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Freitag, 30. September 2016

Schindlers Liste






Schindlers Liste
(Schindler's List)
mit Liam Neeson, Ben Kingsley, Ralph Fiennes, Caroline Goodall, Jonathan Sagall, Embeth Davidtz, Malgorzata Gebel, Shmuel Levy, Mark Ivanir, Béatrice Macola, Andrzej Seweryn, Friedrich von Thun, Krzysztof Luft, Harry Nehring
Regie: Steven Spielberg
Drehbuch: Thomas Keneally / Steven Zaillian
Kamera: Janusz Kaminski
Musik: John Williams
FSK 12
USA / 1993

Der Sudetendeutsche Oskar Schindler zieht nach Krakau, um in den Wirren des Zweiten Weltkriegs sein Glück zu machen. Er gründet eine Emaille-Fabrik, in der er aus Kostengründen nur Juden beschäftigt. Doch die sich überschlagenden Ereignisse, gepaart mit seiner Aversion gegen die Brutalität der Nazis, wecken in dem lebenslustigen Frauenhelden ungeahnten Idealismus. Als seine Juden nach Auschwitz deportiert werden sollen, setzt Schindler Leben und Privatvermögen aufs Spiel, um sie vor dem sicheren Tod zu retten.


Oft genug kommt es vor, das man im Bezug auf Filme ziemlich inflationär mit dem Begriff Meisterwerk um sich wirft. In vorliegendem Fall von "Schindlers Liste" ist dieser Begriff jedoch definitiv zutreffend, denn mit keinem anderen Wort könnte man diesen Film treffender bezeichnen. Nun bin ich zwar kein echter Steven Spielberg Fan, aber an dieser Stelle hat der gute Mann nicht nur einen seiner besten, sondern meiner Meinung nach auch seinen wichtigsten Film geschaffen. Einige böse Zungen behaupten das Spielberg diesen Film lediglich gedreht hat um endlich den heiß ersehnten Oscar zu gewinnen, wobei dieser Aspekt im Prinzip vollkommen irrelevant ist. "Schindlers Liste" wurde letztendlich sogar mit sieben der begehrten Trophäen ausgezeichnet und hat jede einzelne davon auch mehr als verdient. Es ist ganz einfach der unglaublich stimmige Gesamteindruck der dieses Werk auszeichnet, denn jedes noch so kleine Rädchen verknüpft sich absolut perfekt mit dem anderen. Dabei ist "Schindlers Liste" weitaus mehr als das ansonsten übliche Kriegsdrama, denn eröffnet sich einerseits eine Teil-Biografie der Hauptfigur Oskar Schindler, so offenbart sich gleichzeitig ein Mahnmal für die Menschlichkeit als auch eine ausführliche Beleuchtung der Greueltaten der Nazis, die sie an den Juden begangen haben.

Im Gegensatz zu vielen anderen thematisch ähnlich gelagerten Filmen präsentiert "Schindlers Liste" eine kaum in Worte zu fassende Intensität, die durch die verwendete s/w Optik noch zusätzlich unterstützt wird. Gleichzeitig erscheint das gesamte Szenario unglaublich wuchtig und authentisch, wobei man als Zuschauer die gesamte Laufzeit über mit einem extrem starken Gefühl der Beklemmung konfrontiert wird. Die Geschichte liegt durchgehend wie eine zentnerschwere Last auf den eigenen Schultern und lässt einen zu keiner Zeit unberührt. Gekonnt beleuchtet Spielberg sowohl den Zusammenhalt unter den Opfern und schlägt gleichzeitig den Bogen zu den furchtbaren Taten der Nazis, was den äußerst starken Kontrast dieser Gegensätze immer wieder hervorragend in den Vordergrund rückt. Die überhebliche und arrogante Art der sogenannten Herrenrasse spiegelt sich dabei nicht nur in erschreckenden Bildern, sondern auch in zahlreichen Dialogen wieder. Exemplarisch dafür steht die Figur des Amon Goeth, der hier von Ralph Fiennes grandios dargestellt wird. Ganz generell ist die versammelte Darsteller Riege eine der ganz großen Stärken dieses Filmes, denn neben den überragend besetzten Hauptfiguren ist die Geschichte auch bis in die kleinsten Nebenrollen absolut perfekt besetzt.

Man merkt jederzeit das hier Könner ihres Faches am Werk sind, denn sämtliche Darstellungen fallen äußerst glaubwürdig aus. Dennoch muss und sollte man Liam Neeson an dieser Stelle noch einmal gesondert erwähnen, denn der irische Darsteller zeigt in seiner Rolle eine Vielschichtigkeit, die ihresgleichen sucht. Insbesondere der Übergang von einem Mann der zu Beginn nur seinen persönlichen Profit im Sinn hat und erst im Laufe der Zeit seine Menschliche Seite erkennt, ist absolut grandios dargestellt. Hier gibt er eine echte Kostprobe seines schauspielerischen Könnens ab und stellt gleichzeitig unter Beweis, das er nicht nur in Action Filmen eine gute Figur abgibt, sondern ebenfalls ein hervorragender Charakter Darsteller ist. Sein Bezug zu den sogenannten "Schindler-Juden" ist ein ganz wesentlicher Aspekt der Erzählung, denn während die Juden am Anfang lediglich als Mittel zum Zweck gelten, ergibt sich im weiteren Verlauf eine fast schon familiäre Bindung, die in erstklassigen Bildern immer wieder dokumentiert wird.

Insgesamt gesehen kann man diesem filmischen Epos nur ein absolut überragendes Gesamturteil ausstellen, präsentiert sich doch ein historisches Zeit-Dokument auf Zelluloid, das einem merklich unter die Haut geht. Ein ganz wichtiger Bestandteil des stimmigen Gesamteindruckes ist sicherlich auch die musikalische Untermalung des Ganzen, für die John Williams verantwortlich zeichnet. Der dem Geschehen perfekt angepasste melancholische Score überzieht einen dabei streckenweise mit einer waschechten Gänsehaut und geht dermaßen ins Ohr, das man ihn einmal gehört nie wieder vergessen wird. Regisseur Steven Spielberg hat nun wirklich so einige herausragende Werke in seiner Filmografie stehen, aber mit "Schindlers Liste" hat sich der Regisseur wohl wahrlich sein eigenes Denkmal gesetzt. Es gibt ganz einfach nichts an diesem Beitrag auszusetzen und wirklich jeder sollte diesen überragenden Film zumindest einmal in seinem Leben gesehen haben.


Fazit:


Mit "Schindlers Liste" ist definitiv einer der mit Abstand besten Filme zum Thema "Holocaust" entstanden, der auch in hundert Jahren noch absolut sehenswert sein wird. Diese Geschichte versorgt den Betrachter mit der gesamten Gefühlspalette, wobei sich positive und negative Emotionen die Waage halten. Eine schockierend-authentische Wirkung ist vorprogrammiert und neben den üblichen Zutaten wie Tristesse und Hoffnungslosigkeit keimen hier auch durchaus Hoffnungsschimmer auf, auch wenn diese nur auf eine verhältnismäßig kleine Gruppe von Juden zutrifft.


10/10

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