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Samstag, 9. Juli 2016

POD - Es ist hier...






POD - Es ist hier...
(POD)
mit Lauren Ashley Carter, Larry Fessenden, Brian Morvant, Dean Cates, John Weselcouch, Forrest McClain
Regie: Mickey Keating
Drehbuch: Mickey Keating
Kamera: Mac Fisken
Musik: Giona Ostinelli
keine Jugendfreigabe
USA / 2015

Nachdem die zerstrittenen Geschwister Ed und Lyla eine beunruhigende Nachricht erhalten haben, fahren sie zum abgeschiedenen Haus ihrer Familie in Maine, um eine Intervention für ihren immer paranoider werdenden Bruder Martin, einen Kriegsveteran, abzuhalten. Die Situation gerät jedoch schnell außer Kontrolle, als die beiden entdecken, dass das Haus komplett durchwühlt ist und Martin an eine schreckenerregende Verschwörungstheorie glaubt, die sich um eine finstere Macht dreht, von der er denkt, dass sie im Keller gefangen ist.


Oft genug sind es die eher kleinen Independent Produktionen, die den Zuschauer wirklich noch positiv überraschen können. Mit "POD - Es ist hier..." liegt einmal mehr ein solcher Film vor, der unter der Regie von Mickey Keating (Ritual) entstanden ist. Dabei handelt es sich um eine Geschichte, in der sich die Genres SCI/FI, Thriller und Horror absolut gelungen miteinander verbinden und so einen äußerst gelungenen Genre Mix auf den Betrachter los lassen. Schon die Anfangs Sequenz deutet an, das Keating in seiner Erzählung auf eine geheimnisvolle Note setzen will und mit zunehmender Laufzeit wird aus dieser Andeutung die pure Gewissheit. Das sorgt zwangsläufig für gesteigertes Interesse und man ist sehr gespannt darauf, auf was die Erzählung am Ende denn nun wirklich hinaus läuft. In den ersten gut 40 Minuten scheint sich eine ganz offensichtliche Richtung zu ergeben, denn in dieser Zeitspanne, deutet eigentlich alles darauf hin, das man es mit einem atmosphärisch äußerst dichten Paranoia Thriller zu tun hat, in dem die drei Hauptfiguren einen ordentlichen Job abliefern. Danach ändert sich die eingeschlagene Richtung jedoch vollends und Keating wartet nun mit diversen Wendungen auf, die den Betrachter ein ums andere mal in die Irre führen.

Von diesem Aspekt kann "POD" dann auch bis zur letzten Einstellung zehren, hat der Regisseur es doch absolut erstklassig verstanden, den dramaturgisch gut aufgebauten Spannungsbogen konstant am oberen Level zu halten. Das Mischen der verschiedenen Genres sorgt für zusätzliche Würze und immer wenn man der Meinung ist der endgültigen Lösung auf die Spur gekommen zu sein, wirft der nächste eingebaute Plot Twist alles wieder über den Haufen. Erst ganz am Ende wird man mit des Rätsels Lösung konfrontiert, wobei sich der finale Showdown nicht ganz so ergiebig darstellt, wie man es sich eventuell gewünscht hätte. Das Szenario endet nämlich ziemlich abrupt und vollkommen erschöpfende Information über die Hintergründe des Ganzen bleibt leider aus, so das einige Details der Fantasie des Zuschauers überlassen werden. 

Mit einer Laufzeit von gerade einmal knapp 76 Minuten ist die Geschichte prinzipiell genau richtig bemessen, denn so kommen während der gesamten Laufzeit überhaupt keine Längen auf. Andererseits wären ein paar Minuten mehr vielleicht doch nicht so schlecht gewesen, um einem die Hintergründe des ominösen Geschehens noch ein bisschen plausibler näher zu bringen. Wie dem aber auch sei, in diesem Punkt liegt dann auch der einzige kleine Kritikpunkt vor, denn ansonsten kann dieser Independent Mix auf der ganzen Linie überzeugen und ist eine recht willkommene Abwechslung zum ansonsten oft vorgesetzten Einheitsbrei. Wirklich hart geht es allerdings nicht zur Sache und so sollte man trotz der hohen Alterseinstufung kein Werk mit einem hohen Härtegrad erwarten. In dieser Beziehung bekommt man dann auch eher wenig geboten, wobei aber immerhin einige nette Szenen zu erkennen geben, die den üblichen Rahmen an Härte aber nie überschreiten.

Insgesamt gesehen hat mich "POD - Es ist hier" aber bis auf kleine Mängel absolut überzeugt. Seine größte Stärke hat der Film dabei in der vorherrschenden Atmosphäre, die sich fast minütlich immer stärker verdichtet und dabei sehr bedrohliche Züge erkennen lässt. Die eingebauten Wendungen, anständig agierende Darsteller und ein stellenweise herrliches Verwirrspiel sorgen dann für ein ungemein stimmiges Gesamtbild, so das man diese kleine, aber sehr feine Produktion ohne Weiteres weiter empfehlen kann.


Fazit:


Mickey Keating beweist hier durchaus Feingefühl für eine gelungene Kombination aus verschiedenen Genres und setzt bei seiner Erzählung auf eine dichte Grundstimmung. Diverse Richtungsänderungen sorgen für zusätzliche Spannung und lassen den Zuschauer bis zum Ende im Unklaren darüber, womit er es hier letztendlich zu tun hat.


7/10

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