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Freitag, 11. November 2016

Die Säge des Todes






Die Säge des Todes
(Die Säge des Todes)
mit Olivia Pascal, Christoph Moosbrugger, Nadja Gerganoff, Jasmin Losensky, Corinna Drews, Ann-Beate Engelke, Peter Exacoustos, María Rubio, Antonia García, Beatriz Sancho Nieto, Alexander Waechter, Jesús Franco
Regie: Jesus Franco
Drehbuch: Erich Tomek
Kamera: Juan Soler
Musik: Gerhard Heinz
ungeprüft
Deutschland / Spanien / 1981

Eine Gruppe hübscher junger Mädchen sind in der Sprachschule der greisen und gelähmten Condesa Maria Gonzales versammelt. In einem kleinen Ort an der spanischen Küste, träumen sie von erotischen Abenteuern. Doch was Tage voller Liebe und Sex, voll Lachen und Sonnenschein sein könnten, entpuppt sich bald als ein Exzess des Grauens: Ein Mörder schlägt zu, immer wieder. Angela will nicht untätig zusehen, wie der irre Killer ein Mädchen nach dem anderen tötet. Sie verfolgt ihn, nimmt seine Spur auf und gerät bald selbst in höchste Gefahr…


Der berühmt-berüchtigte Vielfilmer Jesus Franco hat den Großteil seiner Werke nicht unbedingt mit sehr viel Qualität ausgestattet, so das man einer Sichtung der Werke nicht gerade entgegen fiebert. Auf den vorliegenden Beitrag "Die Säge des Todes" war ich persönlich aber doch sehr neugierig, erhält der Film doch teilweise überraschend gute Bewertungen und wird stellenweise sogar als Kultfilm gehypt. Nun gut, diese Bezeichnung erschließt sich mir nicht wirklich, handelt es sich doch vielmehr um eine im Prinzip typische Arbeit des verstorbenen Regisseurs, die in der Hauptsache doch vielmehr durch etliche Unzulänglichkeiten ins Auge fällt, als das man ihr ein überzeugendes Gesamturteil ausstellen könnte. Schon die Besetzungsliste der Geschichte liest sich wie das "Who is Who" von Darstellern, die nicht unbedingt mit viel Talent ausgestattet sind. Genau so agieren die Akteure dann auch in einem Szenario, das nicht sonderlich viele Schauwerte anbietet, an denen man sich erfreuen könnte.

Obwohl der erste Mord ziemlich schnell zu bestaunen ist, entpuppen sich die ersten gut 45 Minuten dieses obskuren Filmchens als echte Schlaftablette. Es passiert nämlich eine geraume Zeit über so gut wie überhaupt nichts und bis auf diverse Hupfdohlen auf der Tanzfläche einer Discothek bekommt man herzlich wenig geboten. Bei einem Geschehen dieser Art kann man sich denken, das auch die Dialoge nicht mit sonderlich viel Substanz daher kommen, wobei sich dieser Umstand allerdings leider durchgehend erkennen lässt. Hier wird teilweise so dermaßen belangloses Zeug zum Besten gegeben, das einem streckenweise echt die Haare zu Berge stehen. Im Zusammenspiel mit den teils grotesken Handlungen der Protagonisten ergibt sich so ein äußerst trashiger Eindruck, den man beim besten Willen nicht übersehen kann. In der zweiten Hälfte des Filmes kann man sich dann zumindest über ein etwas gesteigertes Tempo freuen, was bei der lahmarschigen Gestaltung zuvor aber auch keine große Kunst darstellt.

Nun zieht auch ein gewisser Härtegrad in diesen Pseudo-Slasher ein, wobei man bei der Qualität der gezeigten Effekte allerdings besser nicht viel erwarten sollte. Künstlich und äußerst naiv sind wohl die treffendsten Bezeichnungen für das, was sich dem Betrachter hier offenbart. Exemplarisch dafür dürfte die Passage sein, in der einer jungen Frau mittels einer Kreissäge der Kopf abgetrennt wird, denn es ist doch unmöglich zu übersehen, das es sich definitiv um eine Puppe handelt. Wenigstens gibt es nun aber ein paar Sequenzen in denen es auch etwas blutiger zur Sache geht, was den Unterhaltungswert dieser Produktion aber nur gering steigert. Viel zu sehr ist man genervt von den Protagonisten, von denen insbesondere die hier noch junge Olivia Pascal den Vogel abschießt. Ihr Schauspiel ist wahrlich von der übelsten Sorte, wobei ihr die anderen Kollegen aber nur wenig nachstehen. Ein weiterer negativer Kritikpunkt ist das Drehbuch, das nun wirklich mehr Löcher beinhaltet als jeder schweizer Käse. So ist das gewonnene Gesamtbild auch keinesfalls stimmig, die unausgegorenen und phasenweise zerstückelt wirkenden Abläufe zerstören nachhaltig den von Haus aus schon kaum vorhandenen Erzählfluss.

Es gibt also nicht wirklich viel, was man an diesem Werk positiv bewerten könnte. Dazu zählt auch die Suche nach dem Mörder, denn obwohl Franco zugegebenermaßen bemüht war dessen Identität möglichst lange im Dunkeln zu halten, weiß man bei genauer Betrachtung schon ziemlich schnell, in welche Richtung die Chose letztendlich tendiert. Einen wirklichen Überraschungseffekt sucht man also vergebens, so das auch die kurz vor dem Ende eingebaute Wendung zwar ein netter Versuch war, letztendlich aber nichts an der Vorhersehbarkeit der Ereignisse ändern kann. Und so bleibt am Ende dann nicht viel übrig, weshalb man diesem obskuren Werk auch nur annähernd eine Art Kultstatus verleihen könnte. Vielmehr bestätigt sich der Eindruck, das ein Jesus Franco trotz einer elend langen Filmografie keinesfalls zu den echten Größen seiner Zunft gezählt hat, denn augenscheinlich fehlte es dem guten Mann am nötigen Talent, eine Geschichte wirklich gut in Szene zu setzen.


Fazit:


Von diesem Beitrag hatte ich mir wirklich etwas mehr erwartet, aber der gewonnene Gesamteindruck siedelt sich lediglich unterhalb des Durchschnittsbereiches an. Zu viel Leerlauf und etliche belanglose Passagen lassen nicht mehr zu und die grottenschlechten Schauspieler tragen auch nicht unbedingt dazu bei, um eine bessere Bewertung zu vergeben.


3/10

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