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Montag, 29. August 2016

Closer to God






Closer to God
(Closer to God)
mit Jeremy Childs, Shelean Newman, Shannon Hoppe, David Alford, Isaac Disney, Flint Adam, Skye Arnold, Colleen Barton, Jaycen Blackburn, Corey Caldwell, Cris Cunningham, Brinn Daniels, Glenn Cartwright
Regie: Billy Senese
Drehbuch: Billy Senese
Kamera: Evan Spencer Brace
Musik: Thomas Nola
FSK 16
USA / 2014

Dr. Reed ist ein brillianter Gen-Wissenschaftler, dem es gelungen ist, ein menschliches Wesen zu klonen das gesunde und gut entwickelte Baby Elizabeth. Seither wird Dr. Reed von Politikern, religiösen Aktivisten und Extremisten angefeindet. Doch was nur ein kleiner Zirkel weiß: vor Elizabeth kam das Klon-Baby Ethan auf die Welt missgebildet und aggressiv von Geburt an. Ethan sollte für immer weggesperrt werden, doch inzwischen lässt sich das genetisch mutierte Experiment nicht mehr kontrollieren.


Wissenschaftlicher Fortschritt sollte in der Regel ein Segen für die Menschheit sein, doch gibt es auch bestimmte Bereiche, die immer wieder kontroverse Diskussionen nach sich ziehen. Die Thematik des Klonens zählt ganz bestimmt dazu und Regisseur Billy Senese widmet sich in seinem Erstlingswerk eben diesem brisante Thema. Im Prinzip kann man "Closer to God" ohne Weiteres als moderne Frankenstein Adaption ansehen, denn die Hauptfigur Dr. Reed hat es nach jahrelangen Experimenten geschafft, mit Elizabeth das erste Klon-Baby auf die Welt zu bringen. Aufgrund der Inhaltsangabe zu diesem Film kann man allerdings schon ersehen das dieser Aspekt nur bedingt richtig ist, denn wie nicht anders zu erwarten beinhaltet die Geschichte auch einen äußerst dunklen Nebeneffekt. Senese beleuchtet in seiner Erzählung sehr eindringlich die Frage, ob es sich um einen genialen Segen der Wissenschaft handelt, oder ob vielmehr jegliche Grenzen der Ethik und Moral völlig über Bord geworfen worden sind. 

Das gibt sich in etlichen Passagen zu erkennen, so bekommt man beispielsweise via TV verschiedene Meinungen diverser Experten angeboten, oder es werden unterschiedliche Meinungen etlicher Demonstranten eingespielt. Dabei werden einerseits durchaus Vorzüge des Klonens erwähnt, gleichzeitig aber auch etliche Stimmen laut, die das Ganze als unethischen Eingriff in die Naturgesetze bezeichnen. Ein leicht religiöser Hintergrund ist nebenbei dann auch noch zu erkennen, denn wie nicht anders zu erwarten wird der Begriff Gott des Öfteren in den Raum geworfen. Im Prinzip also die zu erwartenden Zutaten für einen Film dieser Art, dessen Geschehen zudem auch noch relativ vorhersehbar daher kommt. Und dennoch ist "Closer to God" meiner persönlichen Meinung nach ein äußerst nachdenklich stimmender Beitrag, was insbesondere in der ersten Filmhälfte stark zum Ausdruck kommt.

Senese hat eine gelungene Mixtur aus SCI/FI, Thriller und ein wenig Horror gefunden, wobei Letzterer erst im letzten Drittel der Story etwas mehr in den Vordergrund rückt. In der Hauptsache handelt es sich nämlich vielmehr um eine sehr düstere Zukunftsvision, die den Zuschauer durchgehend in einen moralischen Zwiespalt versetzt und mit den unterschiedlichsten Emotionen versorgt. Denn auch wenn man den Vorgang des Klonens an sich als Eingriff in die Naturgesetze ansieht, so kann man doch keinesfalls den positiven Aspekt außer acht lassen, das durch eine höchst diskutable Prozedur im Nachgang eventuell etliche schwere Krankheiten geheilt werden könnten. Eben diese Punkte werden hier auch äußerst gut thematisiert und die Macher des Werkes haben es ausgezeichnet verstanden, den Betrachter mit den unterschiedlichen Sichtweisen zu konfrontieren. 

Ganz egal wie man zu der vorliegenden Thematik steht, auf jeden Fall bietet "Closer to God" einen in meinen Augen sehenswerten Beitrag zu einem brisanten und extrem diskutablen Thema. Dies geschieht in einer eher ruhigen, ja fast schon bedächtigen Erzählweise und trotzdem beinhaltet die Story ein Höchstmaß an Intensität, die sich allein schon aufgrund der umstrittenen Klon-Technik freisetzt. Ich persönlich hätte mir eventuell eine noch etwas ausführlichere Beleuchtung der Kernthematik gewünscht, aber auch in der vorliegenden Form ist "Closer to God" allemal sehenswert.


Fazit:


Es ist schon sehr mutig, gleich sein Regie Debüt einem dermaßen kontroversen Thema zu widmen, doch Billy Senese hat dem Ganzen noch einen drauf gesetzt, indem er seine Erzählung auch noch gut umgesetzt hat. Natürlich ist der Film keinesfalls perfekt und wird auch sicherlich die Meinungen spalten, aber insgesamt gesehen kann man ohne Weiteres eine Empfehlung aussprechen.


7/10

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