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Sonntag, 21. August 2016

The Forest (2016)







The Forest
(The Forest)
mit Natalie Dormer, Eoin Macken, Stephanie Vogt, Osamu Tanpopo, Yasuo Tobishima, Ibuki Kaneda, Akiko Iwase, Kikuo Ichikawa, Noriko Sakura, Jozef Aoki, Yûho Yamashita, Taylor Kinney, Gen Seto, Terry Diab
Regie: Jason Zada
Drehbuch: Nick Antosca / Sarah Cornwell / Ben Ketai
Kamera: Mattias Troelstrup
Musik: Bear McCreary
FSK 16
USA / 2016

Schreckliche Dinge erzählen sich die Menschen über Aokigahara, den berüchtigten Selbstmordwald am Fuße des Fuji. Als die junge Amerikanerin Sara (Natalie Dormer) erfährt, dass ihre Zwillingsschwester Jess dort unter mysteriösen Umständen verschwunden ist, fliegt Sara ohne zu zögern nach Japan und begibt sich sofort auf die Suche. Trotz aller Warnungen, keinesfalls vom Waldweg ab zu kommen, zieht es Sara immer tiefer ins finstere Dickicht. Dort wird sie mit den gequälten Seelen der Toten konfrontiert, die es auf alle abgesehen haben, die ihren Weg kreuzen ...


Auf dieses Erstlingswerk von Jason Zada hatte ich mich wirklich gefreut, verspricht doch die Inhaltsangabe eine ganze Menge und schürt die Hoffnung, endlich einmal wieder einen gelungenen Grusler zu Gesicht zu bekommen. Zudem ist der Hintergrund, das es den ominösen Selbstmordwald Aokigahara wirklich gibt ein weiterer interessanter Gesichtspunkt. Mangels einer Drehgenehmigung von der japanischen Regierung konnte man den Film allerdings nicht an den Originalschauplätzen drehen, so das man kurzerhand nach Serbien ausgewichen ist. Ob es lediglich an dieser Tatsache liegt, das der Hauptschauplatz völlig austauschbar erscheint vermag ich nicht zu beurteilen, doch obwohl man sich hier ein dichtes Waldgebiet ausgesucht hat, will nur relativ selten eine unheimliche Atmosphäre in den Vordergrund treten. Im Prinzip ist das aber auch vollkommen egal, denn nach einem gelungenen und Hoffnung schürenden Einstieg in die Geschichte verflacht "The Forest" zusehends und schafft es nur äußerst selten, dem Zuschauer ein echtes Grusel Feeling zu präsentieren. So vergehen dann auch erst einmal gut 45 Minuten mit einer Einführung in das Geschehen, die man auch ohne Weiteres kürzer hätte gestalten können. Die beiden Hauptfiguren Sara und Aiden werden einem ein wenig näher gebracht und ansonsten gibt es bis auf jede Menge Dialoge kaum Nennenswertes zu berichten, da sich so gut wie gar nichts tut.

Erst danach wartet Zada mit ein paar paranormalen Elementen auf, die sich in Form von CGI Effekten zu erkennen geben. Wirklich gruselig oder übermäßig spannend gestaltet sich das Ganze allerdings nicht, denn da der gute Mann fast ausschließlich mit Jump Scare arbeitet, nutzt sich dieses Element doch mit zunehmender Laufzeit relativ schnell ab. Phasenweise wirkt das Szenario sogar künstlich in die Länge gezogen und da die nötige Grundstimmung immer nur sporadisch in Erscheinung tritt, kann es eventuell sogar zu leichten Ermüdungserscheinungen kommen. Erst im letzten Drittel nehmen die Abläufe dann ein klein wenig Fahrt auf und Jason Zada probiert mit kleineren Wendungen, das eher maue Gesamtbild ein wenig aufzupeppen. Das will allerdings nicht wirklich gelingen, denn dafür gestaltet sich das Geschehen viel zu vorhersehbar, so das auch die Pointe am Ende nicht den erwünschten Überraschungseffekt bietet. Da sich "The Forest" selbst als Horrorfilm deklariert, muss man ihn auch als solchen bewerten und in dieser Beziehung versagt das Werk leider viel zu oft, als das man von einem überzeugenden Gesamteindruck sprechen könnte.

Zwar treten immer wieder viel versprechende Ansätze auf den Plan, aber leider wurde es völlig versäumt, diese auch konsequent weiter zu verfolgen. Dies mag vielleicht in der mangelnden Erfahrung des Regieneulings begründet sein, aber ganz augenscheinlich war Zada nicht dazu in der Lage, dem Betrachter einen in sich stimmigen Gruselfilm zu präsentieren. Eigentlich schade, denn aus dem vorliegenden Stoff hätte man ganz sicher viel mehr heraus holen können, stattdessen hat man sich aber darauf beschränkt einen lauen Horrofilm an den Start zu bringen, der letztendlich wenig Sehenswertes anbietet.

Und so dürfte es dann auch bei den meisten Leuten bei einer einmaligen Sichtung bleiben, denn einen wirklich nachhaltigen Eindruck kann dieser Beitrag nicht im Gedächtnis hinterlassen. Guter Horror geht anders und ganz generell wird man die gesamte Laufzeit über das Gefühl nicht los, das es sich doch vielmehr um einen Psychothriller als um einen Gruselfilm handelt. Das muss natürlich jeder für sich selbst beurteilen, aber im Endeffekt ist "The Forest" keinesfalls der Beitrag, den sich außer mir auch noch etliche andere Leute gewünscht hätten. Eine Geschichte mit Potential wurde nur lauwarm und halb gar umgesetzt und mit mehreren Jump Scare Einlagen angereichert, was am Ende nur für einen maximal durchschnittlichen Eindruck sorgt.


Fazit:


Jason Zada offeriert mit "The Forest" einen Erstling, der keinesfalls gänzlich überzeugen kann. An dieser Stelle hätte man viel mehr bewerkstelligen können, aber ein unerfahrener Regisseur und mittelmäßige Darsteller verhindern ein besseres Gesamtbild. Zur einmaligen Sichtung durchaus geeignet, für mehr reicht es aber leider nicht.


5/10

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