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Montag, 12. September 2016

Lady Justice - Im Namen der Gerechtigkeit






Lady Justice - Im Namen der Gerechtigkeit
(Fighting for Freedom)
mit Bruce Dern, Kristanna Loken, José María Yazpik, Eddie Allen, Nicholas Baroudi, Mike Barry, Yeniffer Behrens, Joseph Capone, Dylan Carusona, Brianne Cordaro, Patricia De Leon, Lindsay DeLuca, Ian Duncan, Emily Eckman
Regie: Farhad Mann
Drehbuch: Chris Loken
Kamera: David Herrington / Shawn Schaffer
Musik: Julio Reyes Copello
FSK 12
USA / 2013

Oscar wird nach einem kurzen Besuch in Mexiko nicht zurück in die USA gelassen, da er zuvor illegal eingereist ist. Mit ihm reisen seine Frau und sein Baby Angelica. Ihre beiden anderen Kinder sind in den USA geboren und sind dadurch US-Bürger, sie befinden sich auf der Form Love Orchard in New York, auf der Oscar gearbeitet hat. Die Familie beschließt daraufhin, die Grenze erneut illegal zu überqueren. Drei Jahre später wird jedoch jemand auf die illegalen Migranten aufmerksam und eine lange Prozessreihe beginnt, dessen Ziel es ist, die junge Angelica zusammen mit ihren Eltern nach Mexiko anzuschieben. Doch Karen, die Tochter des Besitzers von Love Orchard und eine erfolgreiche Anwältin, lässt dies nicht auf sich sitzen und beginnt für die Rechte von Oscars Familie zu kämpfen.


Der vorliegende Justiz-Thriller beruht auf einer wahren Begebenheit und widmet sich dabei der allgegenwärtigen Thematik von illegalen Einwanderern. In der Hauptrolle ist dabei die bildhübsche Kristanna Lokken zu sehen, die bisher eigentlich immer durch Rollen ins Auge gefallen ist, die nicht unbedingt einen hohen Anspruch an darstellerische Fähigkeiten beinhaltet haben. Ganz anders gestaltet sich das im vorliegenden Fall, denn neben ihrem blendenden Aussehen kann die Schauspielerin hier auch einmal eine Kostprobe ihrer darstellerischen Fähigkeiten zum Besten geben, denn in der Rolle einer ambitionierten Anwältin versteht sie es durchaus zu überzeugen. Die Geschichte von Farhad Mann wagt dabei den Spagat zwischen Gesetzgebung und Menschlichkeit, wobei beide Seiten während der Laufzeit ausführlich zum Ausdruck kommen.

Gleichzeitig wird in einem Nebenerzählstrang auch noch die scheinbar komplizierte Beziehung der Hauptfigur zu ihrem Vater thematisiert, was dem Ganzen eine zusätzlich emotionale Note angedeihen lässt. Obwohl "Lady Justice - Im Namen der Gerechtigkeit" sich selbst als Justiz-Thriller deklariert, ist gerade der Begriff Thriller eigentlich fehl am Platz. Echten Thrill bekommt man nämlich nicht geboten, vielmehr sind diverse Züge eines Dramas zu erkennen. Wer also auf echte Spannung und Tempo hofft ist hier an der falschen Adresse, denn in der Hauptsache werden vielmehr die Freunde ruhiger Erzählungen auf ihre Kosten kommen. Im Grunde genommen passiert nämlich nicht wirklich viel, fast das gesamte Geschehen spielt sich innerhalb eines Gerichtssaals ab und das mag manch einem eventuell ein wenig trocken und langweilig vorkommen.

Wenn man sich allerdings auf die Geschichte einlassen kann und gerade die beiden vollkommen unterschiedlichen Anwälte samt ihrer Argumente eingehender betrachtet, dann wird man seine Freude an diesem einfühlsamen Beitrag haben. Etliche und teils sehr gute Dialoge sowie genügend Freiraum für zwischenmenschliche Momente ergeben in der Summe ein stimmiges Gesamtbild, wobei man allerdings eine Vorliebe für Filme dieser Art haben sollte. Ein Donald Trump würde wohl im aktuellen US-Wahlkampf die Zornesröte ins Gesicht steigen wenn er dieses Werk sehen würde, denn der Ausgang der Story würde dem guten Mann so gar nicht in den Kram passen. Wie dem aber auch sei, "Lady Justice - Im Namen der Gerechtigkeit" hat mir persönlich sehr gut gefallen und so kann ich nur eine Empfehlung an all jene aussprechen, die auch einmal auf Tempo, Action und Thrill verzichten können.

Statt seinen Film künstlich aufzupäppeln konzentriert sich Farhad Mann auf das Wesentliche und zeichnet dabei einen familiären Einzelfall, dem eine viel diskutierte Thematik zu Grunde liegt. Das geschieht völlig unspektakulär und ohne sonderliche Höhepunkte, was im vorliegenden Fall aber sicherlich das Beste ist. So kann man sich bestens dem Kampf zwischen Gesetz und Gerechtigkeit widmen, auch wenn Letztere am Ende durch nicht ganz legale Mittel erreicht werden soll. Ob das schlussendlich gelingt wird aber nicht verraten, denn jeder sollte sich selbst ein Bild von diesem Werk machen.


Fazit:


Gerade in einer Zeit, in der Filme fast nur noch über Action, Tempo und diverse andere Zutaten definiert werden, ist der vorliegende Beitrag eine wohlwollende Ausnahme. Hier zählt lediglich die Thematik, deren Umsetzung innerhalb der Geschichte durchaus gut zur Geltung kommt. Und auch wenn es sich "nur" um einen Einzelfall handelt, kann der Zuschauer jederzeit den Zwiespalt zwischen Gesetz und Gerechtigkeit verspüren.


6,5/10

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