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Dienstag, 1. November 2016

Schachmatt - Spiel ohne Ausweg






Schachmatt - Spiel ohne Ausweg
(Checkmate)
mit Danny Glover, Vinnie Jones, Sean Astin, Mischa Barton, Michael Paré, Katrina Law, Johnny Messner, Antwon Tanner, Willa Ford, David Chisum, Zach Touchon, Gabriel Bateman, Kerry Knuppe, Matt Cinquanta
Regie: Timothy Woodward Jr.
Drehbuch: Calvin Cox Jr. / Jennifer Lynch / Henry Mitchell
Kamera: Jonathan Mariande
Musik: Sid De La Cruz
FSK 16
USA / 2015

Sechs Personen sitzen während eins Überfalls in einer Bank fest. Jede Bewegung ist potentiell tödlich. Sitzen die sechs nur durch Zufall zusammen, oder steckt ein wesentlich größeres Spiel dahinter?


Die kurze Inhaltsangabe dieses B-Movies deutet im Prinzip auf einen waschechten Bank Robbery Film hin, doch schon nach wenigen Minuten Spielzeit wird klar, das es sich vielmehr um eine gewöhnungsbedürftige Erzählung handelt. So beginnt der Plot zwar in der Gegenwart und offenbart die ersten Szenen eines Banküberfalls, wird danach jedoch gut 45 Minuten aus der retrospektiven Sichtweise erzählt, um im letzten Drittel des Filmes wieder in der Gegenwart anzukommen. Dabei gestaltet sich die erste Filmhälfte größtenteils relativ anstrengend, denn Regisseur Timothy Woodward Jr. wirft praktisch sämtliche Charaktere seiner Erzählung recht willkürlich in das Geschehen, das in dieser Zeitspanne auch keine wirklichen Zusammenhänge erkennen lässt.

Diese lassen sich erst gegen Ende richtig erkennen und ergeben letztendlich auch ein Gesamtbild das man durchaus mit dem Prädikat in Ordnung versehen kann, aber wirklich überzeugend und stimmig erscheint der Plot im Endeffekt nicht. Das liegt hauptsächlich in den Figuren von Danny Glover und Vinnie Jones begründet, die während der gesamten Laufzeit immer wieder eingeblendet werden und dabei eine Partie Schach spielen. Das will nun zunächst einmal gar keinen Sinn ergeben, doch wenn man nicht ganz auf den Kopf gefallen ist kann man relativ schnell erahnen, welche Rolle die beiden Männer innerhalb der Story spielen. Und genau hier liegt meiner persönlichen Meinung auch die größte Schwäche eines Szenarios, das auch ansonsten nicht unbedingt die ganz große Filmkunst anbietet. Die zu keiner Zeit genannte, aber jederzeit ersichtliche Identität der Männer verleiht der Chose einen äußerst albernen Anstrich, zudem ist die Umsetzung der Grundidee auch nicht das Gelbe vom Ei. 

Dabei sammeln sich hier doch mehrere bekannte B-Darsteller, deren letzte gute Rollen allerdings auch schon eine Weile her sind. Neben den schon genannten Danny Glover und Vinnie Jones mischen beispielsweise auch Sean Astin, Mischa Barton und Michael Paré mit, was den Film jedoch letztendlich auch nicht sonderlich aufwertet. Ein wenig Spannung ist zwar vorhanden, aber in der Regel gestalten sich die Abläufe doch äußerst vorhersehbar. Zudem ist die erste Phase von "Schachmatt - Spiel ohne Ausweg" viel zu irritierend und zusammenhanglos in Szene gesetzt worden, was zwischendurch auch für dezente Ermüdungserscheinungen sorgen kann. Gleichzeitig macht sich nebenbei der Eindruck breit, das Woodward auf Teufel komm raus etwas Besonderes schaffen wollte, sich im Endeffekt aber in seinem eigens gewobenen Spinnennetz verfängt und keinerlei Lösungsmittel zur Hand hat, um sich daraus wieder zu befreien. Eine strukturierte Erzählweise wäre an dieser Stelle wohl weitaus angebrachter gewesen, denn mit seiner in dieser Form vorliegenden Geschichte verwirrt der gute Mann den Zuschauer viel eher, als das er ihn so richtig begeistern könnte.

Nun hört sich das alles nicht unbedingt positiv an, doch für eine einmalige Sichtung kann man ruhig zur vorliegenden Blu-ray greifen. Die Hoffnung auf ein tief ineinander verschachteltes Szenario mit einer genialen Auflösung sollte man aber gleich einmal fahren lassen, präsentiert sich doch vielmehr eine Story, die insbesondere in den ersten gut 45 Minuten an das Durchhaltevermögen des Betrachters appelliert. Freunde des B-Movies wird das eventuell nicht weiter stören, jedoch hätte man der zu Grunde liegenden Idee des Filmes viel mehr abgewinnen können und außerdem wäre eine bessere Umsetzung nötig gewesen, um wirkliche Begeisterung in einem auszulösen.


Fazit:


Bekannte Gesichter sind längst noch keine Garantie für einen richtig guten Film und diese These bestätigt sich auch streckenweise beim vorliegenden "Schachmatt - Spiel ohne Ausweg". Der Versuch des Regisseurs etwas Besonderes im Bild zu bannen ist größtenteils gescheitert, übrig bleibt am Ende ein maximal mittelmäßiger Film. 


5/10

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