschild darstellt. Harry Palmer ist im Prinzip das genaue Gegenteil, handelt es sich bei ihm doch um einen eher unscheinbaren Typen der anstatt durch jede Menge Action vielmehr durch einen kühlen Kopf ins Auge fällt. Der vorliegende Film "Der rote Tod" ist der vierte Teil der sogenannten "Palmer Files", die ihren Anfang 1965 hatten und in denen Sir Michael Caine in der Hauptrolle zu bewundern ist. In diesem 30 Jahre nach "Ipcress - Streng geheim" erschienenen Werk hat Palmer regelrecht ausgedient und verliert nach Beendigung des kalten Krieges seinen Job und muss zusehen, sein Geld nun auf dem privaten Sektor zu verdienen. Gleich sein erster Auftrag verstrickt in dann in ein gefährliches Abenteuer, in dem eine Bio-Waffe im Mittelpunkt steht, die eine Gefahr für die gesamte Menschheit darstellen könnte. Die Erzählung von George Mihalka schlägt dabei eine eher ruhige Richtung ein und wartet nur gelegentlich mit kleineren Action Einlagen auf, bietet aber dafür einige geschickte Wendungen, die das Szenario durchgehend interessant machen.

Liebhaber von einem rasanten Tempo und überzogener Action a la James Bond werden an dieser Stelle keinesfalls fündig, denn "Der rote Tod" zählt eher zu den klassischen Agenten Geschichten. Das ist aber auch gar nicht weiter schlimm, denn die Geschichte weiß durch andere Zutaten zu überzeugen und bietet beispielsweise auf dem schauspielerischen Sektor absolut erstklassige Kost an. Caine selbst fällt dabei sicher am meisten auf, denn seine Darstellung des unscheinbaren Ex-Agenten ist richtig gut. Wirkt er stellenweise in einigen Momenten schon fast ein wenig hilflos und unbeholfen, so kann man sich doch jederzeit sicher sein, das in seinem Kopf fieberhaft nach Lösungen für manch prekäre Situation gesucht wird, in die der gute Mann geraten ist. Das gestaltet sich teilweise charmant und witzig, beinhaltet aber auch so manche Überraschung, so das sich insgesamt gesehen ein ziemlich wendungsreiches Geschehen präsentiert, an dem man jede Menge Spaß haben kann. 

Phasenweise tritt dabei sogar eine gewisse Situationskomik auf den Plan, wobei das Ganze aber zu keiner Zeit albern erscheint, oder die Ereignisse die Ernsthaftigkeit entbehren müssten, die der Thematik zu Grunde liegt. Mihalka hat hier wirklich die richtige Mischung gefunden und dürfte mit diesem Werk insbesondere die Fans der klassischen Agenten Filme ansprechen. Die jüngere Generation wird wohl eher nicht auf ihre Kosten kommen, ist man doch in der heutigen Zeit ganz andere Storys gewöhnt, in denen man das Hauptaugenmerk auf spektakuläre Effekte und regelrechte Action Gewitter legt, die hier definitiv nicht geboten werden. Man sollte also wissen auf welche Art von Film man sich einlässt, um im nachhinein keine Enttäuschung zu erleben. 

"Der rote Tod" erzählt eine durchaus spannende Geschichte und ist durch die Bank mit gut agierenden Darstellern besetzt. Kleinere Action Einlagen und etliche Wendungen würzen das Szenario ungemein und lassen einen Gesamteindruck entstehen, der sich auf jeden Fall über dem normalen Durchschnitt ansiedelt. Mir persönlich hat das Werk jedenfalls äußerst gut gefallen, so das ich an alle Freunde des klassischen Agenten Filmes definitiv eine Empfehlung aussprechen kann, denn Harry Palmer versteht es auch ohne großes Brimborium, den Zuschauer für sich zu gewinnen.


Fazit:


Action Junkies sollten bei James Bond bleiben, allen anderen ist auch Harry Palmer ans Herz zu legen. Mit kühlem Kopf und sehr viel Charme ausgestattet übersteht der Mann auch etliche brenzlige Situationen und bereitet einem dabei ein sehenswertes Filmerlebnis.


7/10

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