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Freitag, 28. Oktober 2016

Zombies unter Kannibalen







Zombies unter Kannibalen
(Zombi Holocaust)
mit Ian McCulloch, Alexandra Delli Colli, Sherry Buchanan, Peter O'Neal, Donald O'Brien, Dakar, Walter Patriarca, Linda Fumis, Roberto Resta, Franco Ukmar, Giovanni Ukmar, Angelo Ragusa, Larry Dolgin
Regie: Marino Girolami
Drehbuch: Fabrizio De Angelis / Romano Scandariato
Kamera: Fausto Zuccoli
Musik: Nico Fidenco / Walter E. Sear
ungeprüft
Italien / 1980

In einem New Yorker Krankenhaus kommt es zu ungewöhnlichen Vorfällen:. Immer wieder werden Leichen verstümmelt und Organe gestohlen. Der leitende Professor will zum Schutz des Rufes der Klinik die Sache unter den Teppich kehren. Doch eines Tages kommt er selbst auf die Spur - ein asiatischer Krankenpfleger stiehlt die Körperteile. Als er entdeckt wird, bringt er sich um. Da sich merkwürdige Fälle von Kannibalismus im Land häufen, macht sich der FBI-Sonderermittler Peter Chandler zusammen mit der Medizinerin und Anthropologin Lori an die Ermittlungen. Die Spur führt auf eine einsame Insel, auf der eine merkwürdige Sekte ihr Unwesen treibt. Dort bekommen die beiden nicht nur mit hungrigen Kannibalen sondern auch mit furchterregenden Untoten zu tun.


Zu Beginn der 80er Jahre starteten sowohl der Zombiefilm als auch der Kannibalenfilm in die Phase der absoluten Hochkonjunktur, was dem geneigten Genre Fan etliche sehenswerte Beiträge, aber auch so manchen Schund-Beitrag bescherte. Die vorliegende italienische Billig Produktion von Marino Girolami siedelt sich dabei irgendwo in der Mitte an, denn obwohl es sich im Prinzip um einen äußerst trashigen Vertreter handelt, kann man diesem Film eine gewisse Faszination keinesfalls absprechen. Das liegt sicherlich auch in der Tatsache begründet, das Girolami hier beide Sub Genres miteinander verbindet, was "Zombies unter Kannibalen" in gewisser Art und Weise schon einen besonderen Stellenwert zukommen lässt. Das ändert aber dennoch nichts daran das in filmischer Hinsicht nicht sonderlich viel zu erwarten ist, denn hauptsächlich kann man die relativ dünne Rahmenhandlung ohne Weiteres auf die enthaltenen Splatter und Gore Passagen reduzieren.

In dieser Hinsicht bekommt man nämlich diverse nette Einstellungen geboten, wobei erfreulicherweise auf den berüchtigten Tiersnuff verzichtet wurde. Ansonsten aber bietet die vorliegende Geschichte nicht sonderlich viel Substanz und insbesondere im Bezug auf die Logik muss man ganz erhebliche Abstriche in Kauf nehmen. Besonders auffällig wird das in der zweiten Hälfte der Story die sich auf der Insel Quito abspielt und so stellt man sich beispielsweise ganz unweigerlich die Frage, wie ein Art gänzlich ohne jegliche Stromversorgung Operationen am menschlichen Gehirn durchführen kann. Dabei handelt es sich aber nur um ein exemplarisches Beispiel, denn es gibt durchaus noch etliche Abläufe, die man ohne Weiteres in Frage stellen kann.

Nun sollte man allerdings den Aspekt der Glaubwürdigkeit bei einem Werk dieser Art nicht allzu hoch hängen und sich vielmehr am Unterhaltungswert des Beitrages erfreuen. Dieser ist nämlich trotz etlicher filmischer Defizite erstaunlich hoch und so ist es auch nicht weiter verwunderlich, das "Zombies unter Kannibalen" auch in der heutigen Zeit immer noch sehr gut anschauen lässt. In gewisser Art und Weise kann man dieser Trash-Granate sogar einen gewissen Kultstatus zuschreiben, auch wenn sich der Film ganz bestimmt nicht in der ersten Liga der italienischen Beiträge ansiedelt. Auch die Darsteller passen sich dem Niveau des Gesamtbildes nahtlos an, denn die dargebrachten Leistungen sind nicht unbedingt das Gelbe vom Ei. So tritt immer wieder eine gewisse Theatralik in den Vordergrund und in mehreren Passagen wirken die Akteure auch ein wenig unbeholfen und hölzern. 

Letztendlich ist das jedoch nicht weiter störend, denn ehrlich gesagt ergibt sich so ein sehr stimmiges Gesamtbild, wobei man das Ganze natürlich aus der Sicht des Trash Liebhabers sehen muss. Und so bleibt am Ende trotz etlicher Mankos ein erwähnenswerter Beitrag, der zwei Sub Genres des Horrorfilms miteinander verbindet und auch im Laufe der Zeit nichts von seiner ganz eigenen Faszination eingebüßt hat. 


Fazit:


"Zombies unter Kannibalen" gehört sicher nicht zu den besten italienischen Horrorfilmen, siedelt sich allerdings auf der Trash-Skala ziemlich weit oben an. Ähnlichkeiten zu diversen Beiträgen eines Lucio Fulci sind unübersehbar und der enthaltene Härtegrad dürfte den Fans höchst angemessen erscheinen. Wie dem auch sei, ich persönlich schaue mir diesen Film immer wieder gern an und kann mich dabei insbesondere an den etlichen Unzulänglichkeiten einer Produktion erfreuen, die ganz offensichtlich mit relativ geringem Budget bewerkstelligt wurde.

8/10 Trash-Granaten

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