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Freitag, 29. Juli 2016

Arena of the Street Fighter






Arena of the Street Fighter
(Street Gangs)
mit Mike Möller, Volkram Zschiesche, Oliver Juhrs, Mathis Landwehr, Alister Mazzotti, Nico Sentner, Spiros Anastassiadis, Michael Bornhütter, Michael Braun, Najely Chumana, Thomas Hacikoglu, Sigo Heinisch
Regie: Mike Möller
Drehbuch: Mike Möller
Kamera: Tim Nowitzki
Musik: Ingo Hauss
keine Jugendfreigabe
Deutschland / 2012

In der nahen Horrorzukunft, wenn Anarchie die Straßen regiert, brutale Banden hemmungslos Willkür üben und die Versorgung mit Flaschenbier trotzdem irgendwie noch funktioniert, ist Biker Mikey einer der letzten Männer mit Idealen und Ehre. Als Mitglieder der Streetgang Bloods seinen besten Kumpel töten, zieht Mikey auf den Pfad der Rache. Rückschläge machen ihn nur stärker, Knastaufenthalte und Arbeitslager vermögen ihn nicht zu brechen, ganze Heerscharen fallen unter seinen schnellen Fäusten.


Im Bereich des Martial Arts Films hat Deutschland nun wirklich nichts zu bieten und so ist es keineswegs verwunderlich, das Mike Möller sich seinerzeit an die Arbeit gemacht hat, um mit "Arena of the Street Fighter" zumindest den Versuch zu starten, diese Leere ein wenig zu füllen. Dabei hat es über vier Jahre gedauert bis das Werk fertig gestellt war und das Ergebnis kann sich im Bereich Action und Kampfeinlagen wirklich sehen lassen. Möller fungiert dabei gleichzeitig als Regisseur, Hauptdarsteller, Drehbuchautor und Produzent, wobei sich der gute Mann mit der aufgebürdeten Verantwortung eventuell ein klein wenig übernommen hat. Im Prinzip handelt es sich um eine recht simple Rachegeschichte in dessen Fokus der junge Mickey (Möller) steht, der den Mord an seinem besten Freund rächen will. Das Ganze wurde zudem in der Gang-Szene angesiedelt, wobei die hier angesiedelten Ereignisse doch oft genug einen etwas befremdlichen Eindruck hinterlassen. Das ist einerseits in den doch äußerst billig wirkenden Schauplätzen und der insgesamt kostengünstigen Inszenierung begründet, auf der anderen Seite entpuppt sich auch das ziemlich holprige Drehbuch nicht gerade als hilfreich.

Unter Letzterem leidet dann in erster Linie der Erzählfluss der Abläufe, denn in etlichen Passagen ist die Story fast schon ein bisschen wirr in Szene gesetzt worden, desweiteren ist die mangelnde Substanz der inhaltlichen Komponente nur extrem schwer zu übersehen. Bei diesen Dingen sollte man also schon im Vorfeld ganz erhebliche Abstriche machen, denn "Arena of the Street Fighters" zählt auf keinen Fall zu den Filmen, die hauptsächlich durch inhaltliche Tiefe auf sich aufmerksam machen. Stattdessen präsentiert sich gerade in den ersten gut 45 Minuten ein Szenario, das gelegentlich schon äußerst hanebüchen erscheint und größtenteils durch eher sinnlose Sequenzen auffällt und gleichzeitig mit wilden Schlägereien aufwartet, in denen jeder auf jeden einschlägt bis letztendlich der Notarzt kommt. Möller will zwar damit lediglich die Härte der Straße und die damit verbundene Gewalt darstellen, verzettelt sich dabei aber etwas in teils sinnbefreiten Massenschlägereien, die allerdings unterhaltsam in Szene gesetzt wurden.

Das gilt aber ganz generell für den gesamten Film, der sich zwar rein inhaltlich in einem fast schon luftleeren Raum ansiedelt, aber im Bezug auf Action, Tempo und Kampfeinlagen wirklich überraschend gute Filmkost anbietet. Ob man Mike Möller dabei wie auf dem Blu-ray Cover erwähnt als europäische Antwort auf Tony Jaa und Jet Li einstufen kann wage ich zu bezweifeln, aber das der Mann in Sachen Martial Arts eine Menge auf dem Kasten hat, wird dem Zuschauer anschaulich näher gebracht. Bei diesem Aspekt sollte man jedoch auch die anderen Akteure nicht unerwähnt lassen, denn insbesondere die Kampfszenen der Darsteller sind richtig gut und choreografisch erstklassig ins Bild gesetzt worden. Mit einem höheren Budget hätte man das Ganze dann auch mit ein wenig Stil ausstatten können, was aber vielleicht den Touch der Straßengang-Szene wiederum verwässert hätte.

Dennoch offenbart das Werk vor allem im Bezug auf die vorhandenen Locations für so manchen echten Brüller und erfährt dadurch gleichzeitig eine unfreiwillig komische Note. So findet beispielsweise ein Kampf-Turnier nicht etwas in einer Arena, sondern in einer popeligen Turnhalle statt, in der man ganz einfach ein paar Turnmatten zusammen geschoben und einige Scheinwerfer aufgestellt hat. Das sorgt schon für deftige Lacher und verleiht dem Szenario einen trashigen Anstrich, der dem gewonnenen Gesamtbild aber durchaus zu Gute kommt. Auch in anderer Hinsicht kommt es dabei zu manch skurrilen Situationen die Möller sicherlich nicht unbedingt beabsichtigt hat, die aber ganz klar aufzeigen, in welchen Bereichen der Film seine offenkundigen Mängel hat. Dazu zählt dann auch das Schauspiel der Protagonisten, das doch größtenteils aufgesetzt und hölzern erscheint. Lediglich im Bezug auf die Fights machen die Leute einen richtig ordentlichen Job, so das man von Beginn an darauf vorbereitet sein sollte, welche Art von Film einen hier erwartet. Und so kann man "Arena of the Street Fighters" im Bezug auf Kampfszenen und Action als absolut sehenswerten Vertreter einstufen, der allerdings durch inhaltlich Schwächen und teils hanebüchene Passagen auch durchaus als kleine Perle des Trashfilms angesehen werden kann.


Fazit:


Wenn einen eine stellenweise konfuse Story, ein schwaches Drehbuch und mangelnde Schauspielkunst nicht stören, dann kann man an dieser Stelle auf jeden Fall einen Blick riskieren. Als Trash Liebhaber und Freund gelungener Kampf-Choreografien kommt man nämlich sehr wohl auf seine Kosten, aber höhere Ansprüche kann dieser Beitrag definitiv nicht erfüllen.


6/10

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