Follower

Donnerstag, 3. November 2016

Chaos






Chaos
(Chaos)
mit Kevin Gage, Sage Stallone, Kelly K.C. Quann, Maya Barovich, Chantal Degroat, Stephen Wozniak, Deborah Lacey, Scott Richards, Ken Medlock, Jeb Barrows, Ron Althoff, Red Horton, Steven Jay Bernheim
Regie: David DeFalco
Drehbuch: David DeFalco
Kamera: Brandon Trost
Musik: keine Informationen
ungeprüft
USA / 2015

Die Teenager Angelica und Emily wollen sich für einen Rave noch schnell etwas Ecstasy besorgen. Dabei geraten sie in die Fänge des sadistischen Rednecks Chaos und seiner debilen Freunde. Die Gang foltert und vergewaltigt die Mädchen, um sie anschließend brutal umzubringen. Da die Polizei der Vermisstenanzeige nur widerstrebend nachgeht, machen sich Emilys Eltern selber auf die Suche-und stoßen schon bald auf Chaos und seine Bande. Wohlwissend, das die Gesetzeshüter ihnen nicht helfen werden, gehen sie auf einen gnadenlosen Rachefeldzug-und zahlen dafür den ultimativen Preis


Als im Jahr 2005 dieses inoffizielle Remake zum Wes Craven Klassiker "The last House on the left" heraus kam, konnte ich ehrlich gesagt so gut wie gar nichts mit diesem Film anfangen. Das lag hauptsächlich darin begründet, das ich David DeFalcos Erzählung lediglich in der stark verstümmelten deutschen Fassung sehen konnte und diese Version spottet ehrlich gesagt jeder Beschreibung, da sie den Abläufen so gut wie jegliche Intensität entzieht. DeFalco selbst bezeichnet "Chaos" als den härtesten Film aller Zeiten, wobei man bei dieser Aussage sicherlich geteilter Meinung sein darf. Nach der Sichtung der ungeschnittenen Fassung muss man aber definitiv feststellen, das es sich hier um äußerst starken Tobak handelt, was sich im Gegensatz zum Original auch erheblich in visueller Hinsicht zu erkennen gibt. Hatte Craven seinerzeit fast völlig auf explizite Gewaltdarstellungen verzichtet und den Zuschauer allein durch die räudige Grundstimmung in seinen Bann gezogen, so offenbaren sich in vorliegendem Fall auch mehrere derbe Passagen in denen es äußerst heftig zur Sache geht, so das sich einem manchmal fast der Magen umdrehen möchte.

Nun kann man sich durchaus die Frage stellen ob man hier teilweise so drastisch ins Detail gehen musste, aber ehrlich gesagt erscheinen die Abläufe so noch um ein Vielfaches intensiver und lassen einem streckenweise die Haare zu Berge stehen. Die dabei zum Vorschein tretende Gleichgültigkeit gegenüber menschlichem Leben und der damit verbundenen Würde geht einem zwangsläufig unter die Haut und wird von den Darstellern auch auf gelungene Art und Weise transportiert. Insbesondere ist dies in der Figur der Hauptfigur "Chaos" (Kevin Gage) zu beobachten, der zwar meiner persönlichen Meinung nach nicht an die Leistung eines David Hess heran kommen kann, aber dennoch ein Paradebeispiel eines emotionslosen Soziopathen zum Besten gibt und dem Film so ganz unweigerlich seinen persönlichen Stempel aufdrückt.

Zwar liefern auch die anderen Darsteller durchaus gelungene Performances ab, aber die Eiseskälte und unglaubliche Brutalität von Chaos fokussieren die Aufmerksamkeit des Betrachters ganz eindeutig auf die Hauptfigur. Rein inhaltlich gibt es keine nennenswerten Unterschiede zum 72er Werk, nur erscheint das Ganze hier bei einer Nettolaufzeit von knapp über 70 Minuten in weitaus kürzerer Form. Dieser Umstand ist an dieser Stelle aber sehr wohl als positiv zu betrachten, denn geben sich so doch noch nicht einmal die Ansätze von Langatmigkeit zu erkennen, zudem reicht die Laufzeit auch völlig aus, um beim Zuschauer regelrechte Verstörung und Fassungslosigkeit auszulösen. 

Ganz egal wie man zu Rape and Revenge Filmen stehen mag, "Chaos" zählt mit zum Härtesten, was dieses Sub Genre aufzubieten hat. DeFalco hat mit diesem Film etwas dermaßen Verstörendes und Heftiges auf den Weg gebracht, das man auch noch lange nach Beendigung der Sichtung unter den den schockierenden Eindrücken einer Geschichte steht, die man kaum brutaler und schonungsloser hätte in Szene setzen können. Und auch wenn das Gesamtbild von "The Last House on the left" hier in meinen Augen nicht erreicht werden kann, so ist "Chaos" in rein visueller Hinsicht ganz eindeutig heftigere Brett von einem Film, den man sicherlich nicht so schnell verdauen, geschweige denn vergessen kann.


Fazit:


Um den härtesten Film aller Zeiten handelt es sich ganz bestimmt nicht, aber dennoch bietet DeFalco hier eine ganze Menge auf, um diesem Eindruck gerecht zu werden. Dabei sollte man "Chaos" auf keinen Fall ausschließlich auf den visuellen Härtegrad reduzieren, denn dieser Film ist in seiner Gesamtheit ein unglaublich dickes Brett, das man erst einmal verdauen muss.


8/10

Keine Kommentare: