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Sonntag, 4. September 2016

Momentum







Momentum
(Momentum)
mit Olga Kurylenko, James Purefoy, Morgan Freeman, Jenna Saras, Richard Lothian, Karl Thaning, Lee-Anne Summers, Ebby Weyime, Brett Williams, Lee Raviv, Aidan Whytock, Sabine Palfi, Joe Vaz, Marian Frizelle
Regie: Stephen S. Campanelli
Drehbuch: Adam Marcus 7 Debra Sullivan
Kamera: Glen MacPherson
Musik: Laurent Eyquem
FSK 16
Südafrika / USA / 2015

Alex lässt sich von ihren Partnern zu einem letzten Banküberfall überreden. Doch ihr letzter Coup geht nicht so reibungslos über die Bühne wie üblich. Denn neben Juwelen erbeuten sie auch einen USB-Stick, auf dem sich pikante Informationen eines US-Senators befinden, welche diesem zum Verhängnis werden könnten. Die Polizei ist nun nicht mehr ihr einziges Problem, denn der vom Senator angeheuerte Auftragskiller Mr. Washington ist der Gruppe dicht auf den Fersen, und zu allem fähig, um die Infos wieder zu bekommen. Ein knallhartes Katz-und-Maus-Spiel beginnt, aus dem nur einer von ihnen lebendig rauskommen wird ...


Oft genug stellt man sich die Frage, wie ein wirklich unterhaltsamer Actionfilm aussehen sollte und "Momentum" beantwortet diese Frage zumindest größtenteils recht eindrucksvoll. Zugegebenermaßen handelt es sich hier um einen Beitrag, den man nicht unbedingt nach seiner inhaltlichen Tiefe bewerten sollte, denn in dieser Beziehung lässt das Werk von Stephen S. Campanelli einige Wünsche offen. Dabei beinhaltet der Stoff durchaus eine politische Hintergrund Thematik aus der man eine Menge hätte heraus holen können. Diesen insbesondere für Verschwörungs-Theoretiker interessanten Aspekt behandelt man aber leider eher stiefmütterlich und widmet ihm lediglich zum Ende hin einige Minuten, die das Thema allerdings nur ziemlich kurz anreißen können. Hat man an dieser Stelle also ordentlich Potential liegen gelassen, so schöpft man dafür im Bezug auf die Action aus dem Vollen. Dafür zeichnet in erster Linie Hauptdarstellerin Olga Kurylenko verantwortlich, die mit etlichen gelungenen Actioneinlagen für ordentlich Unterhaltung sorgt. Die Choreografien der einzelnen Kämpfe können sich wirklich sehen lassen und der Action Fan kommt hier jederzeit voll auf seine Kosten.

Ihr Gegenspieler Mr. Washington (James Purefoy) tritt in dieser Beziehung nicht sonderlich in Erscheinung, wartet dafür jedoch mit einer darstellerisch erstklassigen Performance auf. Seine Interpretation des eiskalten und wortgewandten Agenten ohne jegliche Skrupel ist brillant und sicherlich als ein Höhepunkt dieses Filmes anzusehen. Die restlichen Akteure kann man dann ohne Weiteres vernachlässigen, dienen sie doch eher als nötige Staffage für ein Szenario, das sich sehr stark auf seine beiden Haupt Charaktere fokussiert. Das sich der in der Inhaltsangabe erwähnte und zu Beginn gezeigte Banküberfall eher als Nebensache herausstellt kristallisiert sich äußerst schnell heraus und es folgt eine atemlose Jagd, in der Hauptfigur Alex immer wieder versucht ihren Jägern zu entkommen. Der USB-Stick um den sich letztendlich alles dreht muss wirklich brisante Informationen enthalten und man kann sich ohne Weiteres zusammen reimen um was es in Wahrheit geht. Zwar versucht Campanelli durchaus die Zusammenhänge bis zumEnde im Dunkeln zu halten, doch muss man nicht unbedingt eine helle Leuchte sein, um zumindest in die richtige Richtung zu denken.

Wie dem auch sei, "Momentum" zählt ganz sicher nicht zu der Art von Filmen, die aufgrund ihrer inhaltlichen Substanz einen nachhaltigen Eindruck im Gedächtnis hinterlassen, dafür wartet das Geschehen jedoch mit einem unglaublich hohen Tempo auf und lässt noch nicht einmal den Ansatz von Langeweile erkennen. Dafür gestaltet sich das Ganze nämlich viel zu abwechslungsreich und rückt immer wieder die äußerst gelungenen Action Passagen in den Vordergrund. Zudem hat der Regisseur auch eine kleine Wendung eingebaut, denn mit zunehmender Laufzeit bestätigen sich irgendwann die eigenen Vermutungen, das es sich bei Alex keinesfalls um eine simple Bankräuberin handeln kann. Auch für diese Erkenntnis ist sicherlich kein Abitur erforderlich, aber dennoch gestaltet sich die Szenerie durchaus spannend und es dauert eine geraume Zeit, bis man über die gesamten Zusammenhänge lückenlos informiert ist. Und so macht es ganz einfach eine Menge Spaß, dem jederzeit temporeichen Geschehen zu folgen, das lediglich am Ende erkennen lässt, das man inhaltlich eine Menge Potential verschenkt hat. Manch einen mag das sicherlich stören, aber wirklich beeinträchtigt wird der insgesamt sehr gute Gesamteindruck nicht. Schließlich handelt es sich um einen Action Film und in diesem Punkt lässt "Momentum" keine Wünsche offen.

Letztendlich sollte sich jeder sein eigenes Urteil über diesen Film bilden, der ganz bestimmt die Meinungen spalten wird. So wird sich manch einer durchaus begründet darüber ereifern, das man die politische Hintergrund Thematik nicht näher beleuchtet hat, den Jüngern des kurzweiligen Actioners wird das wohl aber ziemlich egal sein. Wie immer liegt die Wahrheit in der Mitte, denn etwas mehr Substanz hätte man der Erzählung ganz bestimmt einverleiben können, aber über den Action Anteil des Szenarios kann man sich auf keinen Fall beschweren. Ich fühlte mich durchgehend bestens und extrem kurzweilig unterhalten, hätte mich allerdings auch nicht darüber beschwert, wenn man der Verschwörungs-Thematik etwas mehr Gewicht verliehen hätte. Anschauen sollte man sich diesen Beitrag definitiv, denn in den letzten Jahren ist man unter Garantie schon weitaus schlechter unterhalten worden.


Fazit:


Bei Actionfilmen kann man im Prinzip immer ein Haar in der Suppe finden und bei "Momentum" verhält sich das nicht anders. Auf das Genre bezogen bekommt man aber einen überdurchschnittlich guten Vertreter geboten, der trotz der erwähnten Mankos äußerst gut anzuschauen ist.


7,5/10

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