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Sonntag, 26. Juni 2016

Harry Palmer: Herren der Apokalypse






Harry Palmer: Herren der Apokalypse
(Midnight in St. Petersburg)
mit Michael Caine, Jason Connery, Yuri Limonty, Tanya Jackson, Michael Scherer, Michelle Burke, Gabriel Vorobyov, Michael Sarrazin, Lev Prygunov, Olga Anokhina, Yuriy Petrov, Anatoli Davydov, Serge Houde
Regie: Douglas Jackson
Drehbuch: Len Deighton / Harry Alan Towers
Kamera: Peter Benison
Musik: Rick Wakeman
FSK 12
Großbritannien / Kanada / Russland / 1995

Der ehemalige Secret-Service-Agent Harry Palmer hat sich als Privatdetektiv in Russland niedergelassen. Harry und sein Partner Nikolai Petrov sind gerade gestohlenem, waffenfähigem Plutonium auf der Spur, als Nikolais Freundin Tatiana aus einem Restaurant entführt wird. Harry und Nikolai entdecken schnell, dass die Entführung und der Plutonium-Diebstahl unmittelbar zusammenhängen. Offensichtlich hat die gefährliche russische Mafia ihre Finger im Spiel.


Mittlerweile hat sich Ex Agent Harry Palmer in Moskau als Privatdetektiv selbstständig gemacht und wird auch sogleich mit einer brisanten Sache beauftragt. Auch in diesem letzten Fall der sogenannten "Palmer Files" kann dabei auf einige Charaktere des Vorgängers "Der rote Tod" zurück gegriffen werden, was für den Zuschauer eine tolle Sache ist da man mit den Gesichtern schon vertraut ist. Als Regisseur zeichnet dieses Mal Douglas Jackson verantwortlich, der an dieser Stelle eine interessante und durchaus spannende Geschichte erzählt. Es geht um waffenfähiges Plutonium das nicht in die falschen Hände geraten darf und der gute Harry wird einmal mehr mit seinem Gegenspieler Alex konfrontiert, der fast selbstverständlich wieder seine Finger im Spiel hat. Und so entwickelt sich ein Wettlauf mit der Zeit, bei dem auch jede Menge Intrigen und kleinere Überraschungen mit von der Partie sind, so das auf jeden Fall für genügend Abwechslung gesorgt ist.

Im Prinzip gestalten sich die Abläufe ähnlich denen bei "Der rote Tod", so das der geneigte Action Junkie nicht unbedingt aus dem Vollen schöpfen kann. Die Ereignisse werden eher recht ruhig erzählt und bis auf kleine Tempowechsel und einigen kleineren Action Einlagen bekommt man es einmal mehr mit einem Agentenfilm in klassischer Form zu tun. Das mag nicht jedem gefallen, ist in der heutigen Zeit aber auch mal eine nette Abwechslung, denn überladene Actioner mit irrsinnigem Tempo bekommt man ja nun wirklich oft genug zu sehen.

Michael Caine agiert wie gewohnt extrem souverän und setzt bei seinen Ermittlungen vielmehr gesteigerten Wert auf seine grauen Zellen, als das er durch übermäßig körperliche Aktionen in Erscheinung treten würde. Das passt aber auch nahezu perfekt in das insgesamt sehr stimmige Gesamtbild eines Filmes, der durchgehend gute und solide Filmkost anbietet. Ich persönlich würde "Herren der Apokalypse" mit dem Vorgänger "Der rote Tod" auf eine Stufe stellen, ähneln sich doch nicht nur die jeweiligen Szenarien ziemlich stark, auch in allen anderen Belangen kommt immer wieder die alte Schule des klassischen Agentenfilmes zum Vorschein.

Letztendlich sollte sich jeder selbst ein Bild davon machen ob die letzten beiden Harry Palmer Fälle etwas für ihn sind, denn sicherlich wird dabei nicht jeder Geschmack getroffen. Ich aber mag diese eher ruhigen Filme, in denen ein konstanter Spannungsaufbau, gut agierende Schauspieler, jede Menge Intrigen und ein wenig Action ein Gesamtbild ergeben, das sich definitiv oberhalb des Durchschnitts ansiedeln kann.


Fazit:


"Herren der Apokalypse" ist ganz bestimmt kein Meisterwerk, doch immerhin bekommt man eine spannende Erzählung und einen wie immer glänzend aufgelegten Michael Caine präsentiert. Mit Logik, ein wenig Witz und jeder Menge Charme besteht er dann auch dieses Abenteuer und legt den bösen Buben das Handwerk.


7/10

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