Follower

Sonntag, 13. November 2016

Flash Solo







Flash Solo
(Il Giustiziere sfida la città)
mit Tomas Milian, Joseph Cotten, Maria Fiore, Mario Piave, Luciano Catenacci, Guido Alberti, Femi Benussi, Silvano Tranquilli, Shirley Corrigan, Antonio Casale, Rosario Borelli, Luciano Pigozzi, Mario Novelli, Bruno Di Luia
Regie: Umberto Lenzi
Drehbuch: Vincenzo Mannino
Kamera: Federico Zanni
Musik: Franco Micalizzi
ungeprüft
Italien / 1975

Die Conti-Gang entführt den Sohn eines wohlhabenden Mailänders. Ein auf den Fall angesetzter Privatdetektiv wird umgebracht. Dessen Bruder Rambo wird von der Polizei beauftragt, die Gangster dingfest zu machen und das Entführungsopfer zu befreien. Ein gewiefter Plan soll dabei helfen: Rambo will Conti und dessen Mafiakonkurrenten gegeneinander ausspielen…


Wenn es um das Cinema Italiano geht, dann zählt Regie-Ikone Umberto Lenzi ganz sicher zu den vielseitigsten Filmemachern. Ganz egal ob Gialli, Kannibalenfilm, Horrorfilm, oder auch Poliziesco, der gute Mann hat in all diesen Sub Genres seine deutlichen Spuren hinterlassen. Im vorliegenden "Flash Solo" trifft man dabei einmal mehr auf eine Zusammenarbeit zwischen Lenzi und Tomas Milian, denn beispielsweise auch in Beiträgen wie "Die Kröte" oder "Der Berserker" arbeiteten die beiden sehr erfolgreich zusammen. Im Gegensatz zu den genannten Filmen gestaltet sich im vorliegenden Fall allerdings die Rolle Milians eher ungewohnt, denn sieht man den bekannten Darsteller ansonsten doch öfter als psychopathischen Killer auftreten. Nun schickt der gute Tomas auch hier durchaus mehrere Leute in die ewigen Jagdgründe, nur tritt er dieses Mal keineswegs als durchgeknallter Psycho, sondern als ein eiskalter Racheengel auf den Plan. Aber auch dieser Charakter ist dem gebürtigen Kubaner wie auf den Leib geschrieben und Milian brilliert durch etliche coole Sprüche und seine extrem lässige Ausstrahlung.

Die Erzählung ist von der ersten Minute an sehr interessant und entfaltet mit zunehmender Laufzeit eine stetig ansteigende Intensität, die in einem wirklich grandios umgesetzten Showdown ihren Höhepunkt erkennen lässt. Wird zu Beginn des Szenarios noch eine recht unbeschwerte und teils witzige Grundstimmung vermittelt, so wandelt sich das in der Folge zu einer äußerst dichten und bedrohlich erscheinenden Atmosphäre, die den Zuschauer völlig in ihren Bann zieht. Lenzi vermengt hier gekonnt sämtliche Zutaten eines packenden Rachethrillers und legt das Hauptaugenmerk dabei ganz eindeutig auf seine Hauptfigur. Kein Wunder also, das trotz einer richtig gut erzählten Geschichte die Figur des Rambo die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich zieht. Milian ist nahezu omnipräsent und setzt sich dabei wie von ihm gewohnt immer wieder sehr gekonnt in Szene, so das seine Performance meiner persönlichen Meinung nach das absolute Highlight dieses Werkes darstellt. Die Namensgebung der Hauptfigur zaubert einem dabei den ein oder anderen Schmunzler ins Gesicht und beweist auch gleichzeitig, das die Italiener schon sieben Jahre vor dem Action Klassiker von Ted Kotcheff mit dem Namen Rambo gearbeitet haben, bevor Stallone damit zur absoluten Kultfigur wurde.

Wie dem auch sei, "Flash Solo" zählt sicherlich zu den echt gelungenen Beiträgen des Poliziesco, wobei es sich vom Prinzip her viel eher um eine extrem gelungene Genre Mixtur handelt. Rein inhaltlich kann man dann auch etwaige Ähnlichkeiten zu späteren Action Filmen wie beispielsweise "Last Man Standing" von Walter Hill, oder auch "Inferno" von John G. Avildsen erkennen, in denen die jeweiligen Hauptdarsteller (Bruce Willis, J.C van Damme) auch zwei Banden gegeneinander ausgespielt haben, um letztendlich ihre Ziele zu erreichen. Dabei handelt es sich aber lediglich um kleinere inhaltliche Ähnlichkeiten, denn ansonsten unterscheiden sich die Beiträge doch recht stark voneinander. 

Im Endeffekt handelt es sich bei "Flash Solo" definitiv um einen echt gelungenen Beitrag, der auch in der heutigen Zeit immer noch zu gefallen weiß. Für Freunde des italienischen Kinos der 70er und 80er Jahre sowieso unverzichtbar, lohnt sich an dieser Stelle aber ganz generell eine Sichtung dieses äußerst stimmigen Werkes. Rein objektiv gesehen ist dieser Beitrag bestimmt oberhalb des normalen Durchschnittsbereiches anzusiedeln, wobei ich ihn aus meiner persönlichen Sichtweise sogar noch ein Stück höher einordnen würde. 


Fazit:


Lenzi und Milian ist immer wieder eine gelungene Kombination und garantiert dabei für spannende, temporeiche und teilweise auch actionreiche Unterhaltung wie man sie sich als Fan besser kaum wünschen kann. Und auch wenn die Story mittlerweile schon über vier Jahrzehnte auf dem Buckel hat, so wohnt ihr immer noch die gleiche und großartige Faszination bei, wie es 1975 der Fall war.


9/10

Keine Kommentare: