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Freitag, 24. Juni 2016

San Andreas






San Andreas
(San Andreas)
mit Dwayne Johnson, Carla Gugino, Alexandra Daddario, Ioan Gruffudd, Archie Panjabi, Paul Giamatti, Hugo Johnstone-Burt, Art Parkinson, Will Yun Lee, Kylie Minogue, Colton Haynes, Todd Williams, Matt Gerald, Alec Utgoff
Regie: Brad Peyton
Drehbuch: Carlton Cuse / Andre Fabrizio / Jeremy Passmore
Kamera: Steve Yedlin
Musik: Andrew Lockington
FSK 12
USA / 2015

Ein Erdbeben in Stärke 9 auf der Richterskala erschüttert Los Angeles, das Ausmaß der Zerstörung ist gewaltig. Rettungspilot Ray zögert keine Sekunde: Mit seiner von ihm in Trennung lebenden Frau Emma fliegt er in seinem Hubschrauber von San Francisco Richtung Süden los, um in der verwüsteten kalifornischen Metropole nach seiner Tochter zu suchen und sie zu bergen. Die Fahndung in den Trümmern gestaltet sich als unübersichtlicher als gedacht. Und als überaus gefährlich: Nachbeben erschweren die Suche.


Oft genug kommt es einem als Zuschauer fast schon nervend vor, wenn ein Film mit jedem nur denkbaren Klischee behaftet ist. Im Bereich des Katastrophenfilmes ist dieser Umstand hingegen eher hilfreich, denn so entsteht doch immer wieder der sogenannte Stoff, aus dem wahre Helden gemacht werden. Auch bei vorliegendem Film "San Andreas" verhält es sich nicht anders, wobei darunter wie auch bei unzähligen anderen Vertretern ein Großteil der Glaubwürdigkeit auf der Strecke bleibt. Darüber kann man jedoch ohne Weiteres großzügig hinweg sehen, denn die Geschichte versteht es glänzend, von der ersten bis zur letzten Minute bestens zu unterhalten und legt dabei auch sofort einen sehenswerten Einstieg an den Tag. Gleichzeitig mit der spannenden und toll ins Bild gesetzten Anfangs Sequenz wird allerdings auch ersichtlich, das die mangelnde Realität diverser Abläufe hauptsächlich im Bereich des Rettungspiloten Ray (Dwayne Johnson) zu suchen ist. Dabei ist das waghalsige Rettungsmanöver zu Beginn lediglich die Spitze des Eisbergs, denn mit zunehmender Laufzeit kristallisiert sich immer mehr ein dermaßen hoch angesiedelter Helden Pathos heraus, das es einem normalerweise die Haare zu Berge stehen lassen müsste.

Im Prinzip ist das aber völlig egal, denn "San Andreas" ist nicht mehr und nicht weniger als ein typischer Hollywood Blockbuster, der selbstverständlich mit unzähligen hanebüchenen Übertreibungen ausgestattet ist, aber gerade wegen dieses Umstandes so ungemein unterhaltsam daher kommt. Zudem ist das Werk mit richtig guten Effekten ausgestattet und ganz generell merkt man der Erzählung die hohe Budgetierung von gut 110.000.000 $ sehr wohl an. Im Grunde genommen handelt es sich hier um eine absolut typische Produktion des guten Roland Emmerich, aber oh Wunder, unser deutsches Aushängeschild hat gar nichts mit diesem Blockbuster zu tun. Vielmehr entstand das Szenario unter der Regie des eher unbekannten Kanadiers Brad Peyton und der gute Mann hat ganz offensichtlich die Mechanismen des Geschäftes sehr gut verstanden. Er liefert dem Publikum nämlich genau das, was man sich von einem Film dieser Art erwarten darf, jede Menge Action, ein rasantes Tempo, tolle Effekte und ein nahezu pompöses Gesamtbild. 

Die schon kurz erwähnten Klischees dürfen da selbstverständlich nicht fehlen und so sieht man "The Rock" bei seiner selbst auferlegten Rettungsmission in den unglaublichsten Situationen, die von der Action Ikone selbstredend fast spielerisch gemeistert werden. Das dabei die Realität fast gänzlich auf der Strecke bleibt dürfte einen nicht sonderlich verwundern, was in meinen Augen insbesondere in der Passage besonders stark zum tragen kommt, als dem Betrachter eine haarsträubende Lösung dafür präsentiert wird, wie man eine meterhohe Tsunamiwelle überwinden kann. So unglaubwürdig das alles erscheint, so unglaublich unterhaltsam ist das Szenario gleichzeitig. Seien wir doch einmal ehrlich, denn genau diese Zutaten erwartet man doch aus der Traumfabrik in den USA und so wird man in dieser Beziehung auch bestens versorgt.

"San Andreas" bietet also das typische Popcorn Kino in einer pompösen Ummantelung und dürfte somit genau den Nerv des breiten Mainstream Publikums treffen. Das die Geschichte dabei kaum inhaltlichen Nährwert, geschweige denn eine hohe Authenzität beinhaltet dürfte jedem klar sein und so sollte man am Ende auch keinesfalls enttäuscht sein. Hier zählt einzig und allein der Unterhaltungswert und Brad Peyton sorgt durchgehend dafür, das dieser in hohem Maße vorhanden ist. Am besten ist es also das eigene Gehirn auszuschalten und sich ganz einfach an einer Story zu erfreuen, die zwar keinerlei Wert auf Realismus und Glaubwürdigkeit legt, aber in Sachen Kurzweil auf einem hohen Niveau angesiedelt ist.


Fazit:


Dwayne "The Rock" Johnson ist der unbesiegbare Held in diesem Katastrophen Szenario, das sich fast nahtlos in die Reihe von Filmen wie beispielsweise "2012" einordnet. Sämtliche notwendigen Zutaten sind vorhanden und wurden zu einem herrlich unrealistischen Blockbuster verint, den man sich auch gern mehrmals anschauen kann.


7/10

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