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Mittwoch, 31. August 2016

Zero Tolerance






Zero Tolerance
(Zero Tolerance)
mit Dustin Nguyen, Scott Adkins, Sahajak Boonthanakit, Gary Daniels, Prinya Intachai, Kane Kosugi, Jaak Austin, Abishek J. Bajaj, Voravit Chamroenlert, Jennifer Claesson, Noppawong Khamtonwong, Nate Earmratana
Regie: Wych Kaosayananda
Drehbuch: Wych Kaosayananda
Kamera: Wych Kaosayananda
Musik: Dan Bewick
FSK 16
Thailand / 2015

Im Chao Praya River in Bangkok wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Der ermittelnde Gesetzeshüter Peter erkennt sie schnell: Bei dem nackten und gefesselten Opfer handelt es sich um die Tochter seines alten Freundes Johnny, mit dem er einst zusammen gearbeitet hat. Zusammen setzen die zwei alten Partner alles daran, die Verantwortlichen für den Tod der Tochter zur Rechenschaft zu ziehen. Welche Rolle spielen bei dem Verbrechen die gefährlich anmutenden Männer Steven und Sammy? Ein blutiger Rachefeldzug ist unausweichlich.


Der thailändische Regisseur Wych Kaosayananda zählt zu denjenigen seiner Zunft, deren Filme sich beim Publikum eher als Flops heraus stellen. So verhielt es sich auch beim eigentlich schon 2012 erschienenen Film "Angels" der auf so gut wie keine Gegenliebe stieß. Kurzerhand wurde daraufhin das Drehbuch umgeschrieben und die Darsteller Riege durch amerikanische Darsteller wie Gary Daniels und Scott Adkins erweitert, wobei gleichzeitig auch noch ein ordentlicher Nachdreh stattgefunden hat, um dann drei Jahre später den vorliegenden "Zero Tolerance" zu präsentieren. Liest man sich dann einmal die bisher erschienenen Kritiken zum vorliegenden Beitrag durch, scheinen die "Reparaturarbeiten" nicht unbedingt mehr Qualität zu Tage zu fördern, denn maximal durchschnittliche Bewertungen sprechen eigentlich eine deutliche Sprache. Zumindest teilweise ist das auch durchaus nachvollziehbar, denn die Erzählung beinhaltet definitiv so einige Schwächen, aber so schlecht wie einige behaupten, ist der neue Aufguss dann wirklich nicht.

Kaosayananda zeichnet hier übrigens auch noch für das Drehbuch und die Kameraarbeit verantwortlich und vielleicht ist es dann auch darin begründet, das die Geschichte nur streckenweise überzeugen kann. Die Ausgangslage beinhaltet jedenfalls genügend Potential für eine ordentliche Rache Story, doch die streckenweise unglaubwürdige Umsetzung der Geschehnisse trägt die Hauptschuld daran, das der Gesamteindruck letztendlich etwas getrübt wird. Das ein Vater den Tod seiner Tochter rächen will ist im Prinzip völlig verständlich, wenn man allerdings im Laufe des Szenarios mitbekommt, wie wahllos der gute Johnny sämtliche Verdächtige aus dem Weg räumt, dann stellt man sich ganz unweigerlich die Frage, ob dies aus einem unsäglichen Schmerz heraus, oder einfach aus der puren Lust am töten passiert. Dustin Nguyen mimt den kalten Rächer zwar ganz ordentlich, doch seine Handlungsweisen sind größtenteils nur sehr schwer nachzuvollziehen. Insbesondere rückt dieser Aspekt am Ende in den Vordergrund, als der Zuschauer in einem Flashback die wahren Umstände geliefert bekommt, wie die junge Angel zu Tode gekommen ist.

Hat Kaosayananda bis dahin zumindest die Spannung im Bezug auf die Umstände aufrecht erhalten können, so ist man von dem relativ unspektakulären Finale doch ziemlich enttäuscht. Den Showdown hätte man ohne Weiteres auch etwas anders gestalten können, zudem erscheinen spätestens jetzt sämtliche zuvor begangenen Handlungen nicht nachvollziehbar und man fragt sich unwillkürlich, warum eigentlich so viele Menschen ihr Leben verlieren mussten. Hier liegt wirklich eine ganz eklatante Schwäche des Szenarios vor, das zuvor trotz diverser Mankos dennoch recht gut unterhalten konnte. So bekommt man mehrere sehenswerte Action Passagen geliefert und stellenweise liegt auch ein recht ordentliches Tempo vor. Das Schauspiel der Protagonisten bewegt sich hingegen lediglich im Durchschnittsbereich, denn stellenweise fehlt es doch am nötigen Ausdruck und einer gelungenen Mimik, was gleichzeitig auch die Glaubwürdigkeit der einzelnen Charaktere in Zweifel zieht. Nun hört sich das alles in der Summe eher negativ an und dennoch hat "Zero Tolerance" mir persönlich ziemlich gut gefallen. Woran das im Speziellen lag kann ich noch nicht einmal sagen, aber irgendwie geht eine schwer zu definierende Faszination von diesem Film aus, der ich mich nicht erwehren konnte.

Letztendlich muss sich jeder selbst ein Bild von dieser neu gestalteten Version eines Filmes machen, der auf jeden Fall mehrere gute Ansätze beinhaltet, die aber größtenteils nicht konsequent heraus gearbeitet wurden. Ob "Zero Tolerance" einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt vermag ich nicht zu beurteilen, aber zur einmaligen Sichtung eignet sich dieser Beitrag definitiv. Trotz unübersehbarer Mängel bekommt der Betrachter nämlich kurzweilige Filmkost geboten, bei der man die Messlatte im Bezug auf die Glaubwürdigkeit der Geschehnisse allerdings nicht zu hoch ansetzen sollte.


Fazit:


Es ist wirklich schade, das aus den vorhandenen Möglichkeiten nicht mehr heraus geholt wurde, denn dann hätte man "Zero Tolerance" ohne Weiteres als durchgehend überzeugenden Beitrag einordnen können. In der vorliegenden Form kann man jedoch diverse Unzulänglichkeiten schwerlich übersehen, so das sich das Werk leider nur im Durchschnittsbereich ansiedelt.


6/10

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