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Samstag, 5. November 2016

Sharknado






Sharknado
(Sharknado)
mit Ian Ziering, Tara Reid, John Heard, Cassandra Scerbo, Jason Simmons, Alex Arleo, Neil H. Berkow, Heather Jocelyn Blair, Sumiko Braun, Diane Chambers, Julie McCullough, Marcus Choi, Israel Sáez de Miguel
Regie: Anthony C. Ferrante
Drehbuch: Thunder Levin
Kamera: Ben Demaree
Musik: Ramin Kousha
FSK 16
USA / 2013

Ein gigantischer Wirbelsturm, der vor der kalifornischen Küste einen Haischwarm erwischt und mit in die Luft gerissen hat, bewegt sich auf Los Angeles zu. Fin, der Eigentümer einer Surfer-Bar am Strand von Long Beach, muss entsetzt mit ansehen, wie der Sturm und ein schier unaufhörlicher Regen gigantischer weißer Haie sein Lebenstraum zerstört. Zusammen mit seinem besten Freund Baz, seiner Freundin und dem alten Säufer George macht er sich daran, bewaffnet mit Kettensägen und Schrottflinten, seine Ex-Frau April und seine beiden Kinder vor diesen fliegenden Fressmaschinen zu schützen. Doch dies ist ein fast hoffnungsloses Unterfangen, da der Sturm auch das Meerwasser immer mehr in die Stadt hineingedrückt hat und die Gruppe sich nun auch noch vor den Haien, die durch die überfluteten Straßen schwimmen, schützen muss.


Wenn man den Namen "The Asylum" hört dann schwant einem nichts Gutes, denn das berühmt-berüchtigte Label hat sich ja nun einmal darauf spezialisiert, den Zuschauer mit bewusst billigen und schlechten Filmen zu peinigen. So hat man in den letzten Jahren dann auch so manche filmische Grütze über sich ergehen lassen müssen, doch der vorliegende Beitrag schießt ganz eindeutig den Vogel ab. Trashfilme mit Hai-Thematik gibt es ja mittlerweile zur Genüge und man hat im Laufe der Zeit die Killer des Meeres auch in den absurdesten Formen zu Gesicht bekommen, aber "Sharknado" setzt in dieser Beziehung dem Ganzen die absolute Krone auf. An dieser Stelle sollte man allerdings auch anmerken, das The Asylum an dieser Stelle endlich einmal unterhaltsamen Trash für Syfy produziert hat, denn die vorliegende Erzählung ist dermaßen hanebüchen und an den Haaren herbei gezogen, das man fast durchgehend nicht mehr zu lachen aufhören kann. Aufgrund der Inhaltsangabe merkt man schon eindeutig in welch absurde Richtung das Szenario tendieren wird, aber eine Sichtung des Geschehens ist dann noch mal eine ganz andere Qualität. 

Regisseur Anthony C. Ferrante hat sich alle Mühe gegeben, seine Geschichte mit wirklich schlechten Effekten zu durchtränken, wobei diese für eine Produktion von The Asylum eine erstaunliche Qualität vorweisen. Im Gegensatz zu anderen Werken des Labels wird einem in diesem Punkt also überraschend gute Kost geliefert, wobei sich ein Vergleich mit normalen Filmen aber generell verbietet. Absolutes Highlight des Filmes ist aber die vollkommen groteske Geschichte an sich, die überraschenderweise einen extrem hohen Unterhaltungswert beinhaltet. Dieser offenbart sich jedoch nur, wenn man eine äußerst ausgeprägte Vorliebe für den schlechten Geschmack hat, denn nicht umsonst ist das Werk im TV unter der Rubrik "Die schlechtesten Filme aller Zeiten" gelaufen. Vom filmischen Aspekt her hat man sich dieses Prädikat auch wahrlich verdient, denn wenn man die ansonsten für Filme übliche Messlatte anlegen würde, dann nähert man sich ganz unwillkürlich dem totalen Bodensatz des Mediums.

Das wird jedoch den geneigten Trash-Liebhaber keinesfalls abschrecken, der bei "Sharknado" die volle Dröhnung der Unzulänglichkeiten in einer aberwitzigen Story präsentiert bekommt. Da kommen einem Haie aus einem Gulli entgegen geschossen die Straßen von Los Angeles werden mit den Killern regelrecht überschwemmt und jede Luftabwehr hätte ihre helle Freude daran, die durch mehrere Tornados transportierten Meerestiere in der Luft abzuknallen. Die versammelte Darsteller Riege passt sich diesem Sammelsurium an Absurditäten nahtlos an und wartet dabei mit den unglaubwürdigsten Handlungsweisen auf. Übrigens sind hier einige bekannte Gesichter von B-Movie Akteuren am Werk, was aber auf keinen Fall für gutes oder gar anspruchsvolles Schauspiel steht. Eher das Gegenteil ist der Fall, doch im vorliegenden Fall erscheint das vollkommen passend und so ergibt sich für Freunde dieser Filmart ein richtig gutes Gesamtbild mit dem man zufrieden sein kann.

Ich habe nun wirklich schon unzählige Trash-Beiträge aus dem Bereich Tierhorror gesehen, aber "Sharknado" ist in dieser Beziehung das absolute Non plus Ultra. Da stellt man sich dann auch ganz unweigerlich die Frage, welch krankem Hirn diese Ansammlung von Absurditäten entsprungen ist. Um auf einen solchen Murks zu kommen muss man entweder völlig stoned oder nicht von dieser Welt sein, anders lässt sich diese Story nun wirklich nicht erklären. Wie dem aber auch sei, ich sehe schon mit großer Freude den Fortsetzungen entgegen, denn wenn dort die gleiche "Qualität" geboten wird, dann kann man sich auf ein extrem vergnügliches Filmvergnügen freuen.


Fazit:


Eigentlich hätte ich niemals erwartet, das mich ein Beitrag von The Asylum derart köstlich unterhalten kann, wie es bei "Sharknado" der Fall war. "Trash at his Best" kann ich da nur sagen und für die Liebhaber des äußerst schlechten Geschmacks nur eine definitive Empfehlung aussprechen.


8/10 fliegende Haie auf der nach oben hin offenen Trash-Skala

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