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Samstag, 17. Dezember 2016

Independence Day: Wiederkehr






Independence Day: Wiederkehr
(Independence Day: Resurgence)
mit Liam Hemsworth, Jeff Goldblum, Jessie T. Usher, Bill Pullman, Maika Monroe, Sela Ward, William Fichtner, Judd Hirsch, Brent Spiner, Patrick St. Esprit, Vivica A. Fox, Charlotte Gainsbourg, Deobia Oparei, Nicolas Wright
Regie: Roland Emmerich
Drehbuch: Nicolas Wright / James A. Woods / Roland Emmerich
Kamera: Markus Förderer
Musik: Harald Kloser / Thomas Wanker
FSK 12
USA / 2016

20 Jahre sind vergangen, seitdem Außerirdische die Erde beinahe in die Knie gezwungen hätten. Seither, so kann US-Präsidentin Lanford verkünden, ist der Planet von kriegerischen Auseinandersetzungen verschont geblieben. Nun naht neues Ungemach: Noch größere Raumschiffe steuern die Erde an und nehmen sie nach Belagerung unter Feuer. Nun sind wieder die Mutigsten und Besten gefragt, um sich der Vernichtung entgegenzustellen, darunter der Haudegen Jake und Ingenieur Levinson, der schon einmal gegen die Aliens antrat.


Volle zwei Jahrzehnte musste man darauf warten, das der gute Roland Emmerich zum zweiten Mal die außerirdischen Invasoren auf die Menschheit los gelassen hat um die Erde in ihre Gewalt zu bringen. Das Ergebnis ist zumindest teilweise eine Kopie des Filmes aus dem Jahr 1996, das aber dennoch recht gut und kurzweilig zu unterhalten weiß. Allerdings fehlt es der Fortsetzung am nötigen Charme, um an die Klasse des Originals heran zu reichen. Satte Effekte und Action gibt es zwar zur Genüge, aber meiner persönlichen Meinung nach fehlt es der Geschichte am nötigen Pep, um in die großen Fußstapfen des Vorgängers zu treten. Vielleicht ist es nur mein rein subjektiver Eindruck, aber irgendwie wird man die gesamte Laufzeit über das Gefühl nicht los, das man rein inhaltlich zu sehr auf Sparflamme kocht und den Fokus viel zu sehr auf die zugegebenermaßen actionreiche zweite Hälfte des Szenarios gelegt hat. Die für die Story wichtigen Figuren werden leider nur völlig oberflächlich skizziert, so das man während der gesamten Zeit nie einen richtigen Bezug zu ihnen herstellen kann. Lediglich einige alte Haudegen die 1996 schon mitgewirkt haben (Pullman, Goldblum, Hirsch) können punkten, wohingegen der restliche Cast eher ziemlich blass daher kommt und so auch nie richtig ins Gewicht fällt.

Das kann man aber auch getrost auf die gesamte Geschichte ummünzen, denn stellenweise wird man regelrecht durch das Geschehen gehetzt, was sicherlich in erster Linie an der Laufzeit von gerade einmal gut 106 Minuten begründet ist. Somit ist "Independence Day: Wiederkehr" über 30 Minuten kürzer geraten als sein Vorgänger und das merkt man dem Streifen auch in jeder einzelnen Phase an. Manch einem mag das aufgrund der tollen Effekte ziemlich egal sein, doch ehrlich gesagt präsentiert Herr Emmerich an dieser Stelle fast schon die totale inhaltliche Leere, was den Gesamteindruck des Filmes doch relativ stark beeinträchtigt. Damit wir uns nicht falsch verstehen, man bekommt hier durchaus ordentliches Mainstream-Kino geboten und Kurzweil sowie auch gute Unterhaltung sind absolut gegeben. Dennoch offenbart das vorliegende Drehbuch doch ganz erhebliche Schwächen, was man ohne Weiteres hätte vermeiden können. Eventuell waren aber auch nur meine eigenen Erwartungen zu hoch gegriffen, doch bei einer Wartezeit von zwei Jahrzehnten hätte ich mir dann doch eine etwas komplexere Story gewünscht, die hier aber definitiv nicht zu erkennen ist.

Und so wirkt das Ganze dann auch stellenweise wie erzwungen, wobei Emmerich sich anscheinend nicht wirklich viele Gedanken über eine richtig gelungene Fortsetzung gemacht hat. Das Ergebnis sind dann gut 106 Minuten guter Unterhaltung, die aber so ziemlich jede Substanz vermissen lässt und zudem auch keinerlei Innovation beinhaltet. Erklärungsversuche und Gegenmaßnahmen zum Alien-Angriff werden in Kurzform abgehandelt und den Rest überlässt man dann ausschließlich einer gut geölten Effekt-Maschinerie, was letztendlich recht hübsch anzuschauen ist, allerdings keinen nennenswerten Nährwert beinhaltet. Das ist letztendlich doch ein wenig enttäuschend, denn immerhin hatte man doch 20 Jahre Zeit, um sich eventuell etwas zu überlegen, das man zumindest ansatzweise als überraschend oder gar innovativ bezeichnen könnte. Das hat man jedoch leider völlig versäumt und so ist es dann auch nicht weiter verwunderlich, das auch dieses Mal die Amerikaner im Alleingang die Welt vor den Invasoren retten, was im Endeffekt aber absolut typisch für einen Hollywood Blockbuster ist, der einiges zu wünschen übrig lässt.

"Independence Day: Wiederkehr" ist auf keinen Fall das Highlight, das sich manch einer ganz sicher erwartet hat. Vielmehr präsentiert sich ein Film mit einer stark ausgedünnten Rahmenhandlung, die keinen sehr nachhaltigen Eindruck im Gedächtnis lässt. Da war das Original doch um 1-2 Klassen besser, zumal man dort auch einen besseren Bezug zu den einzelnen Charakteren herstellen konnte. Dieser Aspekt entfällt in vorliegendem Fall fast komplett, so das man sich schlussendlich einzig und allein an gelungenen Action-Passagen erfreuen kann, die aber auch erst in der zweiten Hälfte so richtig in den Vordergrund rücken. Emmerich hat eine große Chance vertan einen durchgängig überzeugenden Nachfolger in Szene zu setzen und so hinterlässt dieses Werk einen doch eher zwiespältigen Eindruck, da die gesamte Chose nicht wirklich stimmig ist.


Fazit:


Egal wie man es dreht und wendet, "Independence Day: Wiederkehr" kommt in keiner Phase an die Klasse des Originals heran. Es fehlt die gewisse Zutat, um diese Produktion aus der Masse hervor stechen zu lassen, denn mangelnde Innovation und ein schwächelndes Drehbuch können auch nicht durch die guten Effekte ausgeglichen werden.


6/10

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