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Donnerstag, 17. November 2016

Das Engelsgesicht - Drei Nächte des Grauens





Das Engelsgesicht - Drei Nächte des Grauens
(The Beast Within)
mit Ronny Cox, Bibi Besch, Paul Clemens, Don Gordon, R.G. Armstrong, Katherine Moffat, L.Q. Jones, Logan Ramsey, John Dennis Johnston, Ron Soble, Luke Askew, Meshach Taylor, Boyce Holleman, Natalie Nolan Howard
Regie: Philippe Mora
Drehbuch: Tom Holland / Edward Levy
Kamera: Jack L. Richards
Musik: Les Baxter
ungeprüft
USA / 1982

Im Jahre 1964 hat das junge Paar Eli und Caroline MacCleary in der Nähe einer Kleinstadt eine Autopanne. Während Eli Hilfe holt und Caroline alleine zurücklässt, wird diese von einem Unbekannten angegriffen und vergewaltigt. Sie wird daraufhin schwanger und bekommt einen Sohn. 17 Jahre später wird Michael, der Sohn der beiden, von schlimmen Alpträumen geplagt und verhält sich zunehmend psychotisch. Da Michaels Leiden genetisch bedingt sein könnte, beschließen die ratlosen Eltern in ihrer Verzweiflung zum Ort des damaligen Verbrechens zurückzukehren, um mehr über den Täter herauszufinden. Die Einwohner des kleinen Ortes erweisen sich allerdings als nicht besonders kooperativ und Michaels Zustand wird zusehends schlechter. Und auch körperlich beginnt er sich zu verändern - mit tödlichen Folgen für die Menschen in seiner Nähe...


Immer wieder stellen sich die goldenen 80er Jahre als schier unerschöpflicher Fundus fast vergessener und eher unbekannter B-Movies heraus und auch Philippe Mora's "Das Engelsgesicht - Drei Nächte des Grauens" fällt ganz eindeutig in diese Kategorie. Handelt es sich hier doch um einen eher unbekannten Horrorfilm aus dem Jahr 1982, dem eigentlich nie die Anerkennung zu teil wurde, die im aufgrund seiner Klasse zustehen müsste. So ist es auch nicht verwunderlich, das der Film bisher bei uns in Deutschland noch keine offizielle Veröffentlichung erhielt und lediglich drei verschiedene Bootlegs zu erwerben waren. Dieser Umstand ist nun dank ORFDB Filmworks nur noch Vergangenheit und ehrlich gesagt hat diese kleine und stark unterschätzte Perle die Veröffentlichung in zwei schicken Mediabooks auch wirklich verdient. Das liegt schon allein an der richtig interessanten und sehr gut erzählten Geschichte, die insbesondere aus damaliger Sicht auch mehrere brisante Elemente miteinander vereint. 

Neben einer übernatürlichen Note bekommt es der Zuschauer gleichzeitig mit Reinkarnation, Vergewaltigung, Leichenschändung und dezenten Ansätzen des Kannibalismus zu tun. Diese Mischung ist umrahmt von einer durchgehend recht düsteren Grundstimmung, wobei die Geschichte schon gleich zu Beginn atmosphärische Höhepunkte setzen kann, die auch in der Folge immer wieder in den Vordergrund rücken. Man muss zwar nicht unbedingt das Abitur besitzen um zu erkennen worauf das Ganze letztendlich hinaus läuft, doch Mora hat es ganz geschickt verstanden, den vorhandenen Spannungsbogen kontinuierlich immer weiter ansteigen zu lassen. So geschehen in der Gegenwart immer mehr Ereignisse, auf die man sich zu Beginn noch keinen wirklichen Reim machen kann. Erst mit der Zeit werden einem die Zusammenhänge Stück für Stück etwas näher gebracht, wobei die Auflösung der seltsamen Ereignisse bis wenige Minuten vor dem Ende ziemlich geschickt im Dunkeln gehalten werden. Im Laufe des Filmes kann man sich zwar schon diverse Ahnungen zusammen reimen, weiß jedoch bis kurz vor dem Finale nicht, wie die einzelnen Puzzleteilchen denn wirklich zusammen hängen.

Mit diesem simplen Trick sorgt der Regisseur also durchgehend für eine Menge Spannung und lässt es dann in den letzten gut 30 Minuten auch so richtig krachen. Bis dahin gestaltet sich "Das Engelsgesicht - Drei Nächte des Grauens" nämlich weder sonderlich hart oder brutal, denn bis auf einige kleinere Passagen hält sich das Szenario mit der Härte eher zurück. Im letzten Drittel des Filmes wird dafür umso mehr Gas gegeben und an dieser Stelle kommt dann sogar der geneigte Gorehound durchaus auf seine Kosten. Dabei wartet die Erzählung aber keinesfalls mit einem völlig übertriebenen Härtegrad auf, aber Freunde sehenswerter Effekte werden äußerst gut bedient. Natürlich sollte man dafür nicht unbedingt die heutigen Maßstäbe anlegen, doch es ist auf jeden Fall nachvollziehbar, das zur damaligen Zeit eine gewisse Schockwirkung beim Zuschauer ausgelöst wurde. Wie dem auch sei, es handelt sich definitiv um einen Genrebeitrag, der durchgehend absolut sehenswert daher kommt und vor allem in der Gesamtbetrachtung extrem stimmig wirkt.

Warum dieser Beitrag anscheinend über einen eher mäßigen Bekanntheitsgrad verfügt ist mir persönlich nicht klar, handelt es sich doch wirklich um einen absolut gelungenen B-Movie, der in erster Linie mit einer erstaunlich guten Story aufwarten kann und zudem verschiedene Elemente des Genres äußerst harmonisch miteinander verbindet. Bleibt eigentlich nur zu hoffen, das man diesem Film mit der offiziellen Veröffentlichung von OFDB Filmworks nun zu einem höheren Bekanntheitsgrad verhilft, denn verdient hätte es diese kleine, aber sehr feine Perle auf jeden Fall.


Fazit:


Einmal mehr wurde hier ein wenig bekannter Film ausgegraben, der mir persönlich sehr gut gefallen hat. Genre Liebhaber sollten auf jeden Fall zugreifen, denn "Das Engelsgesicht - Drei Nächte des Grauens" bietet richtig gute Genre-Unterhaltung, die man sich ganz bestimmt nicht das letzte Mal angeschaut hat. 


8/10

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